Unser Plan war es, am letzten Tag möglichst früh nach Genua aufzubrechen, um noch vom guten Wind in den Morgenstunden zu profitieren. Also gingen wir bereits gegen 7 Uhr in der Bucht neben dem Hafen von Savona Anker auf und legten Kurs Richtung Heimathafen der Soffio in Genua.
Der anfangs frische Wind ließ zwischenzeitlich leider wieder nach, weshalb wir zum Abschluss noch eine kleine Badepause auf dem Weg einlegten.
Als wir gegen 17 Uhr in Genua ankamen, kümmerte sich die Crew gemeinsam darum, das Schiff wieder auf Vordermann zu bringen und auf die Übergabe vorzubereiten. Zum Abschluss gingen wir in einem Restaurant im Hafen von Genua Pizza essen und verbrachten den letzten Abend entspannt gemeinsam an Bord unseres Schiffes. Vielen Dank an Skipper Taric und den Verein, für diese wundervollen ersten Einblicke in die Welt des Yachtsegelns.
Tagesbericht 18.09.
Morgens sind wir in der schon bekannten Bucht von Diano aufgewacht. Als Erstes mussten wir allen, die noch nicht in Diano waren, die Unterwasserstatur zeigen. Anschließend wurde die Wasserlinie des Boots ein wenig gereinigt. Nach der Bootsteinigung haben wir noch den Waschtag eingeläutet. Nach dem alles (Crew und Boot) wieder sauber war, sind wir zu unserem Tagesziel Savona aufgebrochen.fahren. Dann konnten wir abfallen und die Windrichtung passte für einen Spikurs, also wurde der Spinacker gesetzt. Nachdem wir gut Strecke durch die zusätzliche Geschwindigkeit absolvierten, mussten wir das Segel wieder bergen. Gegen Abend fuhren wir Savona im Dunkeln an und hatten nochmal richtig guten Wind. Als der Anker saß, liesen wir den letzte Nacht vor Anker mit einem Spiel ausklingen.Morgens sind wir in der schon bekannten Bucht von Diano aufgewacht. Als Erstes mussten wir allen, die noch nicht in Diano waren, die Unterwasserstatur zeigen. Anschließend wurde die Wasserlinie des Boots ein wenig gereinigt. Nach der Bootsteinigung haben wir noch den Waschtag eingeläutet. Nach dem alles (Crew und Boot) wieder sauber war, sind wir zu unserem Tagesziel Savona aufgebrochen. Anfänglich hatten wir wenig Wind und sind aufs Meer rausgefahren. Dann konnten wir abfallen und die Windrichtung passte für einen Spikurs, also wurde der Spinacker gesetzt. Nachdem wir gut Strecke durch die zusätzliche Geschwindigkeit absolvierten, mussten wir das Segel wieder bergen. Gegen Abend fuhren wir Savona im Dunkeln an und hatten nochmal richtig guten Wind. Als der Anker saß, liesen wir den letzte Nacht vor Anker mit ein einem Spielen ausklingen.
Tagesbericht 17.09.
Nach einer Nacht an Deck starteten wir gegen 9 Uhr vom Schiff aus – manche mit dem Dinghy und der Rest schwimmend – Richtung Strand von Menton. Zwei Gassen weiter wartete unser lang ersehntes Pain au Chocolat auf uns. Nach einer Stärkung erkundeten wir die am Hang gelegene wunderschöne Altstadt von Menton mit ihren bunten von Gelb, über Orange bis Rot gestrichenen Häusern und ihren verwinkelten und mit Pflanzen und Keramikfiguren dekorierten Gässchen. Dann deckten wir uns nochmal mit Gebäck für einen Snack auf dem Schiff ein und paddelten zurück.
Ab 13 Uhr segelten wir mit zunächst nur einem Knoten Fahrt Richtung Nord-Osten. Gegen Nachmittag endlich etwas stärkerer Wind von 15 kt, weswegen wir unser Ziel nochmal anpassten und länger als geplant unter Segel fuhren. Delfine durchquerten direkt unter uns das Meer, wir konnten den Sonnenuntergang unter Segeln erleben und Sternenbilder während der Fahrt bestimmen. Vor Diano wartete unser Ankerplatz auf uns, wo wir den Tag gegen 23 Uhr mit einem leckeren Curry beendeten.
Tagesbericht 16.09.
Nach der ersten Nacht zu fünft starteten wir mit einem kurzen Spaziergang inkl. Einkauf durch Imperia in den Tag. Bevor wir den Hafen verlassen konnten, wurden Lisa und Frieda noch kurz eingewiesen und ein leckeres Frühstück durfte nicht fehlen.
Bei sonnigen 25 Grad und 10kn Wind setzten wir die Segel und machten uns auf in Richtung Menton (aka Mentos). Auf dem Weg übten wir ein paar Manöver und haben den Mittagshunger mit geschmierten Brötchen vertrieben. Nach einer Badepause während der zwischenzeitlichen Flaute segelten wir in Richtung Sonnenuntergang und überquerten die Grenze zu Frankreich, bis wir schließlich im Dunkeln gegen 22 Uhr unseren Anker direkt vor der Altstadt Mentons ins Wasser ließen. Dort angekommen ließen wir den Abend mit einem lecker gekochten Chili sin Carne, einer schönen Aussicht auf die Altstadt und der Vorfreude auf das Pain au Chocolat ausklingen.
Tagesbericht 15.09.
Die vergangene Nacht verbrachte die gesamte Mannschaft an Deck, um am Morgen den Sonnenaufgang über der Bucht von Diano zu erleben. Nach dem Aufstehen nutzten wir die ruhige See für eine Runde Schwimmen bis ans Ufer und sicherten uns dabei noch einen fantastischen Schnappschuss unserer Yacht in der Bucht.
Gegen Mittag haben wir dann die Segel gesetzt. Wir absolvierten den kurzen Schlag von Diano hinüber nach Imperia, wo wir unseren Liegeplatz bezogen und Frieda sowie Lisa an Bord willkommen hießen. Auf dem Weg dorthin haben wir noch unsere Logge kalibriert. Danach erledigten wir gemeinsam den Provianteinkauf für die verbleibenden Tage, bevor wir den Abend bei einem gemütlichen Abendessen in der Stadt ausklingen ließen.
Tagesbericht 14.09.
Heute sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück an unserem Ankerplatz in der Bucht bei Diano Marina etwas baden gegangen. Dabei sind wir zu einer Unterwasserstatue direkt in der Bucht geschwommen und haben uns das Unterwasserschiff genauer angeschaut.
Da nur mäßiger Wind vorhergesagt war sind wir erst gegen 13:30 Uhr aus der Bucht losgefahren, um noch einige Manöver zu üben. Danach haben wir den Spinnaker gesetzt und sind nochmal zurück zu unserer vorherigen Ankerbucht gesegelt. Für manche der Besatzung war es das erste mal Segeln unter Spinnaker.
Während der Rückfahrt haben wir sogar ein paar Delfine gesichtet. Zum Abendessen haben wir uns dann noch ein leckeres Curry gekocht.
Tagesbericht 13.09.
Morgens nach dem Frühstück mussten wir uns ein wenig beeilen, denn wir sollten bis 11 Uhr ablegen und davor wollten wir noch Wasser tanken, einkauf und bunkern. Anschließend sind wir mit gutem Wind von 15kn weiter Richtung Westen gefahren.
Hafen von Loano
Neben der Insel Gallinara haben wir ein paar Manöver geübt und dann beschlossen unser Mittagessen unter Segeln einzunehmen. Auf schönen Raumschots gab es reichlich geschmierte Brote. Nach dem Energietanken während der Siesta, waren wir schon fast vor unserem heutigen Tagesziel, dort wurden dann noch ein paar MOB-Manöver geübt. Anschließend haben wir uns durch die Ankerlieger durchgeschlängelt um unseren perfekten Ankerplatz geschütz vor dem in der Nacht aufkommenden Westwind zu beziehen. Abends hat die gesamte Crew Nudeln mit Tomatensoße gekocht und niemand hat die Soße gesalzen. So geht ein weiterer Tag zu Ende.
Trick 293: Auch nach Tagen auf dem Meer, schmeckt die Soße ohne Salz nicht sehr.
Tagesbericht 12.09.
Nach einem frühen Start wurden wir außerhalb des Hafens von Genova von 20 kn Wind zum Start dieses Törns begrüßt. Die nach einigen Seemeilen auf uns wartende Flaute nutzten wir zum Frühstücken. Häufig von lokalen Flautenfeldern unterbrochen, fuhren wir bei schönem Segelwind von ca. 15 kn mit maximal 9,8 kn SOG und begleitet von fliegenden Fischen in Richtung Loano.
Im Hafen von Loano kam Julian am späten Nachmittag an Bord. Nach einer kurzen Einweisung fuhren wir noch einmal zum Segeln hinaus.
