Nach einer relativ schaukligen Nacht in der Bucht von Laiguelia holten wir um 8 Uhr den Anker in der Hoffnung ein, den angesagten Wind zu erwischen. Schon nach ein paar Minuten setzten wir das Groß und auch direkt die G3. Anfangs machte uns der Schwell aus unterschiedlichen Richtungen noch leichte Probleme beim Steuern, jedoch bekamen wir das ziemlich schnell unter Kontrolle. Nach dem Frühstück frischte der Wind auf und sowohl Wind als auch Welle kamen von Achtern. Mit Eva am Steuer erreichten wir unseren Rekord von 11,1 Knoten schon am Vormittag. Die See nahm allerdings immer weiter an Welle zu, weshalb wir zuerst refften und dann das Großsegel ganz wegnahmen. Wir segelten jedoch weiterhin mit ca. 6 Knoten Richtung Monaco.
Schließlich erreichten wir den Ort gegen 15:30 an und legten am Yachtclub de Monaco an. Wir segelten heute insgesamt 43,5 Seemeilen. Später nahmen wir noch den Pool vom Yachtclub in Anspruch und erkundeten den Hafen und die Altstadt, wo wir essen gegangen sind. Die Stadt und der Yachtclub haben uns ziemlich beeindruckt und waren ein ungewohnt luxuriöses Erlebnis.
Die Soffio im Yachthafen von Monaco
Die Jugendcrew in der Poolbar des Yachtclub de Monaco
Mit „SY Soffio“ bedruckte Chipkarten für die Anlagen des Yachtclubs
Bericht Tag 2 von Mathilde
Nach unserer späten Ankunft gestern in Loano sind wir heute dementsprechend spät aufgewacht, haben dann zügig unseren Großeinkauf gemacht und die Soffio klariert. Kurz nach 12 sind wir leider mit genauso wenig Wind wie am gestrigen Tag gestartet. Trotzdem sind wir ein paar Seemeilen ohne Motor gesegelt und konnten die (leichte) frische Seebriese genießen. An der Isola Gallinara gab es einen ausgiebigen Badestopp und wir konnten viele Fische sehen, die Bucht erkunden und viele Sprünge ins erfrischende Wasser machen.
Ankern vor Gallinara bei spiegelglatter See
Unser eigentliches Ziel Sanremo konnten wir wegen des sehr geringen Windes leider nicht mehr erreichen, weshalb wir uns für die vor Schwell geschützte Bucht bei Laigueglia entschieden. Für morgen früh wird dafür deutlich mehr Wind angesagt. Hier hatten wir nochmal Badespaß, haben anschließend lecker gekocht und konnten unter dem Sternenhimmel einschlafen.
Baden vor Laigueglia
Bericht Tag 1 (02.08.2026) von Liane
Nachdem wir gestern Abend mit der vorherigen Crew in der Marina Genova essen waren, übernahm die Jugendcrew heute morgen offiziell die Soffio. Diese besteht aus unserem Skipper Carsten und der Crew: Erik, Liane, Mathilde, Eva und Jette. Samuel wird in ein paar Tagen auch noch zu uns stoßen.
Nach einer ausgiebigen Einweisung wurde mittags das erste Ablegemanöver gefahren. Außerhalb des Verkehrstrennungsgebietes vor Genua übten wir dann Mensch-über-Bord Manöver mit zwei Fendern. Dabei übernahm jeder mal das Steuer und die verschiedenen Rollen, sodass wir es nun alle drauf haben.
Mathilde beim erfolgreichen Aufnehmen des MOB
Unser Track nach vielen MOB-Manövern
Nachdem wir unsere Kreise gedreht hatten, siehe unseren interessanten Track auf Navionics, nahmen wir Kurs auf Loano. Leider ließ der Wind jedoch zu wünschen übrig, blies mit gerade einmal 3 bis 4 Knoten aus Südwesten, unserer Zielrichtung. Nach einer Weile gingen wir dann zum Motorsailing über, damit wir noch rechtzeitig im Hafen ankommen. Zwischendurch haben wir uns aber auch mal treiben lassen und einen Badestopp eingelegt. Mit Abendessen in der Hand war dann schon die Stadt Loano in Sicht und gegen 22 Uhr haben wir endlich angelegt.
Sonnenuntergang an der Küste bei Loano
Ein kleiner Spaziergang mit Gelato durch die Altstadt musste aber trotzdem noch sein. Damit ist der erste Tag des Jugendtörns schon vorbei, jedoch war er so ereignisreich, dass es sich anfühlt als wären wir schon länger hier.
