11-er und letzter Tag von Skipper Carsten
Zehn Tage ist es erst her, dass die erste Jugendcrew des Jahres in Genua die Soffio enterte. Gefühlt sind jedoch 3 Wochen vergangen, so viel haben wir seitdem gesehen und so routiniert laufen inzwischen alle Manöver ab.
Nach einer ruhigen Nacht vor Anker direkt neben St. Tropez (es wurde wieder spät) klingelt heute tatsächlich einmal der Wecker, denn es ist schon der letzte Tag des Törns und wir wollen pünktlich im Übergabehafen sein, um die Soffio für die nächste Crew frisch zu machen.
So geht also um 8:45 Uhr der Anker auf und 5 Minuten später steht das Großsegel. In der leichten, zunächst noch ablandigen Morgenbrise lassen wir die Maschine anfangs noch etwas mitlaufen, während das Frühstück vorbereitet wird. Mit Obst, Yoghurt, Müsli und Kaffee (für den Skipper) treiben wir eher, als dass wir segeln um die markante Südtonne auf der Untiefe La Seche a l’Huile, einem Felsriff am Ausgang des Golf von St. Tropez, welches je nach Quelle entweder nach dem dort vor mehr als 100 Jahren aufgestellten ölbetriebenen Leuchtfeuer oder den dort gefangenen und anschließend in Öl eingelegten Tintenfischen benannt ist.
Zum Glück setzte bald die tägliche Seebrise ein, sodass wir tatsächlich noch ein gutes Stück in Richtung unseres Etappenziels segeln können: Nach der Absage durch den Vieux Port St. Raphael hatten wir einen Liegeplatz in Port Frejus ergattert (56 Euro pro Nacht inkl. Wasser, Strom und Duschen). Diese Wahl sollte sich für die Übergabe an die Folgecrew noch als glückliche Fügung herausstellen. Zuvor wurde noch ein letztes mal geankert und gebadet.
Das Anlegemanöver im Hafen Frejus durch Skipper-of-the-day Eva fiel diesmal etwas herausfordernder aus, da kurz vor der Boxengasse noch gedreht, und rückwärts eingefahren werden musste. Dank der Zusammenarbeit in der Crew wurde auch dies gemeistert und vom Hafenmeister mit einem Kopfnicken anerkennend quittiert.
Der Rest des Tages verlief weiter genauso ereignisreich wie der bisherige Törn: Kleinreparaturen, Deck schrubben und Klar Schiff, Wassertanks füllen, neue Crew begrüßen, Umzug ins Appartement bzw. Verabschiedung des ersten Crewmitgliedes, Einkaufen, Sonnenfinsternis bestaunen, gemeinsames Pizzaessen der alten und der neuen Crew im Cockpit der Soffio, sowie zum Abschluss Party mit OpenAir Musik auf der Hafeninsel.



Ein großes Dankeschön an unsere mitsegelnden jugendlichen Mitglieder für einen sehr aktiven und vielseitigen Törn. Ich bin sicher, es bleibt mehr zurück als Tanlines und hoffe ihr geht auch bald ohne „Betreuung“ einmal allein an Bord und macht einfach euer Ding.

Tag 10 von Jette
Am Morgen starteten wir relativ früh in den Tag: während eine Gruppe das Frühstück vorbereitete, machte die andere schon einmal das Dinghi startklar. Denn es soll nach Port Grimaud gehen. Die Stadt ist an Venedig angelehnt, mit kleinen Wasserwegen und Häusern direkt am Wasser. Wir fuhren mit Musik durch die Kanäle und genossen die besondere Atmosphäre, ein Eis musste auch sein. Nachdem wir so ziemlich jeden Kanal befahren haben, ging es zurück zur Soffio.

Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns zum Segeln bereit. Heute haben wir wieder MOB-(Mann über Bord) Manöver geübt. Dieses Mal übten wir die Bergung aber während des Segelns und nicht mit laufendem Motor.
Danach holten wir den Spinnaker heraus und lernten ihn zu setzen. Das bunte Segel bereitete uns besonders viel Spaß und wir konnten ein wenig damit experimentieren.

Nachdem der Spi wieder eingepackt war, konnten wir uns noch mit einem Fender über Bord schwingen und ins Wasser fallen lassen. Das war eine willkommene Abkühlung und hat sehr viel Spaß gemacht.
Insgesamt sind wir beim Spaßsegeln viel gekreist und auf der Stelle gefahren, hatten am Ende aber durch die verschiedenen Manöver mit dem MOB, dem Spinnaker und später auch beim Schwingen 7,5 Seemeilen zurückgelegt.