Nach insgesamt 38 sm und zwei An- und Ablegemanövern besuchten wir am Abend die Altstadt von Loano, gingen Pizza essen und schauten im Schiffahrtsmuseum vorbei.
Inzwischen ist es zu einer Vereinstradition geworden … Immer am letzten Wochenende im August treffen sich viele Vereinsmitglieder – oft mit Familienangehörigen – an einem der Lausitzer Seen zum Jollensegeln. Der Verein mietet von örtlichen Betreibern Optis, Yxilons oder ander Jollen, um allen Altersklassen die unmittelbare Erfahrung des Segelns auf einer Jolle nahe zu bringen. Nach Geierswalder und Partwitzer Seen sind wir nun schon das zweite Mal freundlich von unserem Partnerverein „Yacht- und Surfclub Senftenberger See e.V.“ aufgenommen worden. Wir dürfen die Einrichtungen und das schöne Gelände des Vereins nutzen, unsere Zelte aufstellen, die Boot zu Wasser lassen und abends die Grillecke nutzen. Es lag bestimmt nicht nur an dem idealen Wetter dieses Jahr, dass sich alle positiv über dieses gemeinsame Wochenende geäußert haben, denn sonst treffen sich so viele Vereinsmitglieder nur bei den Jahresversammlungen.
… und nächstes Jahr zur gleichen Zeit am selben Ort!
Doch mit Kuchen, Riegeln & Wasser war die Fahrt dann doch noch krasser
Und so haben wir die Berge hinter uns gelassen
und mussten unsern tollen Jugendtörn in Erinnerung lassen <3
Tag 10 von Antonie
Luken zu und Wasser marsch
Nach vielen blutdurstigen Mücken, die uns die letzte Nacht nicht haben schlafen lassen, gibt es heute eher Brunch als Frühstück. Dafür aber mit improvisiertem Kaiserschmarrn. Es steht Putzen auf dem Plan. Bilgen trocknen, Sachen packen, wischen usw. Mit Musik geht das gleich viel besser.
Fabi räumt in der Backskiste auf
Zwischendurch legen sich Samuel und Timm nochmal ordentlich ins Zeug, um Lenka und mich am Mast hochzuziehen, sodass Teile vom Windex getauscht werden können. Etwas gruselig ist es schon, wenn man herunterguckt, aber die Aussicht ist sehr gut.
Lenka im Mast beim Windex abbauen
Mittagessen soll es zwischendurch auch noch geben, allerdings lässt sich unser Kartoffel-Zucchiniauflauf viel Zeit. Stunden vergehen, das Boot blitzblank und es gibt endlich Essen. Frisch gestärkt gehen wir noch in den nächsten Ort und essen Eis. Der letzte Abend…schon komisch.
Die Crew bereit zur Abreise
Tag 9 von Tim
Die letzte Segeletappe
Nach einem entspannten Tagesbeginn legten wir um 13 Uhr ab und begaben uns in Richtung Genua. Nachdem sich die Brücke des Stadthafens öffnete, fuhren wir durch den Industriehafen wieder auf die offene See. Nachdem Groß und Fock gesetzt waren, segelten wir mit 5 Knoten durchs Wasser. Leider hielt der Wind wieder nicht lange an und nach einer Stunde konnten uns sogar treibende Blätter überholen. Daraufhin schmissen wir den Motor an und motorten bis in die Bucht vor Genua, wo plötzlich wieder Wind und 2.5 Meter Wellen auf uns warteten. Nach ein bisschen herumkreuzen vor dem Hafen fuhren wir an unseren Liegeplatz und machten fest. Damit haben wir die Soffio nun erfolgreich von Frejus bis nach Genua gebracht und unser Jugendtörn nähert sich leider dem Ende.
Letzter Sonnenuntergang auf See
Zum Abschluss des Tages gingen wir noch in die örtliche Pizzeria und haben es uns schmecken lassen.
Paul zeigt uns den Stopperstek mit einem Schnürsenkel
Tag 8 von Paul Wir müssen (draußen) warten
Als das Datum um eins hochzählt, befinden wir uns auf Höhe von Albenga. Mit 2 Meter Wellengang und über 20 Knoten Raumwind versucht die erste Nachtschicht die Soffio sowohl auf Kurs, als auch möglichst ruhig zu halten. Allein mit der Fock machen wir 5 Knoten Fahrt in Richtung Savona. Um kurz nach 1 Uhr ist Schichtwechsel auf Höhe von Finale Ligure. Zwei Halsen, 12,2 Seemeilen und 3 Stunden später ist erneut Schichtwechsel mit Genua in Sichtweite. Mit allen Händen an Deck und mit Blick auf die im Osten aufziehenden, von Blitzen erleuchteten Gewitterwolken, ankern wir in einer wellengeschützten Bucht unweit der Hafeneinfahrt des noch geschlossenen Hafens von Savona, um dessen Öffnung abzuwarten. Vom Verschlusszustand befreit nutzen wir die Pause um erholsamen Schlaf an frischer Luft zu tanken.
Wetterleuchten vor der Hafeneinfahrt von Savona
Schließlich öffnet sich um 9:30 Uhr die Brücke und damit die Einfahrt in den Hafen, in dem wir die Gewitterfront aussitzen werden. Nach einem perfekten Anlegemanöver gesteuert von Timm, verfällt die Crew zurück in den Zustand spontanen Einschlafens an Deck. Eine Besichtigung von Savonas beeindruckend schönen historischen Altstadt und Festungsanlage wird vom Eintreffen der Regenfront unterbrochen. Zum Zeitvertreib des restlichen Tages wurden Karten gespielt, Notfallausrüstung und dessen Ersatzbestand inspiziert, kleinere Reparaturen durchgeführt und über imaginäre Zahlen philosophiert.
Der Blick auf das Gewitter von der Festung Savonas
Die Festungsmauer von Savona
Tag 7 von Samuel
Um 07:20 Uhr klingelte der erste von vier Weckern und riss Timm und mich aus dem Schlaf. Nachdem wir schnell unsere Matratzen unter Deck verstaut hatten, machten wir uns auf den Weg zum Einkaufen. Auf der Liste standen Baguette, Wasser, Obst, fünf Lampen für die Rettungswesten und ein neuer Rettungsring, nachdem der alte sich bereits zerlegte und schon länger nicht mehr gelb war.
Als wir auf dem Rückweg vom Supermarkt unsere Einkäufe an Bord abstellten, war der Rest der Crew auf den Beinen und übernahm das Verstauen. Während wir uns noch auf eine Wanderung zum Hafenbüro am anderen Ende der riesigen Marina machten, brachten Klara und Liane ihre Rucksäcke von Bord, da sie sich schon früher verabschieden mussten.
Die Jugendcrew, jetzt nur noch zu sechst, läuft aus dem Hafen von Sanremo aus
Pünktlich um 10 Uhr konnten wir mit einer Crew von sechs Personen ablegen und Timm manövrierte uns sicher aus dem Hafen. Mit gut 12 Knoten Wind von vorne kreuzten wir Richtung Nordost. Ziel war eine kleine Bucht, in der eine Statue unter Wasser zu besichtigen war. Als wir dort gegen 16:30 Uhr ankamen und einen Platz zum Ankern suchten, wurden wir noch von einer spontanen Mann-über-Bord-Übung von Paul überrascht.
Guter Segelwind auf dem Weg nach Savona
Mal ordentlich Schräglage
Schließlich vor Anker peilten wir grob die Richtung der Statue und schnorchelten los. Nach etwa 140 m von der Soffio entfernt wurden wir fündig. In etwa 9 Metern Tiefe stand die Statue „Stella Maris“: eine Frau mit einem Kind im Arm und einem langen Mantel, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
Die Unterwasserwelt beim Ankern, gezeichnet von Paul
Erschöpft vom Erkunden wartete an Bord noch Arbeit auf uns. Gemeinsam tauschten wir den Rettungsring und verknoteten die erst kürzlich neu angeschaffte Blitzboje. Außerdem wechselten wir die defekten und abgelaufenen Lampen in den Rettungswesten.
Nach diesen Vorbereitungen waren wir startklar für unsere Nachtfahrt und verließen die Ankerbucht, in der mittlerweile der Schwell deutlich zu spüren war. Um 21:00 Uhr lichteten wir den Anker und segelten unter Fock mit bis zu 9 Knoten Richtung Savona.
Tag 6 von Liane
Heute starteten wir nach einem entspannten Morgen in die, für mich und Klara, letzte Etappe des Jugendtörns. Morgen früh werden wir beide abreisen und die Jugendcrew wird den Rest der Strecke nach Genua zu sechst bewältigen. Aber heute geht es erst einmal noch nach Sanremo.
Nachdem wir uns per Motor etwas vom Land entfernt hatten, kam eine relativ gute Brise auf und wir segelten mit ca. 3 Knoten. Inzwischen sind unsere Skipper zu Überraschungs-Fender-über-Bord Manövern übergegangen, um unsere Reaktionsgeschwindigkeit zu testen. Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir der Törn mit den meisten MOB-Manövern jemals sind. Sowohl unter Motor als auch unter Segel haben wir es jetzt alle drauf.
