Verein zur Förderung des Segelsports e.V.

Usedomer Achterwasser 1

Kategorie: Regattabericht

PALERMO-MONTECARLO

Eine gemeinsame Crew der Vereine SC Nordsaar e.V. und Schotbruch e.V. wird dieses Jahr an der Regatta Palermo – Montecarlo auf der Vereinsjacht „Soffio“ von Schotbruch teilnehmen.

Die Crewmitglieder kommen aus Sachsen, Berlin und dem Saarland

Hier werden wir versuchen, am Puls der Regatta zu bleiben und dafür regelmäßig kurze Updates von der Crew veröffentlichen.


Freitag, 27. August, 16:00 Uhr

Die Crew der Soffio hat gestern Abend den Hafen des „Yacht Club de Monaco“ mit dem Ziel Pisa verlassen.

Tschüß Montecarlo

Nach ORC waren 31 Jachten in Palermo an den Start gegangen. Von dieser Gruppe kreuzte unsere Crew aus Dresdnern, Saarländern und Berlinern als 25. Boot die Ziellinie. Ab Porto Cervo hat sich die Soffio damit noch um einen Platz nach vorn geschoben.

Glückwunsch zum erfolgreichen Abschluss der Regatta!
… auch wenn man sich sicher eine Platzierung etwas weiter vorne erhofft hatte.

Hier noch ein paar Impressionen vom Hafen des „Yacht Club de Monaco“

18:45 Uhr … Am Ziel !!!

Die Soffio hat soeben die Ziellinie überquert !!!

12:54 Uhr

Es bleibt weiterhin spannend …
kurz vor Montecarlo stecken die Boote in der Flaute
… keine hohe Welle

nachteilig

Mittwoch, 25. August, 08:00 Uhr

Unsere Crew steuert inzwischen direkt auf Montecarlo zu und läuft 8,2 kn. Es wird spannend, ob die südwestliche Verfolgergruppe oder die nordwestliche mit der Soffio besser Bedingungen haben werden.

Hier noch einmal die Windprognosen von Windy. Diesmal scheinen die Bedingungen stabil zu bleiben und bis zur Ziellinie droht keine Flaute mehr.

Windprognose für 8:00 Uhr …
Windprognose für 13:00 Uhr

Dienstag, 24. August, 22:00 Uhr

Die Soffio hat die nördliche Spitze von Korsika fast erreicht und macht eine Fahrt von 5,6 kn. Laut der Geschwindigkeitsangaben der nächsten Jachten scheint der Wind nördlich von Korsika jedoch deutlich schwächer zu werden.
Der Pulk auf der Westseite der Insel hat inzwischen die Flautenzone überwunden und segelt nicht langsamer, als die Soffio.

Hier noch einmal die Windprognosen von Windy. Die westliche Gruppe scheint keine Nachteile hinsichtlich der Windgeschwindigkeit zu haben. Auch der Winkel zum Wind sollte für sie nicht schlechter sein …

… für heute 23:00 Uhr
… für morgen 11:00 Uhr
Der Skipper vor Korsikas Nordostküste

Dienstag, 24 August, 13:00 Uhr

Nachricht von der Soffio:
Segeln unter Groß und G3 auf der Ostseite an Korsika vorbei. Die Situation ist gut, jedoch machen sich erste Erschöpfungserscheinungen bei der Crew bemerkbar.

Die gegenwärtigen Positionen der Jachten im Verfolgerfeld.
Die Soffio hat eine höhere Geschwindigkeiten, als die 4 Boote
vor ihr.

Hier ein kleine Serie von Impressionen hauptsächlich von der Startphase, welche uns gerade erreicht hat.


Montag, 23. August, 21:00 Uhr

Nach der langen Flautenphase hat die Soffio endlich den Bereich guten Windes um die Straße von Bonifacio erreicht und macht gegenwärtig wieder 7.7 kn.

Verfolgergruppe mit der Soffio

Wie ich soeben von Bord erfahre, hat die Soffio vor einer Viertelstunde die Ansteuerungstonne von Porto Cervo passiert. Sie läuft jetzt mit Reff 1 und Genua 3.
Soeben fiel auch die Entscheidung, Korsika auf der Ostseite zu passieren, weil die Windprognose dort wesentlich besser aussieht. Deshalb auch die Kursänderung, wie auf dem Screenshot zu sehen. Unten die Prognose für die Windentwicklung in 2 Stunden und für morgen 14:00 Uhr.

Windprognose für 23:00

Windprognose für morgen Mittag

Montag, 23. August, 14:00 Uhr

Nur wenige Meilen bis zum Wind … Während die Führungsgruppe teilweise 12 kn bei sehr gutem Wind läuft, macht die Soffio bei Schwachwind weiterhin nur etwas über 3 kn.

Die ersten Bilder vom Team noch vor dem Start.
Hier die Crew bei der „Bevorratung mit Lebensmitteln“:

…und noch ein paar Impressionen:

Montag, 23. August, 11:00 Uhr

Eine Nachricht von Bord der Soffio: Unsere Crew hat nicht nur seglerische sondern auch technischen Probleme zu bewältigen. Die Winddaten von der Mastspitze kommen nicht mehr am Navigationstisch an. Man kann die Windgeschwindigkeit also nur schätzen und damit ist es natürlich schwer, festzustellen, ob die Soffio für Windgeschwindigkeit und Richtung optimal getrimmt ist.

Die ersten Boot haben die Meerenge von Bonifacio bereits passiert. Die meisten von diesen Crews haben sich dabei durch die Inseln im Norden von Sardinien navigiert und nicht den breiten Seeweg genommen. Der is auch etwas länger und sicher ungünstiger bzgl. der Windrichtung.