Am späten Nachmittag ankerten wir direkt vor Saint Tropez und fuhren nach dem Abendbrot noch einmal mit dem Dingi an Land. Dort schlenderten wir zunächst am Hafen entlang Richtung Leuchtturm. Dabei konnten wir die beeindruckenden Yachten bestaunen. Nach Eis und Crêpe ging es langsam aber sicher wieder Richtung Boot, wo wir den Tag ausklingen ließen.

Insgesamt war es ein sehr ereignisreicher und abwechslungsreicher Tag. Besonders das Segeln, die vielen Aktivitäten auf dem Wasser und der Besuch in Saint-Tropez machten den Tag zu einem schönen Erlebnis.
Tag 9 von Erik
Nach einer lustigen Nacht mit einem sehr erfrischendem Schauer starteten wir in einen Tag, der sich letztendlich anders entpuppte als erwartet. Wir gingen zuerst schwimmen und die Insel Porquerolles erkunden. Währenddessen haben Carsten und Liane auch etwas an der Logge gebastelt, sind aber noch zu keinem Ergebnis gekommen.
Nach dem Mittagessen und ein bisschen Entspannung planten wir 6 Seemeilen nach Port Cros überzusetzen. Doch nachdem wir mit bis zu 9 Knoten unterwegs waren, entschieden wir uns, obwohl es schon ziemlich spät war, doch bis in die Bucht von Saint Tropez zu segeln.
Wir refften zwischenzeitlich und der Schwell sowie der Wind kamen meist achterlich, weshalb wir schön die Wellen surfen konnten. Ein weiteres Highlight waren die ersten Delfine, die wir während diesem Jugendtörn sahen. Sie begleiteten uns kurze Zeit und munterten uns nochmal auf.
38 Seemeilen und ein Abendbrot später kamen wir letztendlich vor Port Grimaud an und warfen den Anker.
Alles in allem stellte sich der Tag als sehr spaßig und seglerisch anspruchsvoll heraus und jeder lernte heute etwas dazu, zum Beispiel wie sich die Thermik nahe an Inseln mal eben schnell verändern kann.



Tag 8 von Mathilde
Da wir gestern von unserem Abendspaziergang erst spät an Bord zurück waren, haben wir heute erst mittags abgelegt. Jedoch waren wir sehr produktiv, weil alle einmal Anlegen und Ablegen an unserem längsseitigen Liegeplatz geübt haben – durch das Eindampfen in die Vorspring. Dabei wurden wir lustigerweise von einem Marinerio gefragt, ob wir Probleme haben, da wir so seltsam fahren würden, doch als wir ihm unsere Übung erklärten, lachte er nur.
Mit wenig Wind starteten wir in unseren heutigen Trip, doch nachmittags frischte der Wind glücklicherweise auf, sodass wir auch endlich mal wieder richtige Schräglage erlebt haben. Durch den Fahrtwind war die Hitze erträglich und zwischendurch bei langsamer Fahrt konnten wir uns auch an die Badeleiter hängen. Da sich die Windrichtung auch gedreht hatte, mussten wir schließlich zu unserem Ziel, der Insel Porquerolles, kreuzen und legten somit 20,8 Seemeilen zurück.
Dort ankerten wir in einer schönen, aber auch sehr beliebten Bucht. Nach einer ausgiebigen Schwimmrunde haben wir lecker gegessen und konnten in der Bucht den Sternenhimmel beobachten und gingen mal verhältnismäßig früh schlafen 😉



Tag 7 von Liane
Nach einer ruhigen Nacht in der Bucht von Agay holten wir relativ früh den Anker ein, da wir uns heute viel vorgenommen hatten.

Eigentlich wollten wir nämlich 43 Seemeilen bis zu den Îles d’Hyères segeln, da die Windvorhersage gestern auch sehr gut aussah. Diese hatte sich jedoch über Nacht wieder verschlechtert, sodass wir schon morgens fast sicher wussten, dass wir es segelnd nicht schaffen werden. Unterwegs haben wir uns deshalb den Hafen von Cavalaire-sur-Mer als Zwischenziel ausgesucht.

Auf dem Weg waren wir während einer Flaute auch baden. Nach 25 Seemeilen kamen wir gegen 18 Uhr an und legten zum ersten Mal bei diesem Jugendtörn längsseits an. Ein Teil der Crew ging einkaufen und die anderen haben die Soffio klargemacht und zum Beispiel die Wassertanks aufgefüllt und mal das Deck etwas sauber gespült.
Abends sind wir dann in der Stadt essen gegangen, diesmal richtig französisch, mit Galettes, Crepes und Salades.
Danach haben wir einen kleinen Nachtspaziergang zu einem Aussichtspunkt gemacht, von wo wir die Bucht und den Hafen sehr schön sehen konnten. Nach diesem tollen Tagesabschluss sind wir alle müde in die Kojen gefallen.

