Verein zur Förderung des Segelsports e.V.

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Frohes Neus Jahr 2026!

Schotbruch e.V. wünscht allen seinen Mitgliedern und allen Freunden des Segelsports ein schönes und erlebnisreiches Segeljahr 2026!

… Und es sei immer eine Hand breit Wasser unter dem Kiel …

Mit KI generiert

Segeltörn von Lavrion nach Preveza

Saronischer Golf

Nach Ankunft und Galafeier mit den Regatta-Teilnehmern der “Agean 600” starteten wir unseren Familientörn zu viert am 14. Juli von Lavrion Richtung Ägina. Die ersten beiden Ankerbuchten Ägia Maria und vor der Insel Moni erreichten wir nach jeweils 30 Seemeilen bzw. 12 sm. Durch achterlichen Wind von bis zu 18 Knoten kamen wir an beiden Tagen gut voran. Statt zu halsen sind wir aus Sicherheitsgründen Q-Wenden gefahren.

Auf dem Schlag Richtung Moni hat Andreas den Motor repariert. Probleme mit der Hauptmasseverbindung führten zu Startproblemen. Glücklicherweise konnten wir durch 180-Grad-Wenden bei ruhiger See Zeit gewinnen. Ankern dann auf Sandgrund und etwa sieben Meter Tiefe.

Am Morgen des 16. Juli haben wir – dem Dinghy sei Dank – die Pfauen auf der Insel bewundert. Nachts sind sie mit den dort lebenden Hirschen die einzigen Bewohner.

Am Nachmittag des 16. Juli sind wir eine Seemeile nach Perdika motort. Ein sehr hübsches Hafenörtchen mit einigen Liegeplätzen an der Mole mit Wasser und Strom. Entlang des Hafens Tavernen und kleinere Geschäfte. Nachts mit Musik und Party, aber ab ca. 1 Uhr dann Ruhe. Uns hat es gut gefallen.

Weiter ging es am 17. Juli weiter unter Segeln in das 17 Seemeilen entfernte Archaia Epidauros. Dort gibt es eine kleine Version des Antiken Theaters, das wir uns anschauen wollten. Einfahrt durch Befeuerung, viel Platz zum Ankern. Gut besucht, aber nicht voll – mit Strand auf beiden Seiten und sehr günstigen Tavernen am Hafen. Ein kleiner Aufstieg führte uns zum Theater, das sich auf ein weiteres Wochenende des Theaterfestivals vorbereitete. Beim Soundcheck der Rockband bekamen wir eine Vorstellung von den besonderen akustischen Verhältnissen vor Ort. Noch ein Stück nach oben und wir hatten einen guten Blick auf den Ort und die Buchten zu beiden Seiten.

Vor unserer Fahrt durch den Kanal von Korinth hatten wir uns am 18. Juli für die 12 Seemeilen entfernten Thomas-Inseln als Liegeplatz entschieden. Eine flache Stelle zwischen beiden Inselchen, die auch rege von Fischern genutzt wird. Anker und Landleine an der westlichen der beiden Inseln hielten uns. Türkisfarbenes Wasser für das Badevergnügen, Ziegen am Ufer und mit Einbruch der Dämmerung das Geschäft der kleinen Fischerboote waren eine willkommene Abwechslung.

Kanal und Bucht von Korinth

Am 19. Juli starteten wir gegen acht Uhr zum Kanal von Korinth. Es ist eine zugegebenermaßen eher teure, aber erhebliche Abkürzung auf dem Weg Richtung Ionisches Meer. Er ist eine Schiffseinbahnstraße, deshalb haben wir uns vor Ankunft über Kanal 11 bei der Kanalbehörde gemeldet. Die Bezahlung hatten wir bereits online vorher erledigt, ebenso die Registrierung der Schiffsdaten. Damit mussten wir vor Ort nicht nochmal von Bord. Wir ankerten in der großen Bucht vor der Einfahrt, der Kanal war in unsere Richtung gerade geschlossen. Nach ca. 25 Minuten war es dann soweit, die Soffio Dresden durfte als erstes Segelboot den 6,3 km langen, acht Meter tiefen und 25 Meter breiten Kanal von Ost nach West durchqueren.