Unsere Soffio nähert sich der Nordspitze Sardiniens. Der Wind auf der Ostseite von Sardinien hat schon deutlich abgenommen, so dass die Soffio nur noch 3,3 kn macht. Hoffen wir, dass bald die Zone des frischen Windes erreicht.


Sonntag, 22. August, 21:00

Der schwache Wind lässt die Flotte nur langsam voran kommen. Gegen 10:00 Uhr morgens machte die Soffio nur 2,7 kn Fahrt über Grund.

Windprognose für 10:00 Uhr
Windprognose für 18:00 Uhr

Hier nun die aktuellen Daten von ca. 21:00 Uhr. Dort, wo jetzt noch 8-9 kn Wind herrschen, wird morgen früh wieder Flaute sein. Man kann nur hoffen, das der Pulk dann bereits die Straße von Bonifacio erreicht haben wird, um weiterhin den unverzichtbaren Wind zu verspüren.

Windprognose für 22:00 Uhr um 21:00 Uhr
Windprognose für Sonntag, 10:00 Uhr um 21:00 Uhr (Position von 21:00 Uhr)

Es scheint mir jedoch sicher zu sein, das die Mehrheit der Crews sich für die Durchfahrt der Straße von Bonifacio auch bei Gegenwind entscheidet, denn auf der Westseite Korsikas ist wesentlich mehr Wind zu erwarten, als auf der Ostseite.

Das Windloch auf der Ostseite von Korsika wird wohl keine Crew dorthin locken
Windverhältnisse um Korsika morgen früh

Samstag, 21. August, 21:00

Die Regatta wurde gestartet und die Soffio war dabei!

Leider gibt es seit einiger Zeit keine Verbindung zur Crew an Bord. Deshalb leider keine ersten Details zum Start des Feldes selbst.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befindet sich die Soffio mitten im Pulk etwas nordwestlich der Insel Ustica.

Der Wind wird bis zum Morgen sein Richtung ändern und kommt dann den Booten fast direkt entgegen. Außerdem wird er sich abschwächen. Da nahe der Küste von Sardinien der Wind fast ganz fehlt, könnte man mit einem Kurswechsel nach Nordwest rechnen.

Prognose für Samstag, 22:00 Uhr

Prognose für Sonntag, 10:00 Uhr

Jedoch ändert sich das Bild zum Sonntagachmittag hin komplett. Ein südlicher Wind frischt dann nahe unter der Küste auf und dafür wir er weiter draußen schwächer.

Windprognose für Sonntag, 16:00 Uhr
Windprognose für Sonntag, 22:00 Uhr

Warten wir ab, wie die Navigatoren der Crews reagieren werden …


Freitag, 20. August

Die Crew ist bereits vorgestern in Palermo angekommen. Die Soffio war vorher von Vereinsmitgliedern aus Sardinien nach Palermo überführt worden.

Dabei ist der technische Zustand der Soffio nochmals genau gecheckt worden. Wir hatten das Frühjahr genutzt, um notwendige Reparaturen durchzuführen und einige Verbesserungen anzubringen. Aber jeder Segler weiß, dass ständig kleine Reparaturen anfallen, wenn das Boot genutzt wird.

Die Crew hat sich bereits bei den Organisatoren angemeldet und im Hafen kam es natürlich auch schon zu Kontakten mit anderen Bootsbesatzungen, die ebenfalls morgen an den Start gehen wollen.

Übrigens!
Den Verlauf der Regatta kann man aktiv mit Hilfe der App „YB Races“ (Android und iOS) verfolgen. Über den Bootsnamen wird die Soffio im Feld direkt identifizierbar sein.

Regattastart ! …. bald!

bei Palermo – Montecarlo

In der zweiten Augusthälfte findet eine der bekanntesten Mittelmeer-Regatten statt, welche gemeinsam von den Segelclubs „Circolo della Vela Sicilia“ in Palermo und dem „Yacht Club de Monaco“ unter Unterstützung des „Yacht Club Costa Smeralda“ veranstaltet wird.

Die Regatta wird am 21. August in Palermo gestartet werden, über ca. 500 Seemeilen gehen und voraussichtlich bis zum 26. August andauern. Die Route quert das Tyrrhenische Meer, passiert die Straße von Bonifacio zwischen Sardinien und Korsika und führt entlang der korsischen Westküste hinauf nach Monaco. Alternativ kann auch die Ostroute entlang von Korsika gewählt werden. Dies erlaubt unterschiedliche Wetterstrategien und erhöht nochmals die Spannung auf der zweiten Hälfte der Strecke.

Segelroute der Regatta Palermo - Montcarlo
Regattaroute von Palermo nach Montecarlo über Bonifaccio

Eine gemeinsame Crew aus 6 Mitgliedern der Vereine Schotbruch e.V und SC Nordsaar e.V. werden mit der Vereinsjacht von Schotbruch – der „Soffio“ / Segelnummer GER 7565 – an dieser Regatta teilnehmen.

In Kürze werden Neuigkeiten und Informationen von Bord der Soffio zeitnah hier veröffentlicht werden. Also schaut demnächst wieder vorbei!

Weitere Details zur aktuellen Regatta (nur auf italienisch oder englisch) sowie zur Geschichte sind auf der Veranstalterwebseite zu finden.

ROLEX MIDDLE SEA RACE erfolgreich beendet!

Am gestrigen Abend gegen 22:50 hat die Regattacrew mit Carsten, Jorg, Matti, Claus-Michael, Christine, Falk und Felix die 50. Ausgabe des RMSR mit unserer SOFFIO erfolgreich zu Ende gebracht.