Am späteren Nachmittag lagen wir dann aber leider wieder in einer Flaute, nutzten die Möglichkeit aber für eine wohlverdiente Badepause. Tierisches Highlight war heute, dass ein Schmetterling an Bord landete und sich mehrfach sehr zutraulich neben uns setzte. Kurz vor Sanremo frischte der Wind nochmal auf, was wir natürlich direkt nutzen mussten, um mal ein paar Manöver zu üben. Nach zahlreichen Wenden, Halsen und Kuhwenden hatten wir ein tolles Muster in unseren Track gezeichnet, der heutige Navigator Fabi war sehr stolz auf sein Werk.
Flautensegeln
Bootstiere
Trackgeometrie
Die große Challenge des heutigen Tages war dann das Anlegen. Im Hafen gab es plötzlich Böen mit teilweise über 17 Knoten, die ständig unseren Bug rumdrückten, was das Anlegen sehr erschwerte. Die Marinieros konnten auch nur Italienisch, was die Hilfestellungen nicht ganz so hilfreich machte. Mit sehr viel Rumschieben, neu ansetzen, und „avanti! piano!“ haben wir es dann aber doch ohne jegliche Unfälle geschafft. Nur bei der einen Mooringleine des Hafens mussten wir beim Rausholen feststellen, dass sie kaputt war, der Hafenmeister hat uns aber versichert, dass eine auch reicht. Unseren Nachbarn, die uns beim Anlegen auch sehr unterstützt haben, haben wir beim Anleger trinken dann auch noch ein Getränk rübergegeben, als kleiner Dank.
Anlegerpudding
Nach dieser aufregenden Aktion brauchten wir auch alle erstmal einen Schokopudding. Während dem schönsten Sonnenuntergang des ganzen Jugendtörns wurden dann Nudeln „Cacio e pepe“ gekocht und abends spazierten wir noch durch die Altstadt von Sanremo, natürlich mit Gelato.
Tag 5 von Antonie „Wir haben keinen Platz für Sie“
Heute mal 7.30 Uhr aufstehen… oder auch 8 Uhr. Trotzdem geht es erstmal mit dem Dingi in die Altstadt von Villefrache-sur-Mer, um durchzulaufen und zu erkunden, aber auch um Pain au Chocolat und Croissants zu essen. Lecker! Die Altstadt ist wirklich sehr hübsch. Zurück auf dem Boot bezahlen wir die aktuelle Boje und widmen uns der nächsten Mission: einen Hafenplatz in Monaco für die nächste Nacht reservieren. Denn der erste Hafen hat bereits abgesagt. Also werden noch weitere angefragt oder angerufen und nach und nach Absagen kassiert. Damit haben wir nicht gerechnet. Auch die Häfen in Menton und weiteren Orten haben uns alle abgesagt – „Wir haben keinen Platz für Sie“. Zwischendurch gehen wir noch kurz am Riff tauchen und sehen viele Fische und der Keilriemen wird gewechselt. Irgendwann ist unsere letzte einigermaßen gute Möglichkeit Ventimiglia…und sie sagen zu, yay :D. Also auf geht’s 16 Seemeilen in den nächsten Hafen. Leider ohne Wind.
Kurz bevor wir den Hafen erreichen, hisst Lenka die italienische Flagge, denn wir sind in ,,bella Italia“ angekommen. Dann machen wir noch ein paar MOB-Übungen. Da die Bedingungen günstig sind, wollen wir wissen, wie es ist, einen richtigen Menschen zu bergen, um im Ernstfall gut vorbereitet zu sein. Wir probieren verschiedene Techniken aus, aber alle klappen einigermaßen gut, sodass Samuel, Klara und Lenka heil wieder an Bord sind.
Unser erstes alleiniges Anlegemanöver in Ventimiglia kann sich durchaus sehen lassen. Da das Boot neben uns jedoch sehr unpraktisch festgemacht hatte, mussten wir unsere Mooringlines nochmal nachspannen, um nicht von dem Boot abgedrängt zu werden. Unsere Physiker Paul und Fabi haben sich dafür sehr interessante Techniken einfallen lassen.
Keilriemenwechsel
Nachspannen von Mooringleinen.
Zum Abschluss des Tages gehen wir essen. Natürlich Pizza, wo wir doch gerade in Italien angekommen sind. Noch eine lang ersehnte Dusche und dann ab ins Bett.
Der perfekt kreisrunde Hafen von Ventimiglia
Tag 4 von Lenka
Der Tag begann mit einem üppigen Frühstück und Morgenschwimmen. Gestärkt ließen wir die Île Sainte-Marguerite mit all ihren großen Yachten und Hubschraubern und Rutschen hinter uns, um weiter in Richtung noch größerer Yachten und Hubschrauber zu segeln.
Auf dem Weg wurde das erste MOB unter Segel erfolgreich geübt. Weiter segelten wir flott in den alten Hafen von Nizza um Klara, Toni, Fabi und Lenka abzusetzen.
Nach ca. anderthalb Stunden umherkreuzen vor Nizza haben wir sie plus Essenseinkäufe wieder eingesammelt und haben unser eigentliches Ziel Villefranche-sur-Mer erreicht. Nach zwei Versuchen war unser Ankermanöver endlich erfolgreich, doch der Abend nahm noch eine spannende Wendung: Denn in der inzwischen ziemlich dunklen Bucht braute sich ein Gewitter zusammen und der Schwell und die Windböen nahmen stetig zu, entgegen der Vorhersagen, sodass unsere Anker ins Rutschen kam.
Unser vermeintlich schöner Ankerplatz kurz bevor das Gewitter anrückte
Schnell wurden auf das Kommando unserer Skipper die Schwimmwesten angezogen und Aufgaben verteilt. Während der Anker gelichtet wurde, wurde der nächste Hafen in Nizza kontaktiert – welcher leider schon geschlossen hatte. Doch, wie es das Glück so wollte, fanden wir noch ein ungekennzeichnetes Bojenfeld, welches uns den Abend rettete (und etwas telefonische Beratung von Carsten hat auch dazu beigetragen).
Mit der maximalen Länge von 12 Meter für die Boje war es eine Punktlandung und wir konnten endlich unser Abendbrot beenden und den Abend erleichtert und glücklich über unser erfolgreiches Teamwork-Erlebnis ausklingen lassen.
Tag 3 von Fabian … Einmal um den Block
Sonniger Morgen vor der Île Sainte-Marguerite – nach einer ausgiebigen Schwimmrunde und Frühstück hieß es um 12 Uhr dann auch schon: Anker auf.
Unser Plan: In der Bucht von Cannes verweilen und das große Feuerwerkfestival mit bester Sicht direkt vom Boot aus genießen.
Dafür hofften wir einen Bojenplatz vor dem Fort de Sainte-Marguerite mit hoffentlich perfektem Blick über die Bucht zu ergattern. Allerdings hatten nicht nur wir diese Idee und entsprechend viel war los. Dank Pauls Manövrierkünsten und Lianes Kartenlese-Erfahrung meisterten wir die Flachwassergebiete ohne auf Grund zu laufen, das Lot ständig im Blick. Tatsächlich fanden wir noch eine freie Boje. Trotz der Wellen durch die zahlreichen Yachten und Fähren gelang unser erstes Festmachen mit dem Bojenhaken „problemlos“.
Unser Bojenplatz mit dem Blick auf das Fort de Sainte-Marguerite
Danach Dingi zu Wasser, alle Mann rein, paddeln und ab auf die Insel und zum Fort.
Am Ende des Abends erwies sich unser Bojenplatz als Volltreffer: freie Sicht auf die Bucht und direkt vor uns das Feuerwerk.
Das Feuerwerkfestival von Cannes
Dazu verspeisten wir den frisch gebackenen, improvisierten Geburtstagskuchen von Paul. Wir hatten heute auch schon zu jeder Gelegenheit eine Gesangseinlage für ihn eingelegt. Nach dem Feuerwerk ließ der Lichterstrom von Steuerbord und Backbordlaternen sowie das Hupkonzert der Signalhörner erahnen, wie voll die Bucht tatsächlich gewesen war. Mit dem Fachsimpeln über die richtige Lichterführung und dem ausgiebigen Testen unseres Signalhorns ging der Tag dann zu Ende.