Tag 6 von Samuel
Von Hamburg nach Antibes
Nachdem ich bis gestern noch auf meinem Ausbildungsschiff arbeiten musste, konnte ich mich heute endlich auf den Weg zu den anderen machen. Mein Tag begann um 04:00, als mein Wecker mich nach einer zu kurzen Nacht aus dem Schlaf riss und ich mich auf den Weg zum Flughafen machte. Um 06:00 saß ich dann auch schon im Flieger nach Nizza.
Dort gelandet, machte ich mich mit meinen zwei viel zu großen Rucksäcken auf die Suche nach einem Zug, der mich nach Antibes zur Soffio bringen sollte. Auf Vesselfinder hatte ich beobachtet, dass diese seit dem Abend davor in Port Vauban lag. Spontan ein Ticket für den Zug gekauft und schon fuhr ich direkt den Strand entlang Richtung Süden. In Antibes angekommen, sammelte Carsten mich am Bahnhof ein und rief per Funk ein E-Golfcart, das uns bis zum Steg fuhr, an dem die Soffio lag.
Dort wurde ich sofort herzlich empfangen und lernte Jette und Mathilde kennen. Nachdem die restliche Crew von einem kleinen Einkauf zurück war, gab es erst einmal Frühstück mit leckeren frischen Croissants. Unsere Skipperin des Tages, heute Eva, machte sich anschließend auf den Weg zum Marina-Office, um die letzten Formalitäten zu erledigen, sodass wir pünktlich um 12:00 auslaufen konnten.
Mit Kurs Südwest segelten wir an der französischen Küste entlang und machten nachmittags an einer Boje vor den Ile de Lerin bei Cannes fest. Dort wurde ein Badestopp eingelegt und dann ging es weiter bis in die Bucht von Agay. Unterwegs haben wir auch den Großbaumniederholer erneuert. Dazu hat Carsten uns erklärt, dass es sich um ein hohles Seil handelt und wir haben einen „Brummelspleiß“ gelernt.



Kurz vor Sonnenuntergang warfen wir den Anker und beobachteten aus dem Wasser die Abendsonne. Anschließend ließen wir den Abend entspannt an Deck mit Musik ausklingen. Nachts hatten wir noch eine lustige Begegnung: einige Franzosen in einem Dingi haben ihr Boot im Ankerfeld nicht mehr gefunden und kamen bei uns vorbeigepaddelt, um zu gucken, ob sie hier richtig waren. Da haben wir unseren neu angeschafften Handstrahler verwendet, um ihnen mehrere Boote anzuleuchten, sodass sie dann doch noch erfolgreich ankamen 🙂
Tag 5 von Eva
Nach einer ruhigen aber heißen Nacht sind wir in der Bucht von Villefranche-sur-Mer aufgewacht und entschieden uns aufgrund des schwachen Windes einen gemütlichen Morgen in der Bucht zu verbringen. Wir erkundeten diese mit dem Dingi und bestaunten die Superyachten und Villen.
Nach einer kurzen Abkühlung im Wasser lifteten wir den Anker und segelten mit dem leider immer noch recht schwachen Wind mit gemütlichen 3-4 Knoten Richtung Antibes. Eva war heute „Skipper of the Day“, hat also die Aufgaben eines Skippers übernommen und Entscheidungen getroffen. Unser Skipper Carsten beobachtet unsere Handlungen aber natürlich trotzdem und sagt Bescheid wenn er Bedenken hat (das ist heute aber nicht vorgekommen).
Am Hafen angekommen, bereiteten wir alles für die Ankunft vor und Eva steuerte das Anlegemanöver.
Dort zeigte Carsten ihr auch wie das Anmelden im Hafenbüro als Skipper so abläuft. Danach erkundeten wir noch alle zusammen die schöne Altstadt von Antibes und ließen den Tag beim gemeinsamen Abendessen und bummeln ausklingen.


Tag 4 von Jette
Von Monaco zur Bucht von Villefranche-sur-Mer
Strecke: 6 Seemeilen.
Den Morgen verbrachten wir zunächst im Hafen von Monaco. Da wir bereits am Vorabend beschlossen hatten, den Pool des Yachtclubs noch einmal zu nutzen, begann der Tag mit einer kurzen Erfrischung, bevor wir gegen 11:45 Uhr ausliefen.
Unser Tagesziel war die nur sechs Seemeilen entfernte Bucht von Villefranche-sur-Mer. Da der Wind jedoch nur schwach war, dauerte die Überfahrt etwa drei Stunden und wir übten das Flautensegeln. Während der Fahrt konnten wir erstmals die französische Flagge hissen.
Nach unserer Ankunft nutzten wir das klare Wasser der Bucht zum Schwimmen und Schnorcheln. Dabei konnten wir zahlreiche Fische sowie Teile eines Schiffswracks entdecken. Nach einer gemeinsamen Stärkung machten wir uns am Abend mit dem Dingi auf den Weg an Land, um die Altstadt von Villefranche-sur-Mer zu erkunden.
Auf dem Weg in die Stadt begegneten uns Kaktusfeigen, von denen wir einige pflückten und probierten. Anschließend besichtigten wir eine Kirche und erledigten noch den Einkauf fürs Frühstück. Den Abend ließen wir schließlich mit einem Eis am Ufer ausklingen und genossen den Blick auf die Küste. Vom Dingi konnten wir die beleuchtete Stadt auch noch einmal vom Wasser aus bewundern.
Insgesamt war es ein sehr gelungener Tag.