Nachdem die Regatta zum große Teil unter Starkwindbedingungen stattfand, wartete kurz vor dem Ziel noch eine besondere Herausforderung auf die Crew. Die letzten 8 Meilen mussten in vollkommener Flaute zurückgelegt werden und somit zog sich der Zieleinlauf über mehrere Stunden hin und wurde zum Geduldsspiel.

Crew und Schiff sind nun gesund und wohlbehalten wieder in Malta.
Glückwunsch zum Erfolg und Abschluss der Regatta, welche auf Grund der Bedingungen nicht von allen Teilnehmern zu Ende gebracht wurde.
Danke für Euer Durchhaltevermögen und das Hochhalten der Schotbruch-Flagge!

RMSR-Kurs der SOFFIO

Die Soffio beim Rolex Middle Sea Race

Update, Donnerstag 14:00 direkt von Bord

Letzte Nacht war ein heißer Ritt am Wind bei 20kn. Dem Regattagroß fehlt ein  zweites Reff. Wir haben das Trysegel gesetzt. Trotzdem 8-9 kn FdW.
Jetzt ist das Ziel zum Greifen nahe. Im Hintergrund sieht man die Maltesische Schwesterinsel Gozo. Wir Steuern den Southern Comino Chanel an. Der Wind hat auf Ost gedreht. Wir müssen aufkreuzen. Der Sonnenschein versüßt uns die Warterei. Die Alkoholika blieben bisher unangetastet, aber heute Abend wird gefeiert. 

Update, Donnerstagmorgen 09:15 direkt von Bord

Der letzte Schenkel von Lampedusa nach Malta ist wie erwartet der härteste. Ordentlich Welle und zu viel und zu böiger Wind für unser Großsegel. Haben das Trysegel gesetzt.


Update, Mittwoch 22:00

Die Soffio hat die Südwestspitze von Lampedus umrundet. Der letzte der großen Wegepunkte nach Capo Passero, Straße von Messina, Stromboli, Isola di Favignana und Pantelleria ist somit erreicht und „abgehakt“. Nach einer kurzen Strecke entlang der Südküste kann ein direkter Halbwindkurs nach Malta eingeschlagen werden. Das Steuern erfordert dann nicht mehr die hohe Konzentration der letzten 36 Stunden.


Update, Mittwochmorgen

Passage von Pantelleria

Nach einer windigen Nacht ohne Großegel (hat leider nur eine Reffreihe) und reduziertem Vorsegel bereiten wir uns gerade auf die Passage von Pantelleria vor. Nicht ohne Rührei zum Frühstück natürlich. Hinter der Insel soll wieder der Sinnaker hoch. Also alles beim Alten.

 


Update Dienstag, 19:30, direkt von Bord

Segeln Kurs Süd nach Pantelleria und Lampedusa. Dann am Donnerstag weiter nach Osten zurück nach Malta.
Da wir auf jeden Fall ankommen wollen und nicht abbrechen, Segeln wir mit deutlich reduzierter Segelfläche. Auch Wahl der nördlichen Kursseite nach Stromboli hat sich gelohnt, da wir so zum Schluss einen schönen Bogen vor dem erfrischenden Wind her Segeln konnten. Andere Boote im Süden hatten es da schwerer.

An Bord daher prima Stimmung. Das Steinpilzrisotto ist in Arbeit…

Steuern in der Welle will gelernt sein


Update Dienstag 12:00, Bilder von Bord

Richtung Favignana, dem westlichsten Punkt von Sizilien

 

 

 

Groß geborgen. Wellenhöhe 3m. Nur noch Sonnenschüsse. Lassen uns von der G3 ziehen.

 

 

Am späten Vormittag passieren wir die Isola di Ustica auf unserem Luvbogen. Wenn die Taktik aufgeht, bringt uns das noch ein paar Plätze. Wir sind sehr gespannt.
Wind: 20 kn raumschots.
Welle: 2 m
Crew: gut drauf

Update Dienstagmorgen

abziehendes Gewitter am Dienstagmorgen

Der küstenfernere Kurs, den die Soffio nach der Rundung vom Stromboli gestern genommen hatte, scheint sich über Nacht ausgezahlt zu haben. Gestern sah es nach den Windprognosen eher schlechter aus, da das Zentrum des Tiefs durchs thyrrenische Meer südwestlich zog und damit die Winde dort schwächer vorhergesagt wurden. Heute morgen wird dagegen Schwachwind in Küstennähe und eine gute Brise um die Soffio herum angezeigt. Unsere Crew konnte auch wieder aufschließen. Also hat sich die Entscheidung des Navigators als richtig erwiesen und die westlich Spitze von Sizilien ist ohne weitere Wenden bzw. Halsen im direkten Weg zu erreichen.


Update Montagvormittag, direkt von Bord

Nach einer nächtlichen Rauschefahrt durch die Straße von Messina mit anschließender Gewitterdusche steuern wir auf den Stromboli zu. Hinter uns der schneebedeckte Etna.

Blick auf den Etna

Nach dem Gewitter

Blick auf den Stromboli


Update, Mitternacht, direkt von Bord

Die Besatzung der Soffio ist ganz zufrieden mit dem heutigen Sonntag. Hatten letzte Nacht unter Land gut aufgeholt und am Morgen Besuch von 2 neugierigen Delfinen. Dann im Tagesverlauf Fortsetzung unter Spinnaker. Abends Gewitter und Sonntagsbraten. Nach kurzer Rauschefahrt in die Straße von Messina hinein steht der Spinnaker schon wieder. Um uns jede Menge anderer Segler, die auch hin und her Halsen.