Tag 2 von Klara
Die jüngste Crew der Soffio beginnt ihre Reise nach Genua
Heute war unser erster Segeltag nur zu acht. Das heißt, das erste Mal lag die vollständige Verantwortung bei unseren Skippern Timm und Paul. So verließen wir gegen 12 Uhr den Hafen von Frejus und begannen unsere Fahrt als jüngste Crew, die jemals auf der Soffio gesegelt ist. Die ca. 20 Seemeilen lange Fahrt verlief sehr angenehm. Mit 2-5 Knoten kreuzten wir mit Groß und Fock unseren Weg zur Iles de Lérin kurz vor Cannes. Unterwegs wurde unsere Fahrt nur von spontanen MOB-Manövern unterbrochen, diesmal um Plastiktüten und eine Käppi (nicht unsere) aus dem Wasser zu bergen. Schließlich ankerten wir, zum ersten Mal alleine und sehr erfolgreich, gegen 18:30 Uhr zwischen den Iles de Lérin. Dort nahmen wir dann alle unsere zugewiesene Rettungsweste zur Hand und öffneten sie unter Anleitung von Samuel, um zu überprüfen ob noch alles, z. B. die Lampen, intakt ist. Samuel zeigte uns auch wie man die Rettungsinsel benutzt und wir teilten die Notrollen zu. Nach dieser interessanten und wichtigen Lehrstunde ließen wir den Tag entspannt mit einem Chili sin Carne, Lichterketten und Musik ausklingen.
Die junge Crew der Soffio legt ab
Prüfung der Rettungswesten
… noch mehr Rettungswesten
Tag 1 von Jugendskipper Tim
Unser erster Tag begann mit einem ordentlichen Frühstück. Nachdem wir alle gestärkt waren, wurden wir von Carsten in die Bordtechnik der Soffio eingewiesen. Er begleitete uns heute auch noch, sozusagen als Probetag. Dann haben wir gemeinsam das Ablegemanöver durchgesprochen, um alle Fragen zu klären. Nach dem erfolgreichen Ablegen setzten wir Kurs auf die Tankstelle, wo wir seitlich anlegen übten. Nachdem wir 80 Liter getankt hatten, fuhren wir für Übungsmanöver aus dem Hafen in die Bucht von Fréjus. Jeder spielte einmal das Mann über Bord Manöver durch, bis sich jeder sicher fühlte.
Erschwertes Manöver mit Mittagessen in der Hand
Aufnahme des Fenders
Unser Track nach sehr vielen MOB-Manövern
Im Anschluss setzten wir die Segel und segelten zum Baden in die Bucht vor Saint Aygulf. Wir entschieden uns dann vor Anker das Groß zu setzen und unter Segeln den Anker aufzuholen, etwas dass wir alle zum ersten Mal ausprobierten. Zum Anlegen in Fréjus hatten wir optimale Bedingungen, sodass dies auch einwandfrei gemeistert wurde. Nach einem gemütlichen Abendessen entschieden wir uns spontan zum nächtlichen Baden am Strand.
Gemütlicher Abend auf der Soffio
Insgesamt haben wir heute schon viel gelernt, Carsten alle Fragen gestellt, die wir hatten und uns auch untereinander schon kennengelernt. Wir sind bereit die Soffio nach Genua zu bringen.
Zehn Tage ist es erst her, dass die erste Jugendcrew des Jahres in Genua die Soffio enterte. Gefühlt sind jedoch 3 Wochen vergangen, so viel haben wir seitdem gesehen und so routiniert laufen inzwischen alle Manöver ab. Nach einer ruhigen Nacht vor Anker direkt neben St. Tropez (es wurde wieder spät) klingelt heute tatsächlich einmal der Wecker, denn es ist schon der letzte Tag des Törns und wir wollen pünktlich im Übergabehafen sein, um die Soffio für die nächste Crew frisch zu machen. So geht also um 8:45 Uhr der Anker auf und 5 Minuten später steht das Großsegel. In der leichten, zunächst noch ablandigen Morgenbrise lassen wir die Maschine anfangs noch etwas mitlaufen, während das Frühstück vorbereitet wird. Mit Obst, Yoghurt, Müsli und Kaffee (für den Skipper) treiben wir eher, als dass wir segeln um die markante Südtonne auf der Untiefe La Seche a l’Huile, einem Felsriff am Ausgang des Golf von St. Tropez, welches je nach Quelle entweder nach dem dort vor mehr als 100 Jahren aufgestellten ölbetriebenen Leuchtfeuer oder den dort gefangenen und anschließend in Öl eingelegten Tintenfischen benannt ist. Zum Glück setzte bald die tägliche Seebrise ein, sodass wir tatsächlich noch ein gutes Stück in Richtung unseres Etappenziels segeln können: Nach der Absage durch den Vieux Port St. Raphael hatten wir einen Liegeplatz in Port Frejus ergattert (56 Euro pro Nacht inkl. Wasser, Strom und Duschen). Diese Wahl sollte sich für die Übergabe an die Folgecrew noch als glückliche Fügung herausstellen. Zuvor wurde noch ein letztes mal geankert und gebadet. Das Anlegemanöver im Hafen Frejus durch Skipper-of-the-day Eva fiel diesmal etwas herausfordernder aus, da kurz vor der Boxengasse noch gedreht, und rückwärts eingefahren werden musste. Dank der Zusammenarbeit in der Crew wurde auch dies gemeistert und vom Hafenmeister mit einem Kopfnicken anerkennend quittiert. Der Rest des Tages verlief weiter genauso ereignisreich wie der bisherige Törn: Kleinreparaturen, Deck schrubben und Klar Schiff, Wassertanks füllen, neue Crew begrüßen, Umzug ins Appartement bzw. Verabschiedung des ersten Crewmitgliedes, Einkaufen, Sonnenfinsternis bestaunen, gemeinsames Pizzaessen der alten und der neuen Crew im Cockpit der Soffio, sowie zum Abschluss Party mit OpenAir Musik auf der Hafeninsel.
Ankern vor St. Tropez
Großeinkauf mit der neuen Crew
Die Soffio mit der Sonnenfinsternis
Ein großes Dankeschön an unsere mitsegelnden jugendlichen Mitglieder für einen sehr aktiven und vielseitigen Törn. Ich bin sicher, es bleibt mehr zurück als Tanlines und hoffe ihr geht auch bald ohne „Betreuung“ einmal allein an Bord und macht einfach euer Ding.
Beide Jugendcrews sind vereint
Tag 10 von Jette
Am Morgen starteten wir relativ früh in den Tag: während eine Gruppe das Frühstück vorbereitete, machte die andere schon einmal das Dinghi startklar. Denn es soll nach Port Grimaud gehen. Die Stadt ist an Venedig angelehnt, mit kleinen Wasserwegen und Häusern direkt am Wasser. Wir fuhren mit Musik durch die Kanäle und genossen die besondere Atmosphäre, ein Eis musste auch sein. Nachdem wir so ziemlich jeden Kanal befahren haben, ging es zurück zur Soffio.
DIe Jugendcrew im Dinghi
Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns zum Segeln bereit. Heute haben wir wieder MOB-(Mann über Bord) Manöver geübt. Dieses Mal übten wir die Bergung aber während des Segelns und nicht mit laufendem Motor.
Danach holten wir den Spinnaker heraus und lernten ihn zu setzen. Das bunte Segel bereitete uns besonders viel Spaß und wir konnten ein wenig damit experimentieren.
Der Spinnaker wurde gesetzt!
Nachdem der Spi wieder eingepackt war, konnten wir uns noch mit einem Fender über Bord schwingen und ins Wasser fallen lassen. Das war eine willkommene Abkühlung und hat sehr viel Spaß gemacht.
Insgesamt sind wir beim Spaßsegeln viel gekreist und auf der Stelle gefahren, hatten am Ende aber durch die verschiedenen Manöver mit dem MOB, dem Spinnaker und später auch beim Schwingen 7,5 Seemeilen zurückgelegt.
Unser Track nach einem manöverreichen Tag
Am späten Nachmittag ankerten wir direkt vor Saint Tropez und fuhren nach dem Abendbrot noch einmal mit dem Dingi an Land. Dort schlenderten wir zunächst am Hafen entlang Richtung Leuchtturm. Dabei konnten wir die beeindruckenden Yachten bestaunen. Nach Eis und Crêpe ging es langsam aber sicher wieder Richtung Boot, wo wir den Tag ausklingen ließen.
Die Crew des Jugendtörns am Leuchtturm von Saint Tropez mit Blick auf die Soffio vor Anker
Insgesamt war es ein sehr ereignisreicher und abwechslungsreicher Tag. Besonders das Segeln, die vielen Aktivitäten auf dem Wasser und der Besuch in Saint-Tropez machten den Tag zu einem schönen Erlebnis.
Tag 9 von Erik
Nach einer lustigen Nacht mit einem sehr erfrischendem Schauer starteten wir in einen Tag, der sich letztendlich anders entpuppte als erwartet. Wir gingen zuerst schwimmen und die Insel Porquerolles erkunden. Währenddessen haben Carsten und Liane auch etwas an der Logge gebastelt, sind aber noch zu keinem Ergebnis gekommen.