Die Boote werden von der “Canal Authority” in Reihenfolge sortiert – daran muss man sich halten. Im Kanal selbst ist eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 Knoten einzuhalten, Wind und Strömung sind zu beachten. Wir hatten Glück: kaum Gegenwind und nur wenig Strömung, die am Vormittag von West nach Ost verläuft. Der Kanal ist tatsächlich imposant und von einem besonderen Türkisblau. Die Felswände ragen bis zu 80 Meter in die Höhe, teilweise gibt es winzig kleine Buchten und mit Bäumen bewachsene Steine.


Durch den Golf von Korinth ging es weiter und nach 46,5 Seemeilen mit Motor und Segelunterstützung ließen wir nach knapp 11 Stunden erschöpft den Anker in der Andreas-Bucht fallen. Außer uns nur ein weiteres Motorboot und am Ufer zwei Häuser – aber mit Straßenbeleuchtung und Windrädern auf den Gipfeln.


Am Vormittag des 20. Juli segelten wir ins 18 Seemeilen entfernte, beliebte und gut geschützte Galaxidi. An der Mole des sehr hübschen Ortes lagen wir, wie immer in Griechenland, mit Anker und Festmachern am Heck. Es gibt Wasser und Strom – für zwei Nächte zahlten wir unter 35 Euro. Galaxidi ist gut auf Segler eingestellt, es gibt viele Tavernen gegenüber der Boote, kleine Lebensmittelläden mit praktischem Allerlei, einen Nautikshop und am Kai stehen schon die Mietwagen bereit. Ein Tag kostet 60 Euro inkl. Bringen und Abholung. Sie sind gefragt, denn in ca. 15 km Entfernung liegen die antiken Stätten von Delphi, die für 1000 Jahre mit dem Apollontempel, den Seherinnen und Priestern als Zentrum der Welt galten. Viele Herrscher und Reisende besuchten sie – das wollten wir uns anschauen und fuhren am Morgen des 21. Juli mit dem Leihwagen nach Delphi. Trotz der sehr hohen Temperaturen hat es sich gelohnt: ein wirklich imposantes Stück Kultur und Geschichte. Die Stätten sollte man mit einem Besuch des Museums verbinden – Ticket gilt für beides. Die Fahrt führt zudem durch den größten zusammenhängenden Olivenhain Griechenlands mit teilweise über 1000 Jahren alten Bäumen – auch das schön und beeindruckend.


Am 22. Juli brachen wir auf Richtung Brücke. Allerdings frischte der Gegenwind immer stärker auf, ebenso wuchsen die Wellen – selbst mit Motor und Segel kamen wir nur sehr langsam voran. Kurzerhand entschieden wir uns nach knapp 22 sm für einen Nachmittag und eine Übernachtung in Trizonia. Dort gibt es eine Marina mit Stegen und vereinzelt Wasseranschlüssen. Kassiert hat keiner – auch die weiterhin kommenden Boote nicht, die sich vor dem Wind in Sicherheit brachten. Die kleine Insel war eine Entdeckung – ein ruhiges kleines Ferienparadies. Man kann sie per Fuß umrunden, es gibt hübsche Unterkünfte, gut geführte Tavernen und ein Geschäft mit überraschend gutem Sortiment. Es war locker gefüllt und fühlte sich an, als mache sich der Ort auf den Weg in Richtung „touristisches Natur-Highlight“.