Update Sonntagnachmittag, direkt von Bord

Team Tigress auf der Emily – eine Elan 450 – kreuzt gerade das Heckwasser von Soffio östlich der sizilianischen Stadt Augusta.
Der Motorschaden wurde erfolgreich repariert und die Batterien laden wieder !


Eine halbe Stunde vor Start fiel die Maschine aus. Ließ sich nicht mehr starten. Start somit verpatzt und dann zunächst keinen vernünftigen Trimm hinbekommen. Aber alles im grünen Bereich. Der Bordingenieur hat in der Flaute vor Syracus die Maschine repariert. Die Konkurrenz wird gerade ausgebootet, es gibt Kaffee und Kuchen. Leider sieht man den Etna nicht, von Wolken verhangen.
Grüße von der Soffio


Update Sonntag, 12:00, direkt von Bord

Soffio hat über Nacht durch den küstennahen Kurs gut aufholen können. Hatten gerade Walross 4 aus Berlin querab.
Nach Rühreifrühstück reparieren wir gerade die Maschine, um wieder Strom machen zu können. Der Ausfall hatte uns auf dem Weg zum Startgebiet böse überrascht.
Stimmung ist gut.
Sonne scheint.
Spi steht.

Position am Sonntagmittag


Update Samstag, 23:35

Direkt von Bord:

Soffio hat die Südküste von Sizilien erreicht. Nach Wende und Segelwechsel auf Genua 1 liegt Kurs Capo Passero an der Südostecke der Insel an. Das neuste Wetterrouting sagt Ankunft Malta für Donnerstagnachmittag voraus.


Update Samstag, 20:45

Der Start scheint wie vorgesehen verlaufen zu sein. Bis Capo Passero handelte es sich um einen harten Am-Wind-Kurs, bei dem man immer die richtige Balance zwischen Höhe und Geschwindigkeit finden muss. Wie der aktuelle Tracker zeigt, hat der ganze Pulk gerade eine Wende vollzogen, um Capo Passero runden zu können. Die Soffio ist mit in diesem Pulk.

Hier noch die aktuellen Windbedingungen: Auf dem Weg in die Straße von Messina wird der Wind immer weiter abnehmen. Letztendlich wird man in der Meerenge und wahrscheinlich auch später eine nur ganz schwache Brise verspüren, welche wahrscheinlich auch teilweise zur Flaute mutieren wird. Lassen wir uns über die Auswirkungen auf den Pulk überraschen.

Windprognose für die Nacht


Die Wetterbedingungen zum Start:
Sonnig, 15 kn von Ostnordost, später abnehmend und drehend auf Nord

Soffio auf dem Weg zum Start


… und eine direkte Meldung von der Crew an Bord

Nach mehreren arbeitsreichen Tagen auf Malta fühlt die Schotbruch-Regattacrew sich und SOFFIO gut vorbereitet auf die kommenden Herausforderungen. Dank neuer Mastschiene für Trysegel, zweiter manueller Bilgepumpe und anderen zusätzlichen Maßnahmen haben wir den Sicherheitscheck durch die Regattaleitung mit Bravour bestanden. Am letzten Tag vor dem Start stand ein intensives Segeltest- und Manövertraining auf dem Programm. Beides verlief bei nur noch 1.5 m Dünung vor Valetta zur vollsten Zufriedenheit der Crew. Nach dem letzten Wetterrouting werden schwach windige Bedingungen in der Strasse von Messina erwartet. In Anbetracht dieser Herausforderung und dem gewichtsoptimierten Ernährungsplan haben sich die Schotbrüchigen noch einmal mit Pizza und Rotwein gestärkt. Morgen 11.20 fällt dann der Startschuss. Berichte folgen. Für die Zwischenzeit gibt’s Neuigkeiten auf der Regattahomepage und den Fleettracker Yellow Brick.

Update Samstag 09:20

Die Schotbruch-Crew ist natürlich schon ein paar Tage vor dem Start nach Malta gereist. Es gab noch einiges zu tun und zu richten, um die Soffio optimal auf die Wettfahrt vorzubereiten. Hier ein paar erste Eindrücke von Malta während der Tage davor.

Malta Vorbereitungen 1
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Update Samstag 08:40

Laut einem Hinweis eines Segelfreundes kann man den Verlauf der Regatta sehr gut und live auf YB Races im Webbrowser bzw. der dazugehörigen App auf dem Smartphone verfolgen. Der „Race Course“ wird dort schon mal  angezeigt …


Morgen ist es soweit!
Um 11:00 Uhr starten die zahlreichen Segeljachten  zur Jubiläumsregatta!

Wie kann man den Verlauf der Regatta verfolgen?

Natürlich ist die offizielle Webseite des RMSR die erste Anlaufstelle.
Leider bietet diese keinen direkten Yacht Tracker an. Ich hoffe, das sich die Position der Soffio und vieler anderer Jachten über AIS verfolgen lässt, z.B. bei MarineTraffic.com oder alternativ bei vesselfinder.com (Tipp: unter den Foto auf „Track“ klicken).

Hier beispielhaft der Trainingsschlag der Soffio am heutigen Tag auf Vesselfinder …

… dass die anderen Crews sich auch vorbereiten, sieht man auf MarineTraffic

Demnächst aktuelle Nachrichten von Bord.

Die Spannung steigt … vor der Regatta!