Seit vielen Jahren veranstaltet Schotbruch e.V. Jugendtörns, um unseren seglerischen Nachwuchs schrittweise an eine zukünftig eigenverantwortliche Schiffsführung heranzuführen. Im letzten Jahr hatten z.B. 3 Jugendliche zum Törnabschluss ihren SBF See abgelegt. In diesem Jahr besteht die Herausforderung im Umgang mit wechselhaften und teils recht anspruchsvollen Segelbedingungen der griechischen Inselwelt.
Hier folgen nun die von den Teilnehmern verfassten Tagesberichte:
Mittwoch und Donnerstag 7. und 8. August
Gleich nach dem Frühstück machten sich heute Timm, Erik und Carsten auf den Weg zum Yachtservice von Vangelis Kolias, um eine neue Bordbatterie zu kaufen. Sie wurden auch fündig und so kamen gegen Mittag der griechische Werftchef persönlich und sein Übersetzer mit ihren Mopeds vorbei und haben die neue Batterie hergebracht. Diese wurde von unserem Fachmann Timm rasch eingebaut und gegen 14:30 konnten wir schließlich aus Karystos auf Euböa abgelegen.
Unser Ziel war die nur 11 Meilen entfernte Bucht Ormeo Vasiliko auf Megalonisos und diese erreichten wir auch ziemlich schnell mit 9 Knoten Höchstgeschwindigkeit. Die Ankerbucht mussten wir uns nur mit einem weiteren Segelschiff teilen, was auch daran liegen könnte, dass es ziemlich windig war. Dies hinderte uns aber nicht daran, noch Schwimmen und Tauchen zu gehen.
Am nächsten Morgen machten wir uns unter der Leitung von dem Skipper-of-the-day Samuel auf den Weg zurück Richtung Süden. Timm, der heutige Navigator, hatte es sich zum Ziel gemacht, die gesamte Strecke ohne elektronische Hilfsmittel zu navigieren. Um unsere Position zu plotten sah man ihn nun viel Zeit mit dem Peilkompass verbringen. In ca. fünf Stunden und mit 27 zurückgelegten Seemeilen erreichten wir dann die Bucht von Sounio. Von dort hatten wir einen perfekten Blick auf den Poseidon Tempel, den wir abends auch noch von Nahem anschauten, wofür wir mit dem Beiboot zum Strand fuhren und dann noch ca eine halbe Stunde laufen mussten. Wir kamen perfekt zur Golden Hour an und von der Spitze hatte man einen wunderschönen Blick über die ganze Bucht und auf die untergehende Sonne.
Dienstag, 6.8.2024
Wir begannen den Dienstag in Kea, wo wir am Vorabend komplett manuell geankert hatten. Diesmal übernahm Samuel das Steuer und Klara die Navigation. Auch wenn wir nur 23 Seemeilen zurücklegten, stellte sich der Tag schon nach kurzer Zeit als sehr abwechslungreich heraus. Wir starteten im 2. Reff jedoch entschieden wir uns nach kurzer Zeit auszureffen und nahmen die Genua dazu. Zwischendurch waren teilweise nur 2 Knoten Wind, jedoch nahm die Welle nicht ab. Wir entschieden uns das Code 0 herauszuholen und begannen Fahrt aufzunehmen. Nach ca. einer Stunde konnten wir dem Flautengebiet entkommen, jedenfalls kurzzeitig. Es brieste schnell so weit auf, dass wir bald wieder mit 2. Reff und Genua 4 segelten, bis der Wind erneut verschwand und um 180 Grad drehte als wir uns Karysthos näherten. Wir zogen erneut das Code 0 heraus und segelten zum ersten mal „Butterfly“. Irgendwann fiel das Großsegel jedoch ständig ein und wir entschieden mit Genua 4 und Code 0 eine Passatbesegelung zu setzen, wodurch wir fast einen Knoten beschleunigten. Wir benutzten den Spibaum für die Genua um mehr projezierte Fläche zu bekommen und fierten das Vorliek vom Code 0 ein Stück für ein bauchigeres Profil. Wir fuhren so noch bis kurz vor den Hafen von Karysthos und legten erfolgreich an. Als Belohnung gingen wir später noch baden. Der Tag endete sportlich mit einem kleinen workout auf der Mole.