Durch die Rio-Antirrio-Brücke – Durchfahrt nur nach Anmeldung

Am Morgen des 23. Juli legten wir kurz nach 6 Uhr in Trizonia ab und konnten den Sonnenaufgang auf der Soffio genießen. Unser Weg Richtung Westen führte uns durch die Rio-Antirrio-Brücke (auch Rio-Andirrio-Brücke, offiziell Charilaos Trikoupis-Brücke), die den Golf von Korinth überspannt. Die insgesamt 2,90 km lange Schrägseilbrücke besteht aus der 2,25 km langen Hauptbrücke über dem Meer, die restliche Länge ist auf beiden Seiten über dem Festland verteilt.

Die Anmeldung erfolgt auf Kanal 14, Rufzeichen „Rio Traffic“, Englisch wird verstanden. Man nennt den Bootsnamen, Bootstyp und die Masthöhe, außerdem gibt man an, in welche Richtung man passieren möchte. Die Anmeldung erfolgt ca. 5 sm vor der Passage. (Das gilt für Sportboote bis 20 m Länge, andere müssen sich früher melden.) Man bekommt ein Brückenfeld für die Passage zugewiesen (ein Pfeiler rechts, drei links). Etwa 1 sm vor der Passage ist eine erneute Kontaktaufnahme erwünscht.


Für Brücken-Fans: Die Brücke befindet sich an der engsten Stelle zwischen den Golfen von Patras und Korinth. Vier mächtige Pylone unterteilen das Fahrwasser. Bei der Konstruktion mussten Erbebenrisiken berücksichtigt werden, die mögliche Kollision eines Berufsschiffs mit einem Pylonen und Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h. Sie ist eine der längsten Schrägseilbrücken der Welt.

Ionisches Meer

Insgesamt legten wir 58 sm zurück – ein vor allem am Ende hart erkämpfter Familienrekord. Der Wind frischte im Laufe des Tages zunehmend bis auf 30 Knoten true wind auf und die von uns ersehnte Ankerbucht Oxeias brachte keine Entspannung, sondern starke Fallböen. Glücklicherweise gab es etwas weiter nördlich in der Bucht von Porto Skrofa ein Bojenfeld, was in Griechenland eher selten ist. Dort lagen bereits ein dutzend Boote in Sicherheit und glücklicherweise war auch für uns noch eine Boje frei. Am Ufer soll es hervorragende Restaurants geben – einen Ökologischen Park und Schildkröten, die unter und neben dem Boot schwimmen gibt es auch. Wir waren nur noch erschöpft und glücklich über einen guten Platz für die Nacht.


Am 24. Juli ging es weiter unter Segeln ins knapp 23 sm entfernte Vathi/Vathy, einem hübschen Fischerdorf in einer tiefen Bucht im Norden der Insel Ithaka. Der Wind nahm weiter zu (28 Knoten und mehr) und die Plätze am Kai füllten sich – trotz höherer Preise, wie üblich im Ionischen Meer (wir zahlten ca. 56 Euro für eine Nacht, ohne Strom und Wasser). An Land gibt es Lokale, Geschäfte und Duschen (3 Euro für 6 Minuten) und einen Waschsalon.
Unglaublich, aber wahr: Am Abend wehte es uns die Pommes vom Teller. Unser Anker hielt und wir hatten zusätzlich eine Spring gelegt. Ab Mitternacht legte sich der Wind ganz plötzlich.

Preveza und Ambrakischer Golf

Unser Plan, die Buchten der Ostküste Lefkadas zu besuchen wurde durch die Sperrung des Lefkaskanals im Norden der Insel durchkreuzt. Da auch der Wind weiterhin stark vorhergesagt war, entschieden wir uns für einen ruhigen Abschluss im Ambrakischen Golf mit einer vorherigen Nacht in der Preveza Marina, um Wasser und Strom zu nehmen. Unser Schlag von knapp 46 sm führte uns also am 25. Juli in die recht große Preveza Marina. Dort meldet man sich an und erhält Hilfe beim Tanken und Anlegen (bei Wind durchaus von Nutzen, je nach Platz). Die Einfahrt ist betonnt, da es Flachstellen gibt. Es gibt eine richtige Marina und einen Stadthafen gleich davor – mit Strom und Wasser. Preveza selbst ist lebhaft und gut besucht – dank des Flughafens und der 1000 Charterboote. Die Altstadt ist hübsch mit vielen Restaurants, Nautic-Shops, Geschäften usw.