Nur noch wenige Tage und eine Crew aus Vereinsmitgliedern wird nach Malta reisen um bei der Jubiläumsregatta „Rollex Middle Sea Race 2018“ dabei zu sein. Diese hochkarätige Wettfahrt wird seit 50 Jahren vom Royal Malta Yacht Club veranstaltet. Es ist schon fast ein Jahr her, dass die Idee dazu geboren wurde und sich einige „Schotbrüchige“ bereit fanden, diese Herausforderung anzunehmen. Andere Crews haben unsere Vereinsjacht – die Soffio – im Spätsommer bis nach Malta gebracht und hier übernimmt sie nun bald die Regattacrew. Unter bisher 149 Booten ist unsere Soffio nach ORC gemeldet.

Der Regattakurs startet und endet vor Valletta auf Malta. Das erste Ziel ist Capo Passero, die Südostspitze Siziliens. Danach geht es durch die Straße von Messina zum nördlichsten Wendepunkt der Regatta, zum Stromboli. Von dort wendet sich der Kurs Richtung Westsüdwest zu Insel Favignana vor der Westspitze Siziliens. Man könnte vermuten, dass von dort stracks wieder auf Malta zugehalten würde. Aber gefehlt! Die beiden Inseln Pantelleria und Lampedusa müssen vorher auf der Backbordseite liegen geblieben sein, bevor man den Kurs direkt auf Malta absetzen kann.

Kurs des Rollex Middle Sea Races mit allen Wendemarken

Wir werden alle Interessierten auf dem Laufenden halten.
Schaut wieder rein !

Eine Regatta – 100 Meilen – Ein Wochenende

 

 

Der Start zur Wettfahrt nach Süden in Richtung der Insel Montecristo wird vor Piombino sein. Ich bringe die Soffio von Elba zum Festland in die Marina von Salivoli (sehr gute Infrastruktur), verabschiede meine Crew am Freitagmorgen und verbringe die Zeit bis zur Ankunft der anderen Regattacrewmitglieder mit der Beschaffung des Proviants. Eigentlich nicht so viel für ein Wochenende, jedoch verflucht man das spezifische Gewicht von Wasser und anderer Flüssigkeiten, wenn man es einen knappen Kilometer auf dem Rücken heranschleppen darf. Trotzdem ist der Wasservorrat nicht üppig ausgefallen und der Navigator moniert später, dass ohne Grappa ja gar nicht geht.

Als Skipper Carsten mit Katharina, Claus-Michael, Tobias und Dirk eintreffen, wird nicht lange geredet sondern kurzerhand die mitgebrachte Regattabesegelung  angeschlagen. Wir wollen schließlich noch an diesem Freitagabend einmal kurz raus, denn bisher hatte niemand von uns diese Segel je am Mast gesehen, geschweige denn Erfahrungen mit ihnen sammeln können. Ein unerwartetes Problemchen generieren die Segellatten des abgenommenen Dracon-Groß: Wo verstaut man nur solch lange Dinger, die wirklich die gesamte Tuchtiefe einnehmen? Unter Deck ist selbst der Salon nicht nur ein wenig sondern reichlich zu kurz. Nach kurzer Suche verbleibt ein einziger geeigneter Ort an Bord: die  das Deck begrenzenden Kante, welche bei einer Grand Soleil 40 zum Glück etwas höher ist, als die Latten breit sind. Mit etwas Tape hält dies für ein paar Tage.
Bei leichtem Wind und einsetzenden Nieselregen prüfen wir, ob die Kevlar-Folien-Segel in Ordnung sind, legen alle Leinen zurecht und verspäteten uns dabei etwas zur abendlichen Begrüßung der Crews. Aber wir kommen noch rechtzeitig für das Gemeinschaftsfoto aller Skipper und Navigatoren. Das Stehbuffet leidet etwas unter dem stärker werdenden Regen, aber es schmeckt uns trotzdem!

Am Morgen ist noch viel zu erledigen, aber Dank später Startzeit schaffen wir alle Vorbereitungen und segeln in den vorhergesagten sonnigen Tag. … Stimmt so nicht! Vor dem Start stecken alle Boote in einer Nebelbank. Der Wind kommt wie erwartet schwach (3-5 kn) aus Südost. Dieser löst den Nebel aber doch noch rechtzeitig auf. Dann kommt das Startsignal. Aber wo war die Vorankündigung? Später stellte sich heraus, das die gegriffene Handfunke Macken hat und zwar sendet, aber nicht empfängt und so kreuzen wir folgerichtig die Startlinie nicht in der Führungsgruppe, können jedoch sehen, dass auf der Steuerbordseite mehr Wind ist und uns so wieder schnell ins Mittelfeld vorschieben.
Beim traditionellen Am-Wind-Startkurs sind wir mit unserer neuen Besegelung sehr zufrieden: die Segel zeigen gutes Profil, reagieren deutlich auf Trimmanstrengungen und so bleibt wir gut im Rennen.

An der Südostspitze von Elba wird der Kurs auf die Isola di Pianosa abgesetzt. Diejenigen unter Euch, die die Gegend kennen oder eben mal auf der Karte nachgesehen haben, werden sich wundern, wie dies zu einer Umrundung vom Montecristo passen soll. Und nein, die Organisatoren lassen das Feld keine Acht um die Inseln fahren. Wegen der Schwachwindprognose wurde der Kurs verkürzt, damit am Sonntag wirklich alle rechtzeitig zum großen Abendessen in San Vincenzo sein werden … oder am Montagmorgen wieder auf Arbeit, je nach dem, wo jeder so seine Präferenzen hat.
Jedenfalls beginnt jetzt die Überlegung, welches der unbekannten Segel wohl das richtige ist. Eigentlich ein guter Kurs für das Code 0, aber auch für den Gennaker sollte die Richtung zum Wind schon passen und der hat mehr Fläche. Also Gennaker gesetzt und ein Crewmitglied an die Luvschot delegiert, damit das Segel immer optimal gefahren wird.