Nach dem Mittagessen und ein bisschen Entspannung planten wir 6 Seemeilen nach Port Cros überzusetzen. Doch nachdem wir mit bis zu 9 Knoten unterwegs waren, entschieden wir uns, obwohl es schon ziemlich spät war, doch bis in die Bucht von Saint Tropez zu segeln. Wir refften zwischenzeitlich und der Schwell sowie der Wind kamen meist achterlich, weshalb wir schön die Wellen surfen konnten. Ein weiteres Highlight waren die ersten Delfine, die wir während diesem Jugendtörn sahen. Sie begleiteten uns kurze Zeit und munterten uns nochmal auf. 38 Seemeilen und ein Abendbrot später kamen wir letztendlich vor Port Grimaud an und warfen den Anker. Alles in allem stellte sich der Tag als sehr spaßig und seglerisch anspruchsvoll heraus und jeder lernte heute etwas dazu, zum Beispiel wie sich die Thermik nahe an Inseln mal eben schnell verändern kann.
Wellen surfen mit 9 Knoten gen Saint Tropez
Skipper Carsten hat bewiesen, dass man auch bei Wellen eine perfekt gerade Linie steuern kann
Nachts kurz vor Ankunft im Golfe de Saint-Tropez
Tag 8 von Mathilde
Da wir gestern von unserem Abendspaziergang erst spät an Bord zurück waren, haben wir heute erst mittags abgelegt. Jedoch waren wir sehr produktiv, weil alle einmal Anlegen und Ablegen an unserem längsseitigen Liegeplatz geübt haben – durch das Eindampfen in die Vorspring. Dabei wurden wir lustigerweise von einem Marinerio gefragt, ob wir Probleme haben, da wir so seltsam fahren würden, doch als wir ihm unsere Übung erklärten, lachte er nur.
Mit wenig Wind starteten wir in unseren heutigen Trip, doch nachmittags frischte der Wind glücklicherweise auf, sodass wir auch endlich mal wieder richtige Schräglage erlebt haben. Durch den Fahrtwind war die Hitze erträglich und zwischendurch bei langsamer Fahrt konnten wir uns auch an die Badeleiter hängen. Da sich die Windrichtung auch gedreht hatte, mussten wir schließlich zu unserem Ziel, der Insel Porquerolles, kreuzen und legten somit 20,8 Seemeilen zurück.
Eine unserer Wenden
Dort ankerten wir in einer schönen, aber auch sehr beliebten Bucht. Nach einer ausgiebigen Schwimmrunde haben wir lecker gegessen und konnten in der Bucht den Sternenhimmel beobachten und gingen mal verhältnismäßig früh schlafen 😉
Anlegemanöver üben im Hafen von Cavalaire-sur-Mer
Kreuzen Richtung Porquerolles
Sonnenuntergang in der Bucht
Tag 7 von Liane
Nach einer ruhigen Nacht in der Bucht von Agay holten wir relativ früh den Anker ein, da wir uns heute viel vorgenommen hatten.
Morgens in der Bucht von Agay mit Blick auf das Esterel-Gebirge
Eigentlich wollten wir nämlich 43 Seemeilen bis zu den Îles d’Hyères segeln, da die Windvorhersage gestern auch sehr gut aussah. Diese hatte sich jedoch über Nacht wieder verschlechtert, sodass wir schon morgens fast sicher wussten, dass wir es segelnd nicht schaffen werden. Unterwegs haben wir uns deshalb den Hafen von Cavalaire-sur-Mer als Zwischenziel ausgesucht.
Die geplante Route zu den Îles d’Hyères
Auf dem Weg waren wir während einer Flaute auch baden. Nach 25 Seemeilen kamen wir gegen 18 Uhr an und legten zum ersten Mal bei diesem Jugendtörn längsseits an. Ein Teil der Crew ging einkaufen und die anderen haben die Soffio klargemacht und zum Beispiel die Wassertanks aufgefüllt und mal das Deck etwas sauber gespült.
Abends sind wir dann in der Stadt essen gegangen, diesmal richtig französisch, mit Galettes, Crepes und Salades.
Danach haben wir einen kleinen Nachtspaziergang zu einem Aussichtspunkt gemacht, von wo wir die Bucht und den Hafen sehr schön sehen konnten. Nach diesem tollen Tagesabschluss sind wir alle müde in die Kojen gefallen.
Die Jugendcrew am Aussichtspunkt von Cavalaire-sur-Mer
Tag 6 von Samuel
Von Hamburg nach Antibes
Nachdem ich bis gestern noch auf meinem Ausbildungsschiff arbeiten musste, konnte ich mich heute endlich auf den Weg zu den anderen machen. Mein Tag begann um 04:00, als mein Wecker mich nach einer zu kurzen Nacht aus dem Schlaf riss und ich mich auf den Weg zum Flughafen machte. Um 06:00 saß ich dann auch schon im Flieger nach Nizza.
Dort gelandet, machte ich mich mit meinen zwei viel zu großen Rucksäcken auf die Suche nach einem Zug, der mich nach Antibes zur Soffio bringen sollte. Auf Vesselfinder hatte ich beobachtet, dass diese seit dem Abend davor in Port Vauban lag. Spontan ein Ticket für den Zug gekauft und schon fuhr ich direkt den Strand entlang Richtung Süden. In Antibes angekommen, sammelte Carsten mich am Bahnhof ein und rief per Funk ein E-Golfcart, das uns bis zum Steg fuhr, an dem die Soffio lag.
Dort wurde ich sofort herzlich empfangen und lernte Jette und Mathilde kennen. Nachdem die restliche Crew von einem kleinen Einkauf zurück war, gab es erst einmal Frühstück mit leckeren frischen Croissants. Unsere Skipperin des Tages, heute Eva, machte sich anschließend auf den Weg zum Marina-Office, um die letzten Formalitäten zu erledigen, sodass wir pünktlich um 12:00 auslaufen konnten.
Mit Kurs Südwest segelten wir an der französischen Küste entlang und machten nachmittags an einer Boje vor den Ile de Lerin bei Cannes fest. Dort wurde ein Badestopp eingelegt und dann ging es weiter bis in die Bucht von Agay. Unterwegs haben wir auch den Großbaumniederholer erneuert. Dazu hat Carsten uns erklärt, dass es sich um ein hohles Seil handelt und wir haben einen „Brummelspleiß“ gelernt.
Ankern vor den Ile de Lerin mit Blick auf Cannes
Eva beim Brummelspleiß
Einfahrt in die Bucht von Agay im Sonnenuntergang
Kurz vor Sonnenuntergang warfen wir den Anker und beobachteten aus dem Wasser die Abendsonne. Anschließend ließen wir den Abend entspannt an Deck mit Musik ausklingen. Nachts hatten wir noch eine lustige Begegnung: einige Franzosen in einem Dingi haben ihr Boot im Ankerfeld nicht mehr gefunden und kamen bei uns vorbeigepaddelt, um zu gucken, ob sie hier richtig waren. Da haben wir unseren neu angeschafften Handstrahler verwendet, um ihnen mehrere Boote anzuleuchten, sodass sie dann doch noch erfolgreich ankamen 🙂
Tag 5 von Eva
Nach einer ruhigen aber heißen Nacht sind wir in der Bucht von Villefranche-sur-Mer aufgewacht und entschieden uns aufgrund des schwachen Windes einen gemütlichen Morgen in der Bucht zu verbringen. Wir erkundeten diese mit dem Dingi und bestaunten die Superyachten und Villen. Nach einer kurzen Abkühlung im Wasser lifteten wir den Anker und segelten mit dem leider immer noch recht schwachen Wind mit gemütlichen 3-4 Knoten Richtung Antibes. Eva war heute „Skipper of the Day“, hat also die Aufgaben eines Skippers übernommen und Entscheidungen getroffen. Unser Skipper Carsten beobachtet unsere Handlungen aber natürlich trotzdem und sagt Bescheid wenn er Bedenken hat (das ist heute aber nicht vorgekommen). Am Hafen angekommen, bereiteten wir alles für die Ankunft vor und Eva steuerte das Anlegemanöver. Dort zeigte Carsten ihr auch wie das Anmelden im Hafenbüro als Skipper so abläuft. Danach erkundeten wir noch alle zusammen die schöne Altstadt von Antibes und ließen den Tag beim gemeinsamen Abendessen und bummeln ausklingen.
Morgen in der Bucht von Villefranche-sur-Mer
Unterwegs in der Altstadt von Antibes
Tag 4 von Jette
Von Monaco zur Bucht von Villefranche-sur-Mer Strecke: 6 Seemeilen.