Am 26. Juli starteten wir in den entspannten Teil unseres Urlaubs: nur 8 sm von Preveza ist der Ambrakische Golf entfernt. Es handelt sich um ein reizvolles Binnenrevier, wo man eher wenige Segler treffen wird. Wir lagen nach einem kurzen Badestopp dann auch für zwei Nächte und abends mit jeweils ordentlich Wind in der gut geschützten Ankerbucht Ormos Vonitsas. Neben uns zwei weitere Grands Soleils – da war die Freude groß. Das Wasser ist nährstoffreich und deshalb eher grün – mit Schildkröten und diversen Vögeln.

Am 28. Juli legten wir uns noch für eine Nacht vor die kleine Stadt Vonitsa – die Seite hinter der kleinen „Enteninsel“ ist deutlich besser geschützt als die Plätze direkt vor der Stadt. Dank Dinghy kommt man gut an Land.

Vonitsa ist eher ruhig und wird von vielen als das Tor zum Ambrakischen Golf angesehen. Es gibt viele nette Restaurants und Cafés, einen kleinen Hafen, wo Fischerboote und kleinere Segelboote festmachen. Es erinnert ein wenig an den Gardasee: viel Grün, Berge und Hügel.

Eine Besonderheit ist die imposante und gut erhaltene Burg, die über der Stadt thront – an einem strategisch günstigen Ort mit Blick auf den Golf, das Ionische Meer und Epirus. Ihre Entstehung geht bis ins 9. Jahrhundert zurück, die entscheidenden Um- und Anbauten erfolgten vor allem im 17. und 18. Jahrhundert, meist durch die Venezianer. Sie ist eines der wichtigsten Denkmäler der Region und ein Markenzeichen der Stadt. Die Blicke in alle Richtungen sind atemberaubend.

Am 29. Juli hieß es dann: auf zum Bootsputz in Preveza.

Vor dem Segelauftakt …

Montag, 14. April 

Die erste Crew der Segelsaison hatte sich am Vorabend unweit des Almira Shipyard  niedergelassen, um alle Vorbereitungen zum Einkranen am Dienstag zu treffen. Eine Herausforderung war der Transport aller Segel und des neuen Dinghys von Athen zur Soffio. Dank unseres Athener  „Vereinstaxifahrers“ George war das aber kein Problem. 

„Segeltaxi“

Sebastian entfernte die Regattaaufkleber vom Vorjahr,  wachste und polierte den Bug, Jana verkabelte den neuen Autopiloten und Nils versorgte Crew und Schiff mit den notwendigen Medien. 

Die Soffio mit 2 großen Regattaaufklebern am Backbordbug: der Startnummer und das Logo der Aegean 600

Dienstag, 15. April

Der ursprünglich für 11 Uhr angesetzte Krantermin wurde nochmals um 1 Stunde verschoben, damit das Großsegel einsatzbereit angeschlagen werden konnte. Die Fahrt vom Winterstellplatz zum Kran war abenteuerlich. Der Bug der Soffio wurde mit einem wackeligen Bretterstapel auf dem Trailer abgestützt.  Aber Staff und Bretter schienen nicht ihren ersten Einsatz zu absolvieren.  