Wie bei allen anderen ringsum steht der Gennaker bei dem leichten Wind nicht immer stabil. Also alles soweit gut? … Irgendwie nicht … Die Silhouetten vor uns werden langsam kleiner und schmaler und die hinter uns größer und deutlicher. Warum nur? Allen Trimmversuchen zum Trotz ändert sich daran nichts. Schließlich geben wir auf, nehmen den Gennaker runter und setzen stattdessen das Code 0. Unglaublich, aber wir laufen sehr bald einen ganzen Knoten schneller, obwohl sich sonst an den Bedingungen nichts geändert hat!  So zahlt man Leergeld, wenn man seine Ausrüstung noch nicht kennt.

Noch später zum Abend hin schwächt sich der Wind weiter ab. Eine Flaute bleibt uns zwar erspart, aber mehr als 3 kn Fahrt sind vorerst nicht drin. Als ich am Ende der Nacht von meiner Matratzenhorchschicht ans Deck komme, hat er doch wieder zugenommen und bläst schließlich ziemlich konstant mit ca. 6 kn aus Nordwest. Dies bedeutet Am-Wind-Kurs ohne Kreuz und für uns die Gelegenheit, wieder die große Genua auszupacken. Das Boot läuft gut. Die Nacht ist klar und wir stecken mitten im langgezogenen Feld, wie die Positionslampen um uns herum und die sporadischen angeleuchteten Segel verraten. Der leichte, aber beständig nach Nordost drehende Wind  erfordert jedoch unsere Aufmerksamkeit für den Nachtrimm, denn die anderen Teams versuchen ebenfalls alles aus Ihrem Material herauszuholen. Deshalb suchen auch wir immer wieder die Strömungsfäden an den Segeln mit der Stirnlampe.

Der Kurs endet wie er begonnen hat mit einer Kreuz. Schließlich ertönt für uns am Sonntagmorgen um 08:31 das Zieleinlaufsignal nachdem wir die aufblasbare Zieltonne bei Einbiegen zünftig „gerempelt“ haben. AIS hat uns immer über den Platz in unserer Gruppe auf dem Laufenden gehalten (unseren zugeteilten Regattatracker konnten wir selbst nicht sehen bzw. sendete er nicht korrekt). Nach gesegelter Zeit werden wir Zehnte, nach berechneter dann Elfte in unserer Gruppe von 17 Jachten. Ohne Vorwissen über das Verhalten unserer neuen Soffio und der spezifischen örtlichen meteorologischen Eigenheiten sind wir mit diesem Ergebnis durchaus zufrieden.

Zeitgleich zur Regatta finden in San Vincenzo – dem Zielort – noch andere Veranstaltungen statt: Ein Oldtimertreffen der Autoliebhaber und auch noch weitere Wettbewerbe in Tauchen und Seefischen. Dementsprechend gut besucht ist die Fußgängerzone, welche gleich hinter der ersten Häuserreihe am Hafen liegt und der Yachthafen selbst wird aus mehreren Quellen mit Musik versorgt. Die Organisatoren der Regatta betreiben mehr Aufwand, als man so im Durchschnitt im Ostseeraum gewöhnt ist. Neben der Übertragung der Siegerehrung auf einer großen Leinwand erwartet uns unter Zeltdächern ein 5-Gänge-Menü bei guter Musik und einer Endlosschleife der in den letzten 2 Tagen geschossenen Videos und Fotos auf der Riesenleinwand. Als einzige ausländischen Teilnehmer erhalten wir sogar einen Ehrenpreis und damit verbunden sind Wünsche auf wiederholte Teilnahmen in den Folgejahren. Überhaupt suchen die Organisatoren und Vertreter der örtlichen Segelklubs den Kontakt und das Gespräch. Damit fühlt man sich natürlich sehr wohl!

… und ich denke, wir werden wiederkommen, uns wieder seglerisch messen und dabei wiederum die italienische Gastfreundschaft genießen.

Mast- und Schotbruch !

Schotbruch ist dabei!

Weiteres unter http://www.la100dimontecristo.com

 

Nachtrag zur Nordseewoche 2016

Saarländisch-Sächsische Crew zum vierten mal beim Pantaenius Skagen Race gut dabei

Sicher hat es was damit zu tun, dass Pfingsten in diesem Jahr kalendarisch sehr früh war – jedenfalls war es diesmal zur Nordseewoche ungewöhnlich kalt und auch durchaus windig. Trotzdem freuten sich Claus-Michael Lehr als Skipper mit Ehefrau Christine und Sohn Felix vom SC Nordsaar, sowie Ortwin Trux und Michael Wengerodt vom Dresdner Verein „Schotbruch“ schon seit der Planung im Oktober auf diese sportliche Herausforderung. Die Kooperation dieser beiden eher küstenfernen, aber trotzdem auch dem Hochseesegeln verschriebenen Clubs funktioniert sehr gut, denn heuer ging es bereits zum vierten mal gemeinsam an den Start der bekannten deutschen Hochseeregatta. Verstärkt wurde die Crew durch Peter und Timo Hegemann vom Berliner SC Oberspree, also auch nicht direkt von der „Waterkant“.

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Nachdem das langjährige Vereinsboot „Temptation X“ (X-119) aufgrund einer Havarie im letzten Sommer leider nicht mehr zur Verfügung stand, musste zunächst adäquater Ersatz organisiert werden. Dieser fand sich in der „Martha-Maria“, einer Bavaria 38 match, Bj. 2008, von Vercharterer Henrik Lenz aus Rostock, der Skipper und Schotbruch-Bootswart Carsten Kneuer (aus Zeitgründen leider diesmal selbst nicht mit von der Partie) auch unterstützte, das Boot ISAF-konform auszurüsten.