Montag, 5.8.2024
„Skipper of the day“ war heute Timm und hat uns erfolgreich aus dem Hafen von Merihas gesteuert. Klara war heute zum ersten Mal teil des Ankerteams und Antonie unsere Navigatorin. Außerhalb des Hafenbeckens setzten wir direkt die Segel – in Anbetracht der Vorhersage allerdings das Groß gleich im 2. Reff und dazu die Genua 4. Es erwarteten uns über einen Meter hohe Wellen und frischer Wind mit bis 27 Knoten, weshalb wir später auch die Genua wieder runternahmen. Mit über 6 Knoten kreuzten wir an der Insel Kythnos entlang und haben dabei taktisches Segeln gelernt: man sollte nämlich beim Aufkreuzen immer möglichst zunächst in die Richtung des zukünftigen Winddrehers segeln, um später den Wind nicht wieder von vorne zu haben. Regattamäßig vollführten wir Wenden daher erst so kurz wie möglich vor der Küste und nach aufregenden 26 Seemeilen erreichten wir schließlich die Bucht von Korissia, wo wir für die Nacht ankerten.
Samstag/Sonntag 3./4.8.2024
Der 3.August war unser vierter Seetag. Aufgewacht sind wir in der Bucht von Dokos, in der wir auch vor dem inzwischen südlichen Wind sehr gut geschützt lagen. Nach dem Frühstück haben sich 5 von uns im Rahmen des vom Skipper verordneten Fitnessprogrammd auf den Weg gemacht, die Insel zu erkunden. Man hatte von der Spitze des Hanges einen sehr guten Ausblick auf die Bucht und die Soffio (Foto), welche wie ein kleiner Kutter von da oben aussah.
Im Anschluss gab es an Bord Nudeln mit Ei zum Mittag. Danach wurde gebadet bevor wir nach ausführlichem Briefing gegen 18 Uhr zu unserer Nachtfahrt von Dokos nach Kythnos aufbrachen. Die ersten 10 sm motorten wir an Hydra vorbei um unsere leider entladenen, weil teils defekten Batterien zu laden. Danach setzten wir das Großsegel und die Genua. Mit 8 Knoten Wind fuhren wir 4 knt. Es gab 2 Wachen aus je 3 Jugendlichen (WachführerIn, NavigatorIn, SegeltrimmerIn) für je 3 Stunden, während der Skipper die Nacht im Stand-By Modus verbrachte. Die folgenden Stunden trieben wir mit „stürmischen“ 0 bis 4 Knoten Wind in Richtung der Insel Georgios. Zwischendurch hatten wir keine Ruderwirkung mehr und drehten uns um ca 100°. Am Sonntagmorgen ging es ab ca 9 Uhr endlich mit angenehmen 10kn Wind unter Großsegel und Code Zero dann zügiger in Richtung unseres Ziels auf der Kykladen Insel Kythnos. Dort angekommen haben wir kurz in einer Bucht geankert und später in einem Hafen angelegt, um die schwächelnden Batterien zu laden und unsere Vorräte aufzustocken.
Donnerstag/Freitag 1./2.8.2024
Den Donnerstag verbrachten wir nach dem vorherigen Segeltag mit Abkühlen in der Bucht von Poros und Einkäufen, um unsere Vorräte wieder aufzustocken. So konnten wir Freitagvormittag nach ein paar letzten Besorgungen voll Energie nach Dokos aufbrechen. Die Etappe begann mit Antonies Ablegemanöver und einer Kanaldurchfahrt bei Poros, durch die uns Timm mit Bravour navigierte. Sofort haben wir Groß und Genua gesetzt, um mit einer Geschwindigkeit von 5 Knoten gut Strecke machen zu können. Nach dem Umfahren einer Landzunge nahm der Wind ab, so dass Erik und Timm das Code 0 aus dem Vorschiff holten. So konnten wir gegen 15 Uhr die Segel zügig bergen und den Anker in einer Bucht vor Dokos werfen. Dort sind wir zur Insel geschwommen und haben in einem Abendspaziergang den Sonnenuntergang genossen.
Mittwoch, 31.7.24
Gestern sind wir, 6 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sowie unser Skipper, in Athen angekommen, haben erstmal eingekauft sowie Wasser aufgefüllt.
Heute mussten wir zuerst noch eine neue Segellatte besorgen und den Dieseltank volltanken. Nach der Sicherheitseinweisung, folgte das erste Ablegermanöver um 13:15 Uhr und im Anschluss Mann-über-Bord-Manöver-Übungen mit Timm am Steuer. Klara hat danach das Steuer und Liane die Navigation übernommen. Da es bis zu 20 Knoten Wind gab, kam die Genua 4 zum Einsatz. Im Anschluss hat Samuel das Steuer übernommen und mit uns die erste Halse des Törns durchgeführt.