Ein Spezialfahrzeug zieht den Trailer mit der Jacht
Die Soffio auf einem Trailerwagen mit abenteuerlicher Bugabstützung
Sich auf das Heck der Soffio, die auf dem Trailer steht
An Gurten hängend wird die Soffio vom Kranwagen über das Slip-Becken gefahren

Im Wasser ging es dann sofort auf Kurs nach Aegina auf der gleichnamigen Insel im Saronischen Golf.  Unterwegs erfolgte das Anschlagen der Genua und das Setzen beider Segel. Die Segelmacher hatten im Vorfeld ordentliche Arbeit gemacht und die Saison 2025 konnte beginnen.

Mittwoch, 16. April 

Doch vorher waren noch einige Arbeiten im Hafen von Aegina zu verrichten. So wurde u.a. das neue Dinghy aufgeblasen und von Nils ausgiebig getestet. 

Aufblasen des Dinghis auf dem Steg

Guter Kauf. Die nervige Montage des Bretterbodens entfällt künftig und das Aufblasen ist nur noch eine Sache von wenigen Minuten.  

Dinghi mit aufblasbaren Boden

Donnerstag, 17. April 

Der Außenborder wurde zerlegt, Vergaser und Tank gereinigt, in der Hoffnung, dass er nach dem anfänglichen Rumzicken nun wieder läuft. 

Am Nachmittag ging es auf See in Richtung Kap Sounio, um die Crew für den anschließenden Kykladen-Törn aufzunehmen. 

Auf ein neues Segeljahr 2025 !

Wir wünschen allen Schotbrüchigen ein hoffentlich gesundes sowie ereignis- und erfolgreiches Segeljahr.
Möge immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel, ein halber Meter Luft über dem Masttop, eine Fenderstärke zu seitlichen Hindernissen sowie freie Fahrt voraus sein!

Ende Oktober wurde unsere Vereinsjacht ins Winterlager in Griechenland „einquartiert“. Es stehen wie immer so einige Erhaltungsmaßnahmen an.

Wann wird sie wohl nach den vielen geplanten Arbeiten der Werft sowie der Work&Sail-Teams aus dem Verein wieder zu Wasser gelassen werden?


Der bisherige Törnplan sieht einen aktiven Start der Segelsaison im April vor. Ersterer is jedoch keineswegs fertig! Bringt euch ein und kommuniziert eure Törn- bzw. Regatta-Vorschläge unserem Törnplaner. Es ist nicht mehr so viel Zeit, bis er stehen muss, denn es ist wieder ein Kettentörn angedacht, der ein Winterlager an der italienischen Westküste vorsieht.

Spontaner Schnuppertörn nach Venedig

Die Wettervorhersage war einigermaßen ok, die Soffio in Reichweite, der Urlaub war kurzfristig genehmigt, und somit alles bereit für die Geburtstagsüberraschung für meine Mutter. Mit von der Partie war noch eine gute Freundin von ihr, beide das erste mal auf einer Segelyacht, und meine Partnerin, die auch segeln kann und entsprechende Scheine hat.

Los ging es am letzten Donnerstag im April mit der Anreise nach Caorle, wo wir am frühen Nachmittag eintrafen. Der restliche Tag wurde mit Bootscheck, Proviantierung, Vorsegel aufziehen und Segelfertigmachen des Bootes verbracht. Für einen abendlichen Probeschlag war der Wasserstand leider zu niedrig und ein Auslaufen war nicht mehr sicher möglich. Folglich gingen wir gleich in den kulinarischen Teil des Abends über.

Am Freitag ging es gegen 8:30 Uhr los. Den Großteil der Strecke brachte uns der Gennaker bei leichten achterlichen Winden gut voran, so dass wir gegen 13:30 in die Lagune einbogen und den Mose-Hochwasserschutz passierten. Danach wurde der Wind leider sehr böig und kam gefühlt von allen Seiten, als Konsequenz holten wir den Gennaker zwischen Lido und Sant Elena ein und fuhren unter Maschine weiter.