Gute Vorbereitung ist bei einem mehrtägigen Hochseerennen absolut unverzichtbar. Dazu absolvierten nicht nur alle Crewmitglieder, teilweise zum wiederholten mal, das für mindestens zwei Drittel der Besatzung vorgeschriebene Sicherheitstraining. Drei Mitglieder nahmen außerdem an einem inzwischen ebenfalls vorgeschriebenen, speziellen Erste-Hilfe-Kurs teil. Glücklicherweise musste das erlernte Wissen nicht angewendet werden. Ein AIS-Transponder wurde beschafft und für die Charterperiode eingebaut, weitere Ausrüstungsgegenstände (u.a. Try-Segel, EPIRB, Markierungsboje, Notbeleuchtung) kamen aus dem Fundus der „TX“. Zwei Tage vor Meldeschluss kam dann endlich auch vom DSV der inzwischen schon mit leichter Nervosität erwartete Messbrief.

Nachdem die „Überführungscrew“ unter Skipper Carsten Kneuer das Boot durch den NOK von Rostock nach Cuxhaven gebracht hatte, erfolgte dort die Übergabe an die „Regattacrew“. Schon seit Tagen verhieß die Wetterlage für die Zubringer Regatta (MINOX-Cup, W2) nicht gerade eine Kaffeefahrt. Um 7 Uhr am nächsten Morgen meldete sich die Wettfahrtleitung dann mit dem aktuellen Wetterbericht, welcher für die Elbmündung NW 6-7 und Wellen von 3m Höhe „plus Gezeitenzuschlag“ avisierte, und sprach explizit von „schwierigen Bedingungen“. Daraufhin sagte gut die Hälfte der angemeldeten Yachten ihre Regattateilnahme ab – sehr ermutigend! Aber was macht man nun, wenn man sich seit einem guten halben Jahr auf die Nordseewoche (eigentlich: das Skagenrace!) vorbereitet hat, zumal das Wetter für Sonntag noch heftiger werden sollte…? Also: Warm und wasserfest anziehen, drittes Reff einbinden und die Fock nur teilweise ausrollen. Das Auslaufen aus der belebten Marina, Überqueren des Elbfahrwassers und die ersten Probeschläge mit dem für alle noch unvertrauten Boot geben Mut – wir versuchen es! Wichtigstes und einziges Ziel: sicher und wohlbehalten nach Helgoland kommen. Die Segeleigenschaften der Bavaria am Wind und durch die vom Ebbstrom steil aufgetürmten Wellen sind vorzüglich, die eher konservative Besegelung erweist sich im weiteren Verlauf selbst für Regattazwecke als durchaus angemessen. Auch wenn der Seegang beinahe allen ein Speiopfer an den Meeresgott abverlangte, herrscht im Grunde Kaiserwetter! Die angesagten 40 Knoten Wind vor Helgoland traten zumindest für uns glücklicherweise doch nicht ein, und wir erreichten die Insel schließlich gut gelaunt und ohne irgendwelche Probleme. Der normalerweise den einlaufenden Yachten kredenzte Willkommens-Rum fiel diesmal leider aus, aber dafür gab es jede Menge Liegeplätze – tja, so ein Wetter hat auch Vorteile! Kaum glauben konnten wir am Ende unser Ergebnis: von den 11 gestarteten Yachten unserer Gruppe hatten wir immerhin den zweiten Platz belegt.

Während an den nächsten beiden Tagen die „Profis“ bei „Helgoländer Acht“, „Hummer“ und „Vomex-A Cup“ regattierten, gönnten wir uns erst mal eine Pause, besorgten Proviant und bereiteten das Boot sowie uns selbst auf die kommende Langstrecke rund Skagen vor.

Am Pfingstmontag Nachmittag ging es dann los. Den Gate Check, bei dem die Regattaleitung die Sicherheitsausrüstung begutachtete, passierten wir problemlos, die nachgerüstete Sturmbesegelung und AIS taten also was sie sollten. Nicht so indes unser Ruder: schon nach Runden der ersten Tonne begann die Seilsteuerung merkwürdig zu rucken. Ein Blick in die Tiefen des Hecks brachte die schockierende Erklärung: Von den vier Bolzen, welche den Quadranten halten, waren zwei bereits abgeschoren; die beiden anderen würden in dem Seegang wohl auch nicht mehr lange mitmachen. Also: schon mal prophylaktisch die Notpinne montieren und die Mechanik der Ruderanlage ansonsten mit Kabelbindern und Kevlarschnur (was man beides als Charter-Segler immer dabei haben sollte!) so gut es geht entlasten … und dann weiter in die Nacht die Jütländische Küste hoch heizen!