Den Morgen verbrachten wir zunächst im Hafen von Monaco. Da wir bereits am Vorabend beschlossen hatten, den Pool des Yachtclubs noch einmal zu nutzen, begann der Tag mit einer kurzen Erfrischung, bevor wir gegen 11:45 Uhr ausliefen. Unser Tagesziel war die nur sechs Seemeilen entfernte Bucht von Villefranche-sur-Mer. Da der Wind jedoch nur schwach war, dauerte die Überfahrt etwa drei Stunden und wir übten das Flautensegeln. Während der Fahrt konnten wir erstmals die französische Flagge hissen. Nach unserer Ankunft nutzten wir das klare Wasser der Bucht zum Schwimmen und Schnorcheln. Dabei konnten wir zahlreiche Fische sowie Teile eines Schiffswracks entdecken. Nach einer gemeinsamen Stärkung machten wir uns am Abend mit dem Dingi auf den Weg an Land, um die Altstadt von Villefranche-sur-Mer zu erkunden. Auf dem Weg in die Stadt begegneten uns Kaktusfeigen, von denen wir einige pflückten und probierten. Anschließend besichtigten wir eine Kirche und erledigten noch den Einkauf fürs Frühstück. Den Abend ließen wir schließlich mit einem Eis am Ufer ausklingen und genossen den Blick auf die Küste. Vom Dingi konnten wir die beleuchtete Stadt auch noch einmal vom Wasser aus bewundern. Insgesamt war es ein sehr gelungener Tag.
Die französische Flagge wird gehisst
Bucht von Villefranche-sur-Mer
Villefranche-sur-Mer am Abend
Aussichtspunkt über die Bucht
Tag 3 von Erik
Nach einer relativ schaukligen Nacht in der Bucht von Laiguelia holten wir um 8 Uhr den Anker in der Hoffnung ein, den angesagten Wind zu erwischen. Schon nach ein paar Minuten setzten wir das Groß und auch direkt die G3. Anfangs machte uns der Schwell aus unterschiedlichen Richtungen noch leichte Probleme beim Steuern, jedoch bekamen wir das ziemlich schnell unter Kontrolle. Nach dem Frühstück frischte der Wind auf und sowohl Wind als auch Welle kamen von Achtern. Mit Eva am Steuer erreichten wir unseren Rekord von 11,1 Knoten schon am Vormittag. Die See nahm allerdings immer weiter an Welle zu, weshalb wir zuerst refften und dann das Großsegel ganz wegnahmen. Wir segelten jedoch weiterhin mit ca. 6 Knoten Richtung Monaco.
Schließlich erreichten wir den Ort gegen 15:30 an und legten am Yachtclub de Monaco an. Wir segelten heute insgesamt 43,5 Seemeilen. Später nahmen wir noch den Pool vom Yachtclub in Anspruch und erkundeten den Hafen und die Altstadt, wo wir essen gegangen sind. Die Stadt und der Yachtclub haben uns ziemlich beeindruckt und waren ein ungewohnt luxuriöses Erlebnis.
Die Soffio im Yachthafen von Monaco
Die Jugendcrew in der Poolbar des Yachtclub de Monaco
Mit „SY Soffio“ bedruckte Chipkarten für die Anlagen des Yachtclubs
Tag 2 von Mathilde
Nach unserer späten Ankunft gestern in Loano sind wir heute dementsprechend spät aufgewacht, haben dann zügig unseren Großeinkauf gemacht und die Soffio klariert. Kurz nach 12 sind wir leider mit genauso wenig Wind wie am gestrigen Tag gestartet. Trotzdem sind wir ein paar Seemeilen ohne Motor gesegelt und konnten die (leichte) frische Seebriese genießen. An der Isola Gallinara gab es einen ausgiebigen Badestopp und wir konnten viele Fische sehen, die Bucht erkunden und viele Sprünge ins erfrischende Wasser machen.
Ankern vor Gallinara bei spiegelglatter See
Unser eigentliches Ziel Sanremo konnten wir wegen des sehr geringen Windes leider nicht mehr erreichen, weshalb wir uns für die vor Schwell geschützte Bucht bei Laigueglia entschieden. Für morgen früh wird dafür deutlich mehr Wind angesagt. Hier hatten wir nochmal Badespaß, haben anschließend lecker gekocht und konnten unter dem Sternenhimmel einschlafen.
Baden vor Laigueglia
Tag 1 (02.08.2026) von Liane
Nachdem wir gestern Abend mit der vorherigen Crew in der Marina Genova essen waren, übernahm die Jugendcrew heute morgen offiziell die Soffio. Diese besteht aus unserem Skipper Carsten und der Crew: Erik, Liane, Mathilde, Eva und Jette. Samuel wird in ein paar Tagen auch noch zu uns stoßen.
Nach einer ausgiebigen Einweisung wurde mittags das erste Ablegemanöver gefahren. Außerhalb des Verkehrstrennungsgebietes vor Genua übten wir dann Mensch-über-Bord Manöver mit zwei Fendern. Dabei übernahm jeder mal das Steuer und die verschiedenen Rollen, sodass wir es nun alle drauf haben.
Mathilde beim erfolgreichen Aufnehmen des MOB
Unser Track nach vielen MOB-Manövern
Nachdem wir unsere Kreise gedreht hatten, siehe unseren interessanten Track auf Navionics, nahmen wir Kurs auf Loano. Leider ließ der Wind jedoch zu wünschen übrig, blies mit gerade einmal 3 bis 4 Knoten aus Südwesten, unserer Zielrichtung. Nach einer Weile gingen wir dann zum Motorsailing über, damit wir noch rechtzeitig im Hafen ankommen. Zwischendurch haben wir uns aber auch mal treiben lassen und einen Badestopp eingelegt. Mit Abendessen in der Hand war dann schon die Stadt Loano in Sicht und gegen 22 Uhr haben wir endlich angelegt.
Sonnenuntergang an der Küste bei Loano
Ein kleiner Spaziergang mit Gelato durch die Altstadt musste aber trotzdem noch sein. Damit ist der erste Tag des Jugendtörns schon vorbei, jedoch war er so ereignisreich, dass es sich anfühlt als wären wir schon länger hier.
Die erste Hälfte des Jahres liegt schon wieder hinter uns. Was hat sich bei Schotbruch getan? Wie ist die Segelsaison angelaufen?
Work & Sail
Nach der jährlichen Mitgliederversammlung im Februar wurde der nächste Schwerpunkt auf die Vorbereitung der Soffio auf die aktive Segelsaison gelegt. Mit einem Teil der anstehenden Arbeiten wurde die nebenan liegende Werft beauftragt. Arbeiten, welche keine tiefergehenden Spezialkenntnisse erfordern, hat unser Bootswart für die bereits traditionellen Work&Sail-Events ausgeschrieben. Zwei Teams fuhren Ende März und im April nach Süden, um unser Boot für die Crews wieder voll segeltüchtig zu machen. Insbesondere Stefan & Stefan investierten mehrere Tage für die Arbeiten vor Ort. Neben Ölen der Teakholzteile gehörte auch der Tausch von in die Jahre gekommenen Ventileinsätze bei den zahlreichen Leitungsverbindungen sowie das Entrosten und Versiegeln der Kielaufhängung und, und, und dazu. Leider kam dabei wieder einmal der Teil „Sail“ in „Work&Sail“ zu kurz.
Vielen Dank an unsere Vereinsmitglieder, die wieder einmal viel persönliche Zeit in den Zustandserhalt unserer Soffio gesteckt haben.
Erste Törns
Kurz darauf erfreuten sich die ersten Vereinsmitglieder eines Boots im guten Zustand.
Darunter befand sich auch eine Crew, die sich auf Ihre SKS-Prüfung auf Elba vorbereitete. Dabei lernten sie von Sturm bis spiegelglatte See so ziemlich alle möglichen Wetterbedingungen kennen. In Portoferraio, dem Prüfungsaustragungsort, erwies sich das Üben von Anlegemanövern als unerwartet schwierig, da dies fast überall unerwünscht bzw. verboten ist. Dennoch wurde der Prüfungstermin mit guten Erfolg wahrgenommen. Durch Starkwind geriet die Gruppe in Zeitnot, die Soffio rechtzeitig bis zum Flug nach Genua zu überführen. Sobald es die Bedingungen erlaubten, wurde abgelegt und bei einem sehr langen Schlag auch in der Nacht gesegelt. Das Ansteuerung des unbekannten Jachthafen von Genua bei Nacht erwies sich wegen der unvollständigen Kennzeichnung von Gefahrenstellen auch nicht als einfach. Der Anleger deutlich nach Mitternacht ließ nur wenige Stunden bis zum Aufbruch zum sehr frühen Rückflug. Insgesamt kein ganz „alltäglicher“ Törn für die Prüflingscrew.
Der Yachthafen liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum lokalen Flughafen. Das Hafenbüro bietet einen kostenlosen Shuttle-Service vom / zum Flughafen bei rechtzeitiger Voranmeldung an.
Ab 01. Mai 2026 ist der folgende Liegeplatz für die Soffio in der Marina Genova reserviert: G 13
Anreise
Anreise mit dem Flugzeug
Wegen der Nähe des Flughafens bietet sich eine Anreise mit dem Flugzeug an. Aus Deutschland ist Genua mit einem täglichen Flug von München angebunden (Lufthansa bzw. Air Dolomiti im Auftrag von Lufthansa).