Tag 3 von Erik
Nach einer relativ schaukligen Nacht in der Bucht von Laiguelia holten wir um 8 Uhr den Anker in der Hoffnung ein, den angesagten Wind zu erwischen. Schon nach ein paar Minuten setzten wir das Groß und auch direkt die G3.
Anfangs machte uns der Schwell aus unterschiedlichen Richtungen noch leichte Probleme beim Steuern, jedoch bekamen wir das ziemlich schnell unter Kontrolle.
Nach dem Frühstück frischte der Wind auf und sowohl Wind als auch Welle kamen von Achtern. Mit Eva am Steuer erreichten wir unseren Rekord von 11,1 Knoten schon am Vormittag. Die See nahm allerdings immer weiter an Welle zu, weshalb wir zuerst refften und dann das Großsegel ganz wegnahmen. Wir segelten jedoch weiterhin mit ca. 6 Knoten Richtung Monaco.

Schließlich erreichten wir den Ort gegen 15:30 an und legten am Yachtclub de Monaco an. Wir segelten heute insgesamt 43,5 Seemeilen. Später nahmen wir noch den Pool vom Yachtclub in Anspruch und erkundeten den Hafen und die Altstadt, wo wir essen gegangen sind. Die Stadt und der Yachtclub haben uns ziemlich beeindruckt und waren ein ungewohnt luxuriöses Erlebnis.



Tag 2 von Mathilde
Nach unserer späten Ankunft gestern in Loano sind wir heute dementsprechend spät aufgewacht, haben dann zügig unseren Großeinkauf gemacht und die Soffio klariert. Kurz nach 12 sind wir leider mit genauso wenig Wind wie am gestrigen Tag gestartet. Trotzdem sind wir ein paar Seemeilen ohne Motor gesegelt und konnten die (leichte) frische Seebriese genießen. An der Isola Gallinara gab es einen ausgiebigen Badestopp und wir konnten viele Fische sehen, die Bucht erkunden und viele Sprünge ins erfrischende Wasser machen.

Unser eigentliches Ziel Sanremo konnten wir wegen des sehr geringen Windes leider nicht mehr erreichen, weshalb wir uns für die vor Schwell geschützte Bucht bei Laigueglia entschieden. Für morgen früh wird dafür deutlich mehr Wind angesagt. Hier hatten wir nochmal Badespaß, haben anschließend lecker gekocht und konnten unter dem Sternenhimmel einschlafen.

Tag 1 (02.08.2026) von Liane
Nachdem wir gestern Abend mit der vorherigen Crew in der Marina Genova essen waren, übernahm die Jugendcrew heute morgen offiziell die Soffio. Diese besteht aus unserem Skipper Carsten und der Crew: Erik, Liane, Mathilde, Eva und Jette. Samuel wird in ein paar Tagen auch noch zu uns stoßen.
Nach einer ausgiebigen Einweisung wurde mittags das erste Ablegemanöver gefahren. Außerhalb des Verkehrstrennungsgebietes vor Genua übten wir dann Mensch-über-Bord Manöver mit zwei Fendern. Dabei übernahm jeder mal das Steuer und die verschiedenen Rollen, sodass wir es nun alle drauf haben.


Nachdem wir unsere Kreise gedreht hatten, siehe unseren interessanten Track auf Navionics, nahmen wir Kurs auf Loano.
Leider ließ der Wind jedoch zu wünschen übrig, blies mit gerade einmal 3 bis 4 Knoten aus Südwesten, unserer Zielrichtung. Nach einer Weile gingen wir dann zum Motorsailing über, damit wir noch rechtzeitig im Hafen ankommen. Zwischendurch haben wir uns aber auch mal treiben lassen und einen Badestopp eingelegt. Mit Abendessen in der Hand war dann schon die Stadt Loano in Sicht und gegen 22 Uhr haben wir endlich angelegt.

Ein kleiner Spaziergang mit Gelato durch die Altstadt musste aber trotzdem noch sein.
Damit ist der erste Tag des Jugendtörns schon vorbei, jedoch war er so ereignisreich, dass es sich anfühlt als wären wir schon länger hier.
Fortsetzung folgt …




