Einfahrt in die Lagune von Venedig

Dass diese Entscheidung richtig war, merkten wir kurze Zeit später, als wir uns mitten im Verkehrsgetümmel auf Höhe San Marco befanden. Vaporettos, Wassertaxis, Angler, Arbeitsboote, Fähren, Motorboote aller Art fahren kreuz und quer scheinbar wild durcheinander. Sehr fordernd aber auch interessant, wie trotzdem alles reibungslos läuft.

Vorbeifahrt San Marco – ein Highlight des Törns

Nach einer Touri-Runde liefen wir dann unseren Liegeplatz für die Nacht zum Samstag an. Wir haben im Diporto Velico Veneziano reserviert, unmittelbar nördlich der Marina Sant Elena. Ist eigentlich ein Segelclub, der auch Transitboote aufnimmt, wenn Patz ist. Gekostet hat die Nacht 33 € für die Soffio und zusätzlich 4 € pro Person. Für Venedig ziemlich preiswert, denke ich. Nach 32 Meilen stellten wir um 15:30 den Motor ab und der Rest des
Tages wurde in der Stadt verbracht.

Nach einer ruhigen Nacht streiften wir vormittags nochmal durch den Stadtteil Sant Elena, der wohl hauptsächlich den Venezianern gehört und genossen noch das ein oder andere Getränk in einer typischen Bar an einem der unzähligen Kanäle.

In den Gassen von Sant Elena

Gegen 12:30 legten wir ab und machten uns direkt auf den Rückweg nach Caorle. Leider waren die Bedingungen zu schlecht für einen schönen Segeltag. Bewölkt, ab und an ein paar Regentropfen, schwacher Wind von vorne. Wir haben trotzdem die Segel gehisst, aber kreuzen mit 2 bis 3 Knoten Fahrt hätte uns zu viel Zeit gekostet. Wir haben dann den Motor angeworfen, das Vorsegel eingeholt und das Groß sehr dicht stehen lassen. Diese
Kombination hat uns dann auf der nahezu spiegelglatten Wasseroberfläche bei relativ wenig Drehzahl gut vorangebracht.

Am Samstag gegen 18 Uhr erreichten wir die Einfahrt zum Kanal von Caorle. Trotz Niedrigwasser war der Wasserstand deutlich höher als es die Soffio gebraucht hätte und somit konnten wir gleich ohne Wartezeit zum Marinator weiterfahren. Um 18:40 Uhr und nach weiteren 27 Meilen lagen wir dann wieder fest am Liegeplatz.

Am Sonntag war natürliches Erwachen angesagt und der Vormittag wurde dazu genutzt, die Soffio zu reinigen und aufzuräumen. Gegen 11:30 Uhr ging es dann auf den Heimweg.

Unterm Strich hat diese Abenteuer den beiden Neulingen sehr gut gefallen, wir hatten viel Spaß miteinander und die Angst vor der Seekrankheit war vollkommen unbegründet. Das wichtigste aber war, dass es keine Verletzungen und Materialschäden gab. Gerne jederzeit wieder.

Die Crew

Jollensegeln auf dem Partwitzer See

Es ist schon zur Tradition geworden, dass der Verein am Ende des Sommers für alle Mitglieder ein Treffen an einem der Lausitzer Seen zum Jollensegeln organisiert. Dieses Jahr haben wir den Partwitzer See gewählt. Davor war es mehrfach der Senftenberger bzw. Geierswalder See gewesen.

Die anfänglichen Befürchtungen, dass das gewählte Wochenende mit Dauerregen aufwarten würde, haben sich zum Glück nicht bewahrheitet. Nach Regen in Nacht kam am Samstagmorgen auch teilweise die Sonne hervor, wenn auch anfangs mit frischen und böigen Wind, welcher den Jollenseglern hoher Aufmerksamkeit abverlangte.