Da beim Zubringerflug aus Dresden oder einer anderen Stadt kein Wechsel der Fluggesellschaft notwendig wird, sind meist günstige Verbindungstickets verfügbar.
Falls die Bootsübernahme an einem anderen Hafen erfolgt, ist zu berücksichtigen, dass die Mietwagenschalter auf dem Flughafen Genua spätestens 23:00 Uhr schließen und morgens um 7:30 wieder öffnen. Autovermietungen auf dem Flughafen von Genua
Anreise mit dem Auto
Für Anreisende mit dem Auto stehen Parplätze direkt an der Pier zur Verfügung. Das Parkticket, welches über die gesamte Saison und den Jahresanfang 2027 gilt, erhaltet ihr vom Vorstand. Das jeweilige Kemmzeichen muss dann noch eingetragen werden.
Segelrevier
Die bliebten Inseln Korsika, Elba und Sardinien erfordern von Genua aus längere Schläge:
Elba:
Protoferraio: 115 sm
Korsika:
Bastia: 110 sm
Sardinien:
Olbia: 225 sm
Die ligurische and toskanische Küsten bieten jedoch ebenso lohnende Ziele.
… alsbald werden hier noch mehr Informationen, Hinweise und Empfehlungen auftauchen …
Nach Ankunft und Galafeier mit den Regatta-Teilnehmern der “Agean 600” starteten wir unseren Familientörn zu viert am 14. Juli von Lavrion Richtung Ägina. Die ersten beiden Ankerbuchten Ägia Maria und vor der Insel Moni erreichten wir nach jeweils 30 Seemeilen bzw. 12 sm. Durch achterlichen Wind von bis zu 18 Knoten kamen wir an beiden Tagen gut voran. Statt zu halsen sind wir aus Sicherheitsgründen Q-Wenden gefahren.
Auf dem Schlag Richtung Moni hat Andreas den Motor repariert. Probleme mit der Hauptmasseverbindung führten zu Startproblemen. Glücklicherweise konnten wir durch 180-Grad-Wenden bei ruhiger See Zeit gewinnen. Ankern dann auf Sandgrund und etwa sieben Meter Tiefe.
Am Morgen des 16. Juli haben wir – dem Dinghy sei Dank – die Pfauen auf der Insel bewundert. Nachts sind sie mit den dort lebenden Hirschen die einzigen Bewohner.
Am Nachmittag des 16. Juli sind wir eine Seemeile nach Perdika motort. Ein sehr hübsches Hafenörtchen mit einigen Liegeplätzen an der Mole mit Wasser und Strom. Entlang des Hafens Tavernen und kleinere Geschäfte. Nachts mit Musik und Party, aber ab ca. 1 Uhr dann Ruhe. Uns hat es gut gefallen.
Weiter ging es am 17. Juli weiter unter Segeln in das 17 Seemeilen entfernte Archaia Epidauros. Dort gibt es eine kleine Version des Antiken Theaters, das wir uns anschauen wollten. Einfahrt durch Befeuerung, viel Platz zum Ankern. Gut besucht, aber nicht voll – mit Strand auf beiden Seiten und sehr günstigen Tavernen am Hafen. Ein kleiner Aufstieg führte uns zum Theater, das sich auf ein weiteres Wochenende des Theaterfestivals vorbereitete. Beim Soundcheck der Rockband bekamen wir eine Vorstellung von den besonderen akustischen Verhältnissen vor Ort. Noch ein Stück nach oben und wir hatten einen guten Blick auf den Ort und die Buchten zu beiden Seiten.
Vor unserer Fahrt durch den Kanal von Korinth hatten wir uns am 18. Juli für die 12 Seemeilen entfernten Thomas-Inseln als Liegeplatz entschieden. Eine flache Stelle zwischen beiden Inselchen, die auch rege von Fischern genutzt wird. Anker und Landleine an der westlichen der beiden Inseln hielten uns. Türkisfarbenes Wasser für das Badevergnügen, Ziegen am Ufer und mit Einbruch der Dämmerung das Geschäft der kleinen Fischerboote waren eine willkommene Abwechslung.
Kanal und Bucht von Korinth
Am 19. Juli starteten wir gegen acht Uhr zum Kanal von Korinth. Es ist eine zugegebenermaßen eher teure, aber erhebliche Abkürzung auf dem Weg Richtung Ionisches Meer. Er ist eine Schiffseinbahnstraße, deshalb haben wir uns vor Ankunft über Kanal 11 bei der Kanalbehörde gemeldet. Die Bezahlung hatten wir bereits online vorher erledigt, ebenso die Registrierung der Schiffsdaten. Damit mussten wir vor Ort nicht nochmal von Bord. Wir ankerten in der großen Bucht vor der Einfahrt, der Kanal war in unsere Richtung gerade geschlossen. Nach ca. 25 Minuten war es dann soweit, die Soffio Dresden durfte als erstes Segelboot den 6,3 km langen, acht Meter tiefen und 25 Meter breiten Kanal von Ost nach West durchqueren.
Die Boote werden von der “Canal Authority” in Reihenfolge sortiert – daran muss man sich halten. Im Kanal selbst ist eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 Knoten einzuhalten, Wind und Strömung sind zu beachten. Wir hatten Glück: kaum Gegenwind und nur wenig Strömung, die am Vormittag von West nach Ost verläuft. Der Kanal ist tatsächlich imposant und von einem besonderen Türkisblau. Die Felswände ragen bis zu 80 Meter in die Höhe, teilweise gibt es winzig kleine Buchten und mit Bäumen bewachsene Steine.
Durch den Golf von Korinth ging es weiter und nach 46,5 Seemeilen mit Motor und Segelunterstützung ließen wir nach knapp 11 Stunden erschöpft den Anker in der Andreas-Bucht fallen. Außer uns nur ein weiteres Motorboot und am Ufer zwei Häuser – aber mit Straßenbeleuchtung und Windrädern auf den Gipfeln.
Am Vormittag des 20. Juli segelten wir ins 18 Seemeilen entfernte, beliebte und gut geschützte Galaxidi. An der Mole des sehr hübschen Ortes lagen wir, wie immer in Griechenland, mit Anker und Festmachern am Heck. Es gibt Wasser und Strom – für zwei Nächte zahlten wir unter 35 Euro. Galaxidi ist gut auf Segler eingestellt, es gibt viele Tavernen gegenüber der Boote, kleine Lebensmittelläden mit praktischem Allerlei, einen Nautikshop und am Kai stehen schon die Mietwagen bereit. Ein Tag kostet 60 Euro inkl. Bringen und Abholung. Sie sind gefragt, denn in ca. 15 km Entfernung liegen die antiken Stätten von Delphi, die für 1000 Jahre mit dem Apollontempel, den Seherinnen und Priestern als Zentrum der Welt galten. Viele Herrscher und Reisende besuchten sie – das wollten wir uns anschauen und fuhren am Morgen des 21. Juli mit dem Leihwagen nach Delphi. Trotz der sehr hohen Temperaturen hat es sich gelohnt: ein wirklich imposantes Stück Kultur und Geschichte. Die Stätten sollte man mit einem Besuch des Museums verbinden – Ticket gilt für beides. Die Fahrt führt zudem durch den größten zusammenhängenden Olivenhain Griechenlands mit teilweise über 1000 Jahren alten Bäumen – auch das schön und beeindruckend.
Am 22. Juli brachen wir auf Richtung Brücke. Allerdings frischte der Gegenwind immer stärker auf, ebenso wuchsen die Wellen – selbst mit Motor und Segel kamen wir nur sehr langsam voran. Kurzerhand entschieden wir uns nach knapp 22 sm für einen Nachmittag und eine Übernachtung in Trizonia. Dort gibt es eine Marina mit Stegen und vereinzelt Wasseranschlüssen. Kassiert hat keiner – auch die weiterhin kommenden Boote nicht, die sich vor dem Wind in Sicherheit brachten. Die kleine Insel war eine Entdeckung – ein ruhiges kleines Ferienparadies. Man kann sie per Fuß umrunden, es gibt hübsche Unterkünfte, gut geführte Tavernen und ein Geschäft mit überraschend gutem Sortiment. Es war locker gefüllt und fühlte sich an, als mache sich der Ort auf den Weg in Richtung „touristisches Natur-Highlight“.
Durch die Rio-Antirrio-Brücke – Durchfahrt nur nach Anmeldung
Am Morgen des 23. Juli legten wir kurz nach 6 Uhr in Trizonia ab und konnten den Sonnenaufgang auf der Soffio genießen. Unser Weg Richtung Westen führte uns durch die Rio-Antirrio-Brücke (auch Rio-Andirrio-Brücke, offiziell Charilaos Trikoupis-Brücke), die den Golf von Korinth überspannt. Die insgesamt 2,90 km lange Schrägseilbrücke besteht aus der 2,25 km langen Hauptbrücke über dem Meer, die restliche Länge ist auf beiden Seiten über dem Festland verteilt.