Noch in der gleichen Nacht verabschiedet sich etwa bei Horns Rev unter den besorgten Blicken der Wache die UKW Antenne aus dem Masttop, ohne dass dieser Vorgang natürlich irgendwie aufzuhalten gewesen wäre. Na super – jetzt können wir also auch nicht mehr funken. (Naja, für Notfälle hätten wir ja noch Raketen und die Handfunke). Blöd auch, dass inzwischen in der Kajüte des permanent 40grad krängenden Boot das von Brechern übergenommene Wasser schon in den Ecken schwappt und in die tieferliegenden Schapps eindringt. Aber wir haben ja alle Stiefel an und unsere Klamotten in Plastiktüten verpackt (zumindest hatte das der Skipper empfohlen…) Eigentlich müsste man mal für ein paar Minuten beidrehen und das Boot lenzen – aber wir sind in einer Regatta! Der Bordelektronik bekommt die Feuchtigkeit auch nicht so gut: auch wenn kein plausibler Zusammenhang mit dem Verlust der UKW-Antenne darstellbar ist, fällt kurz darauf der Kartenplotter und das ganze NMEA System aus. Naja, dass viel Wind ist, merken wir auch ohne Anemometer, der klassische Verklicker im Top zeigt weiterhin korrekt dessen Richtung, die Positionslampen, Logge und Echolot sind nicht betroffen. Vor dreißig Jahren hätte man ohnehin nicht mehr zur Verfügung gehabt – und im übrigen ist das iPad, verpackt in einer wasserdichten Hülle und gelegentlich vom 12 V Bordnetz nachgeladen von alledem völlig unbeeindruckt und trackt zuverlässig unseren Kurs. Dieses Teil lerne ich auf jedem Törn mehr zu schätzen. Trotzdem machen wir natürlich regelmäßig Standorte und überprüfen unsere Navigation in der Papierkarte.

Nach Hanstholm – dicht unter Land passiert – öffnet sich die weite Jammerbucht: Wind gute 5 Bft, Wellen 2-3 Meter, Sonnenschein! Eigentlich würde man sich ein bisschen weniger wünschen, wenn man mit einer uneingespielten Crew zum ersten mal 120qm Spinnaker setzt. Aber immerhin ist allen das Manöver zumindest aus der Theorie bekannt, und die Schlüsselpositionen können wir mit hinreichend erfahrenen Seglern besetzten. Also hoch das Ding und ab geht’s die Wellen rauf und runter. Das war genau der Spaß, den Meno Schrader beim Wetterrouting für diesen Teil der Strecke prophezeit hatte – 14 Knoten Top Speed! Dass ein Crewmitglied unter diesen Bedingungen – sicher mit besten Absichten – anfing Rühreier zu backen, war allerdings nicht mit dem Skipper abgesprochen und endete dann auch in einer größeren Reinschiff-Aktion in der Kombüse anstelle des angedachten warmen Frühstücks. Der Spi bleibt drauf, auch als es um die Skagen Tonne geht, und um nicht weiter anluven zu müssen entscheiden wir uns für einen zwar weiteren, aber schnelleren Kurs östlich um Läsö herum. Vielleicht hätten wir das sogar noch konsequenter durchhalten sollen, denn Yachten, die bis fast zur schwedischen Seite des Kattegats segelten, konnten noch länger von dem allmählich immer mehr abnehmenden Wind profitieren und lagen auf diese Weise auf einmal vor uns. Interessant, wenn man in Landnähe per handy-roaming gelegentlich die Kurse und Positionen aller Boote auf dem iPad verfolgen kann. Inzwischen hatten wir uns vom vorletzten auf einen mittleren Platz in unserer Gruppe vorgearbeitet.

Aber nun war erst mal Schluss mit Wind – Flaute total! Aber dafür angenehme Sonne und Wärme, Zeit um feuchte Matratzen und anderes zu trocknen, eine ordentliche Mahlzeit zu kochen und sich auszuruhen (eigentlich ist es ja unser aller Urlaub!). Auch eine Behelfssteuerung aus Kevlarschnur und ein paar Spi-Blöcken konnte erfolgreich konstruiert werden, welche es erlaubte die Notpinne über das Rad zu steuern. Irgendwann kam der Wind dann auch wieder, allerdings aus dem südwestlichen Quadranten, also wieder mehr oder weniger von vorn. Wie alle anderen auch schafften wir uns kreuzend unter der Belt-Brücke hindurch, was durch das Verkehrstrennungsgebiet nicht direkt erleichtert wird. Frisch aus dem Internet runtergeladene Strömungsdaten bestätigen den bei dieser Windrichtung zu erwartenden nördlich setzenden Gegenstrom im Großen Belt. Aber auch der korrespondierende Nehrstrom in Gegenrichtung war da, und kann genutzt werden, wenn man eng unter der Küste von Langeland bleibt. Mit 22 Wenden nutzen wir die Strömung konsequent und konnten so ein paar weitere Plätze auf die Konkurrenz gutmachen. Auch der letzte Schlag von Bagenkop nach Kiel blieb eine Kreuz, bei der es wieder frisch aufbrieste. Da wir die seit der Flaute gesetzte Genua nicht umständlich gegen die kleinere Arbeitsfock wechseln wollten, refften wir bei Bedarf einfach das Großsegel ein und aus. Vorne die große Genua und zwei Reffs im Groß achtern wirkt zwar etwas unkonventionell, ließ sich aber sehr gut steuern. Nun noch eben den Kieler Leuchtturm an Backbord lassen und in Strande über die Ziellinie – und gegen 18 Uhr am Freitag abend haben wir es geschafft: 4 Tage und 1 Stunde sind wir unterwegs gewesen. Aus dem sehr schmeichelhaften dritten Platz, den das Tracking Programm noch immer ausweist, wurde zwar laut offizieller Ergebnisliste nur ein fünfter, aber trotzdem sind wir alle höchst zufrieden.

Am Ende der Strapazen freut man sich einfach über die erfolgreiche Bewältigung einer solchen Etappe von über 500sm am Stück. Ähnlich muss es Marathonläufern oder auch Alpinisten nach einer großen Bergtour gehen. Dass wir buntgemischten Binnensegler aus dem Saarland, Sachsen und Berlin mit unserer gecharterten Bavaria dabei sogar ein paar Yachten teilweise namhafter Segelclubs bzw. Skipper hinter uns lassen konnten nimmt man dann durchaus mit gewisser Zufriedenheit zur Kenntnis.

Claus-Michael Lehr

PS: Von der Tour gibt es auch Fotos

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