Die Wolken zeigen den böigen Wind an

Für die älteren Vereinsmitglieder standen drei Yxilons zu Verfügung während in diesem Jahr auch noch vier Optimist-Jollen für den jungen Nachwuchs bereit lagen.
Dies ist ein Beispiel für die Förderung von Kinder und Jugendlichen bei der Heranführung an den Segelsport durch den Verein. Die Kosten für die Optimists werden natürlich durch ihn getragen. Auch zahlen Jugendliche bei Teilnahme an Segeltörns und Regatten auf der Vereinsjacht Soffio nur einen geringen Finanzierungsbeitrag von 10,- € pro Segeltag, also nur 1/5 des Beitrags von Vereinsmitgliedern mit Einkünften.

Einweisung der Jüngsten im Optimist

Der Wind legte sich, der Abend kam und wir ließen ihn inmitten unserer Zelte und Wohnwagen beim Grillen und späteren Lagerfeuer ausklingen.

Eigentlich nichts besonderes, jedoch immer wieder schön.

Soffio Adriatörn

Der Sommertörn unserer Vereinsyacht Soffio ist gestartet.  In drei Etappen führt die Reise vom diesjährigen Heimathafen Monfalcone nach Dubrovnik über Split und wieder zurück. 

Im ersten Abschnitt hat es sich die Crew von Jorg nicht nehmen lassen, mit der Soffio an der Basilica di San Marco in Venedig vorzufahren. Ganz nebenbei war dies eine hervorragende KVR-Lehrstunde. In der Marina auf Sant’Elena nächtigt man in Ruhe fern vom Lagunentrubel des Stadtzentrums. Auch ist der Stadtteil defacto touristenfrei – hier wohnen die Venezianer. 

Ablaufen vom Canale Grande

Auf halber Strecke in die Lagunenstadt wurde Zwischenstopp in Caorle eingelegt. Hier kennt man die Soffio bereits. Die freundliche Hafenmeisterin hat uns herzlich zur den nächsten Regatten im Frühjahr 2024 eingeladen.  

Über die Adria nach Istrien

Von Venedig ging es per nächtlicher Überfahrt quer über die Adria zum nächsten Highlight ins kroatische Rovinj.  

Die mitfahrenden Segler wissen jetzt, was ein VTG ist und wie man sich durch diese und die zahlreichen Dampfer  hindurchmanövriert. 

Gehisste Gastlandsflagge

In der Perle der Adria Rovinj gibt es gefühlt noch mehr Touristen als in Venedig. Nur die Chinesen fehlen hier. Und die sehr gepflegte stadtnahe Marina war die teuerste, in der unser Skipper jemals eine Hafengebühr bezahlt hat. 

Rovinj

In der noch fußläufig erreichbaren  Nachbarbucht findet man aber auch bezahlbare Mooringtonnen. 

Weiter ging es heute Richtung Kvarner Bucht und morgen in die Kornaten. Bericht folgt. 

Jahresrückblick 2022

Auch in diesem Jahr wurde das Vereinsboot Soffio wieder umfangreich für verschiedenartige Törns genutzt. Alle Vereinsmitglieder hatten die Möglichkeit, einen Törn oder eine Regatta zu organisieren oder sich einfach als Crewmitglied zu beteiligen. Dennoch könnte die Auslastung problemlos weiter erhöht werden. Dies würde auch die Finanzierung des Vereinszwecks – die Förderung des Segelsports – auf kräftigere Beine stellen. Wir hoffen auf eine positive Entwicklung in der kommenden Saison, welche nicht mehr von der Pandemie betroffen sein sollte.

Ankerbucht in den Kornaten

Eine Herausforderung für unseren Törnplaner war das Abgleichen und Koordinieren der verschiedenen Crewwünsche mit den strategischen Ziel, am Ende der Saison die Soffio im Norden der Adria liegen zu haben. Unsere Jacht sollte von Marina die Ragusa auf Sizilien nach Grado in Norditalien gebracht werden … was auch ohne böse Überraschungen gelang (Dieselpest hierbei ausgenommen).