Die Anmeldung erfolgt auf Kanal 14, Rufzeichen „Rio Traffic“, Englisch wird verstanden. Man nennt den Bootsnamen, Bootstyp und die Masthöhe, außerdem gibt man an, in welche Richtung man passieren möchte. Die Anmeldung erfolgt ca. 5 sm vor der Passage. (Das gilt für Sportboote bis 20 m Länge, andere müssen sich früher melden.) Man bekommt ein Brückenfeld für die Passage zugewiesen (ein Pfeiler rechts, drei links). Etwa 1 sm vor der Passage ist eine erneute Kontaktaufnahme erwünscht.
Für Brücken-Fans: Die Brücke befindet sich an der engsten Stelle zwischen den Golfen von Patras und Korinth. Vier mächtige Pylone unterteilen das Fahrwasser. Bei der Konstruktion mussten Erbebenrisiken berücksichtigt werden, die mögliche Kollision eines Berufsschiffs mit einem Pylonen und Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h. Sie ist eine der längsten Schrägseilbrücken der Welt.
Ionisches Meer
Insgesamt legten wir 58 sm zurück – ein vor allem am Ende hart erkämpfter Familienrekord. Der Wind frischte im Laufe des Tages zunehmend bis auf 30 Knoten true wind auf und die von uns ersehnte Ankerbucht Oxeias brachte keine Entspannung, sondern starke Fallböen. Glücklicherweise gab es etwas weiter nördlich in der Bucht von Porto Skrofa ein Bojenfeld, was in Griechenland eher selten ist. Dort lagen bereits ein dutzend Boote in Sicherheit und glücklicherweise war auch für uns noch eine Boje frei. Am Ufer soll es hervorragende Restaurants geben – einen Ökologischen Park und Schildkröten, die unter und neben dem Boot schwimmen gibt es auch. Wir waren nur noch erschöpft und glücklich über einen guten Platz für die Nacht.
Am 24. Juli ging es weiter unter Segeln ins knapp 23 sm entfernte Vathi/Vathy, einem hübschen Fischerdorf in einer tiefen Bucht im Norden der Insel Ithaka. Der Wind nahm weiter zu (28 Knoten und mehr) und die Plätze am Kai füllten sich – trotz höherer Preise, wie üblich im Ionischen Meer (wir zahlten ca. 56 Euro für eine Nacht, ohne Strom und Wasser). An Land gibt es Lokale, Geschäfte und Duschen (3 Euro für 6 Minuten) und einen Waschsalon. Unglaublich, aber wahr: Am Abend wehte es uns die Pommes vom Teller. Unser Anker hielt und wir hatten zusätzlich eine Spring gelegt. Ab Mitternacht legte sich der Wind ganz plötzlich.
Preveza und Ambrakischer Golf
Unser Plan, die Buchten der Ostküste Lefkadas zu besuchen wurde durch die Sperrung des Lefkaskanals im Norden der Insel durchkreuzt. Da auch der Wind weiterhin stark vorhergesagt war, entschieden wir uns für einen ruhigen Abschluss im Ambrakischen Golf mit einer vorherigen Nacht in der Preveza Marina, um Wasser und Strom zu nehmen. Unser Schlag von knapp 46 sm führte uns also am 25. Juli in die recht große Preveza Marina. Dort meldet man sich an und erhält Hilfe beim Tanken und Anlegen (bei Wind durchaus von Nutzen, je nach Platz). Die Einfahrt ist betonnt, da es Flachstellen gibt. Es gibt eine richtige Marina und einen Stadthafen gleich davor – mit Strom und Wasser. Preveza selbst ist lebhaft und gut besucht – dank des Flughafens und der 1000 Charterboote. Die Altstadt ist hübsch mit vielen Restaurants, Nautic-Shops, Geschäften usw.
Am 26. Juli starteten wir in den entspannten Teil unseres Urlaubs: nur 8 sm von Preveza ist der Ambrakische Golf entfernt. Es handelt sich um ein reizvolles Binnenrevier, wo man eher wenige Segler treffen wird. Wir lagen nach einem kurzen Badestopp dann auch für zwei Nächte und abends mit jeweils ordentlich Wind in der gut geschützten Ankerbucht Ormos Vonitsas. Neben uns zwei weitere Grands Soleils – da war die Freude groß. Das Wasser ist nährstoffreich und deshalb eher grün – mit Schildkröten und diversen Vögeln.
Am 28. Juli legten wir uns noch für eine Nacht vor die kleine Stadt Vonitsa – die Seite hinter der kleinen „Enteninsel“ ist deutlich besser geschützt als die Plätze direkt vor der Stadt. Dank Dinghy kommt man gut an Land.
Vonitsa ist eher ruhig und wird von vielen als das Tor zum Ambrakischen Golf angesehen. Es gibt viele nette Restaurants und Cafés, einen kleinen Hafen, wo Fischerboote und kleinere Segelboote festmachen. Es erinnert ein wenig an den Gardasee: viel Grün, Berge und Hügel.
Eine Besonderheit ist die imposante und gut erhaltene Burg, die über der Stadt thront – an einem strategisch günstigen Ort mit Blick auf den Golf, das Ionische Meer und Epirus. Ihre Entstehung geht bis ins 9. Jahrhundert zurück, die entscheidenden Um- und Anbauten erfolgten vor allem im 17. und 18. Jahrhundert, meist durch die Venezianer. Sie ist eines der wichtigsten Denkmäler der Region und ein Markenzeichen der Stadt. Die Blicke in alle Richtungen sind atemberaubend.
Am 29. Juli hieß es dann: auf zum Bootsputz in Preveza.
Die erste Crew der Segelsaison hatte sich am Vorabend unweit des Almira Shipyard niedergelassen, um alle Vorbereitungen zum Einkranen am Dienstag zu treffen. Eine Herausforderung war der Transport aller Segel und des neuen Dinghys von Athen zur Soffio. Dank unseres Athener „Vereinstaxifahrers“ George war das aber kein Problem.
„Segeltaxi“
Sebastian entfernte die Regattaaufkleber vom Vorjahr, wachste und polierte den Bug, Jana verkabelte den neuen Autopiloten und Nils versorgte Crew und Schiff mit den notwendigen Medien.
Dienstag, 15. April
Der ursprünglich für 11 Uhr angesetzte Krantermin wurde nochmals um 1 Stunde verschoben, damit das Großsegel einsatzbereit angeschlagen werden konnte. Die Fahrt vom Winterstellplatz zum Kran war abenteuerlich. Der Bug der Soffio wurde mit einem wackeligen Bretterstapel auf dem Trailer abgestützt. Aber Staff und Bretter schienen nicht ihren ersten Einsatz zu absolvieren.
Im Wasser ging es dann sofort auf Kurs nach Aegina auf der gleichnamigen Insel im Saronischen Golf. Unterwegs erfolgte das Anschlagen der Genua und das Setzen beider Segel. Die Segelmacher hatten im Vorfeld ordentliche Arbeit gemacht und die Saison 2025 konnte beginnen.
Mittwoch, 16. April
Doch vorher waren noch einige Arbeiten im Hafen von Aegina zu verrichten. So wurde u.a. das neue Dinghy aufgeblasen und von Nils ausgiebig getestet.
Guter Kauf. Die nervige Montage des Bretterbodens entfällt künftig und das Aufblasen ist nur noch eine Sache von wenigen Minuten.
Donnerstag, 17. April
Der Außenborder wurde zerlegt, Vergaser und Tank gereinigt, in der Hoffnung, dass er nach dem anfänglichen Rumzicken nun wieder läuft.
Am Nachmittag ging es auf See in Richtung Kap Sounio, um die Crew für den anschließenden Kykladen-Törn aufzunehmen.
Wir wünschen allen Schotbrüchigen ein hoffentlich gesundes sowie ereignis- und erfolgreiches Segeljahr. Möge immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel, ein halber Meter Luft über dem Masttop, eine Fenderstärke zu seitlichen Hindernissen sowie freie Fahrt voraus sein!
Ende Oktober wurde unsere Vereinsjacht ins Winterlager in Griechenland „einquartiert“. Es stehen wie immer so einige Erhaltungsmaßnahmen an.
Wann wird sie wohl nach den vielen geplanten Arbeiten der Werft sowie der Work&Sail-Teams aus dem Verein wieder zu Wasser gelassen werden?
Der bisherige Törnplan sieht einen aktiven Start der Segelsaison im April vor. Ersterer is jedoch keineswegs fertig! Bringt euch ein und kommuniziert eure Törn- bzw. Regatta-Vorschläge unserem Törnplaner. Es ist nicht mehr so viel Zeit, bis er stehen muss, denn es ist wieder ein Kettentörn angedacht, der ein Winterlager an der italienischen Westküste vorsieht.