Am Nachmittag wollten wir eigentlich im Hafen von Perdika anlegen. Er war jedoch voll belegt, weshalb wir mit dem Groß im zweiten Reff und dem Vorsegel Kurs auf Poros genommen haben. Dort sind wir nach insgesamt 38,8 sm angekommen und haben in der gut gefüllten Bucht geankert. Unterwegs erhielten wir eine Warnung vor einem Brand, der ausgebrochen war. Die Rauchwolke hat man bis nach Poros sehen können. Insgesamt war es ein sehr guter Einstieg für den Jugendtörn 2024 in Griechenland, bei dem wir noch viel lernen werden.
Es ist schon zur Tradition geworden, dass der Verein am Ende des Sommers für alle Mitglieder ein Treffen an einem der Lausitzer Seen zum Jollensegeln organisiert. Dieses Jahr haben wir den Partwitzer See gewählt. Davor war es mehrfach der Senftenberger bzw. Geierswalder See gewesen.
Die anfänglichen Befürchtungen, dass das gewählte Wochenende mit Dauerregen aufwarten würde, haben sich zum Glück nicht bewahrheitet. Nach Regen in Nacht kam am Samstagmorgen auch teilweise die Sonne hervor, wenn auch anfangs mit frischen und böigen Wind, welcher den Jollenseglern hoher Aufmerksamkeit abverlangte.
Die Wolken zeigen den böigen Wind an
Für die älteren Vereinsmitglieder standen drei Yxilons zu Verfügung während in diesem Jahr auch noch vier Optimist-Jollen für den jungen Nachwuchs bereit lagen. Dies ist ein Beispiel für die Förderung von Kinder und Jugendlichen bei der Heranführung an den Segelsport durch den Verein. Die Kosten für die Optimists werden natürlich durch ihn getragen. Auch zahlen Jugendliche bei Teilnahme an Segeltörns und Regatten auf der Vereinsjacht Soffio nur einen geringen Finanzierungsbeitrag von 10,- € pro Segeltag, also nur 1/5 des Beitrags von Vereinsmitgliedern mit Einkünften.
Einweisung der Jüngsten im Optimist
Der Wind legte sich, der Abend kam und wir ließen ihn inmitten unserer Zelte und Wohnwagen beim Grillen und späteren Lagerfeuer ausklingen.
Eigentlich nichts besonderes, jedoch immer wieder schön.
Vom 22. Mai bis zum 26. Mai 2022 waren vier NachwuchsseglerInnen zusammen mit erfahrenen Seglern des Vereins mit der Soffio unterwegs. Dabei ging es von Marina di Ragusa nach Brindisi, insgesamt 384 Seemeilen. Ein Großteil der Strecke wurde nonstop gesegelt mit drei Tagen und zwei Nächten auf offener See.
Wind und Wetter waren nahezu optimal und wir sind mit moderater Geschwindigkeit vorangekommen. Außerdem war es das erste Mal, dass wir über Nacht gesegelt sind. Wir hatten ein Schichtsystem, sodass jeder mal mit einem Erwachsenen Wache hatte und zu anderen Zeiten schlafen konnte bzw. im Standby war. Trotz Müdigkeit und Kälte hat es Spaß gemacht nachts zu segeln.
Eine unserer Aufgaben in der Nachtschicht war es, andere Schiffe in der Nähe zu beobachten und zu überwachen. Dabei haben wir gelernt, anhand der Lichter herauszufinden, in welche Richtung sie fahren. Zum Glück war nachts kein Ausweichmanöver notwendig und meistens haben wir mehrere Stunden den gleichen Kurs gehalten. Da hatte man genug Zeit, den Sternenhimmel zu bewundern (den wir leider nicht fotografieren konnten).
Zwischen steuern, Kurs berechnen und Übungs -“Mann über Bord”- Manövern gab es auch immer mal wieder Delfin- und Schildkrötensichtungen. Da vergisst man fast das Segeln, wenn plötzlich ein Delfin in der Bugwelle springt.
Alles in allem war dieser Törn für uns vier eine tolle Erfahrung. Wir haben viele neue Dinge gelernt und neue Situationen an Bord erlebt, aber hatten trotzdem die Unterstützung und Anleitung der erfahrenen Segler.
Kann man nur weiterempfehlen für junge SeglerInnen!