In diesem Jahr nahm der Verein zwar an keiner Regatta teil, dafür wurde jedoch ein Schwerpunkt auf die praktische Ausbildung gelegt. Im Mai fand ein Langstreckentörn statt, bei dem Jugendliche zwar unter Aufsicht und Anleitung, jedoch bei vielen Aufgaben selbstständig die Navigation und das praktische Segeln bei Tag und bei Nacht übernahmen. Die Rückmeldungen waren eindeutig positiv.

Im September fand ein Fahrtentörn statt, der speziell auf das Erlangen von vielfältiger Praxiserfahrung für beginnende Segler ausgelegt war. Neben dem Skipper waren 5 Segler an Bord, welche erst seit kurzem einen Sportbootführerschein besitzen oder die Prüfung noch vor sich haben. Wunschgemäß wurde jeder mit individuellem Tempo an immer komplexere Aufgaben herangeführt und viel erklärt.

Knackiger Wind durch Düseneffekt und direkt gegenan vor Korcula

Der oft sehr böige Wind war für den Erfahrungsgewinn nur von Vorteil und ließ typische Manöver wie Ein- oder Ausreffen und das Wechseln des Vorsegels nicht zu „Trockenschwimmübungen“ werden. Eine durchsegelte Nacht übte die Orientierung an Hand von Leuchtfeuern und das Erkennen anderer Schiffe sowie deren Bewegungsprognose.

Der Sonnenaufgang beendet das Nachtsegeln

Auch hier war die Rückmeldung seitens der „Praktikanten“ überwiegend sehr gut. Sicher werden wir diese Praxis beibehalten.

Die Vorbereitungen für die neue Saison sind im vollen Gange … Aber dazu mehr im Neuen Jahr.

20 Jahre Schotbruch …

und nach der zweiten steht nun bereits die dritte Seglergeneration am Ruder.

Keine weiteren 10 Jahre …
… und der Nachwuchs wird ganz sicher auch Regatten segeln!

NachwuchsseglerInnentörn

Vom 22. Mai bis zum 26. Mai 2022 waren vier NachwuchsseglerInnen zusammen mit erfahrenen Seglern des Vereins mit der Soffio unterwegs. Dabei ging es von Marina di Ragusa nach Brindisi, insgesamt 384 Seemeilen. Ein Großteil der Strecke wurde nonstop gesegelt mit drei Tagen und zwei Nächten auf offener See.

Wind und Wetter waren nahezu optimal und wir sind mit moderater Geschwindigkeit vorangekommen. Außerdem war es das erste Mal, dass wir über Nacht gesegelt sind. Wir hatten ein Schichtsystem, sodass jeder mal mit einem Erwachsenen Wache hatte und zu anderen Zeiten schlafen konnte bzw. im Standby war. Trotz Müdigkeit und Kälte hat es Spaß gemacht nachts zu segeln.

Eine unserer Aufgaben in der Nachtschicht war es, andere Schiffe in der Nähe zu beobachten und zu überwachen. Dabei haben wir gelernt, anhand der Lichter herauszufinden, in welche Richtung sie fahren. Zum Glück war nachts kein Ausweichmanöver notwendig und meistens haben wir mehrere Stunden den gleichen Kurs gehalten. Da hatte man genug Zeit, den Sternenhimmel zu bewundern (den wir leider nicht fotografieren konnten).

Zwischen steuern, Kurs berechnen und Übungs -“Mann über Bord”- Manövern gab es auch immer mal wieder Delfin- und Schildkrötensichtungen. Da vergisst man fast das Segeln, wenn plötzlich ein Delfin in der Bugwelle springt.

Alles in allem war dieser Törn für uns vier eine tolle Erfahrung. Wir haben viele neue Dinge gelernt und neue Situationen an Bord erlebt, aber hatten trotzdem die Unterstützung und Anleitung der erfahrenen Segler.

Kann man nur weiterempfehlen für junge SeglerInnen!

Liane, Mathilde und Co.

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