Inzwischen ist es zu einer Vereinstradition geworden … Immer am letzten Wochenende im August treffen sich viele Vereinsmitglieder – oft mit Familienangehörigen – an einem der Lausitzer Seen zum Jollensegeln. Der Verein mietet von örtlichen Betreibern Optis, Yxilons oder ander Jollen, um allen Altersklassen die unmittelbare Erfahrung des Segelns auf einer Jolle nahe zu bringen. Nach Geierswalder und Partwitzer Seen sind wir nun schon das zweite Mal freundlich von unserem Partnerverein „Yacht- und Surfclub Senftenberger See e.V.“ aufgenommen worden. Wir dürfen die Einrichtungen und das schöne Gelände des Vereins nutzen, unsere Zelte aufstellen, die Boot zu Wasser lassen und abends die Grillecke nutzen. Es lag bestimmt nicht nur an dem idealen Wetter dieses Jahr, dass sich alle positiv über dieses gemeinsame Wochenende geäußert haben, denn sonst treffen sich so viele Vereinsmitglieder nur bei den Jahresversammlungen.
… und nächstes Jahr zur gleichen Zeit am selben Ort!
Doch mit Kuchen, Riegeln & Wasser war die Fahrt dann doch noch krasser
Und so haben wir die Berge hinter uns gelassen
und mussten unsern tollen Jugendtörn in Erinnerung lassen <3
Tag 10 von Antonie
Luken zu und Wasser marsch
Nach vielen blutdurstigen Mücken, die uns die letzte Nacht nicht haben schlafen lassen, gibt es heute eher Brunch als Frühstück. Dafür aber mit improvisiertem Kaiserschmarrn. Es steht Putzen auf dem Plan. Bilgen trocknen, Sachen packen, wischen usw. Mit Musik geht das gleich viel besser.
Fabi räumt in der Backskiste auf
Zwischendurch legen sich Samuel und Timm nochmal ordentlich ins Zeug, um Lenka und mich am Mast hochzuziehen, sodass Teile vom Windex getauscht werden können. Etwas gruselig ist es schon, wenn man herunterguckt, aber die Aussicht ist sehr gut.
Lenka im Mast beim Windex abbauen
Mittagessen soll es zwischendurch auch noch geben, allerdings lässt sich unser Kartoffel-Zucchiniauflauf viel Zeit. Stunden vergehen, das Boot blitzblank und es gibt endlich Essen. Frisch gestärkt gehen wir noch in den nächsten Ort und essen Eis. Der letzte Abend…schon komisch.
Die Crew bereit zur Abreise
Tag 9 von Tim
Die letzte Segeletappe
Nach einem entspannten Tagesbeginn legten wir um 13 Uhr ab und begaben uns in Richtung Genua. Nachdem sich die Brücke des Stadthafens öffnete, fuhren wir durch den Industriehafen wieder auf die offene See. Nachdem Groß und Fock gesetzt waren, segelten wir mit 5 Knoten durchs Wasser. Leider hielt der Wind wieder nicht lange an und nach einer Stunde konnten uns sogar treibende Blätter überholen. Daraufhin schmissen wir den Motor an und motorten bis in die Bucht vor Genua, wo plötzlich wieder Wind und 2.5 Meter Wellen auf uns warteten. Nach ein bisschen herumkreuzen vor dem Hafen fuhren wir an unseren Liegeplatz und machten fest. Damit haben wir die Soffio nun erfolgreich von Frejus bis nach Genua gebracht und unser Jugendtörn nähert sich leider dem Ende.
Letzter Sonnenuntergang auf See
Zum Abschluss des Tages gingen wir noch in die örtliche Pizzeria und haben es uns schmecken lassen.
Paul zeigt uns den Stopperstek mit einem Schnürsenkel
Tag 8 von Paul Wir müssen (draußen) warten
Als das Datum um eins hochzählt, befinden wir uns auf Höhe von Albenga. Mit 2 Meter Wellengang und über 20 Knoten Raumwind versucht die erste Nachtschicht die Soffio sowohl auf Kurs, als auch möglichst ruhig zu halten. Allein mit der Fock machen wir 5 Knoten Fahrt in Richtung Savona. Um kurz nach 1 Uhr ist Schichtwechsel auf Höhe von Finale Ligure. Zwei Halsen, 12,2 Seemeilen und 3 Stunden später ist erneut Schichtwechsel mit Genua in Sichtweite. Mit allen Händen an Deck und mit Blick auf die im Osten aufziehenden, von Blitzen erleuchteten Gewitterwolken, ankern wir in einer wellengeschützten Bucht unweit der Hafeneinfahrt des noch geschlossenen Hafens von Savona, um dessen Öffnung abzuwarten. Vom Verschlusszustand befreit nutzen wir die Pause um erholsamen Schlaf an frischer Luft zu tanken.
Wetterleuchten vor der Hafeneinfahrt von Savona
Schließlich öffnet sich um 9:30 Uhr die Brücke und damit die Einfahrt in den Hafen, in dem wir die Gewitterfront aussitzen werden. Nach einem perfekten Anlegemanöver gesteuert von Timm, verfällt die Crew zurück in den Zustand spontanen Einschlafens an Deck. Eine Besichtigung von Savonas beeindruckend schönen historischen Altstadt und Festungsanlage wird vom Eintreffen der Regenfront unterbrochen. Zum Zeitvertreib des restlichen Tages wurden Karten gespielt, Notfallausrüstung und dessen Ersatzbestand inspiziert, kleinere Reparaturen durchgeführt und über imaginäre Zahlen philosophiert.
Der Blick auf das Gewitter von der Festung Savonas
Die Festungsmauer von Savona
Tag 7 von Samuel
Um 07:20 Uhr klingelte der erste von vier Weckern und riss Timm und mich aus dem Schlaf. Nachdem wir schnell unsere Matratzen unter Deck verstaut hatten, machten wir uns auf den Weg zum Einkaufen. Auf der Liste standen Baguette, Wasser, Obst, fünf Lampen für die Rettungswesten und ein neuer Rettungsring, nachdem der alte sich bereits zerlegte und schon länger nicht mehr gelb war.
Als wir auf dem Rückweg vom Supermarkt unsere Einkäufe an Bord abstellten, war der Rest der Crew auf den Beinen und übernahm das Verstauen. Während wir uns noch auf eine Wanderung zum Hafenbüro am anderen Ende der riesigen Marina machten, brachten Klara und Liane ihre Rucksäcke von Bord, da sie sich schon früher verabschieden mussten.
Die Jugendcrew, jetzt nur noch zu sechst, läuft aus dem Hafen von Sanremo aus
Pünktlich um 10 Uhr konnten wir mit einer Crew von sechs Personen ablegen und Timm manövrierte uns sicher aus dem Hafen. Mit gut 12 Knoten Wind von vorne kreuzten wir Richtung Nordost. Ziel war eine kleine Bucht, in der eine Statue unter Wasser zu besichtigen war. Als wir dort gegen 16:30 Uhr ankamen und einen Platz zum Ankern suchten, wurden wir noch von einer spontanen Mann-über-Bord-Übung von Paul überrascht.
Guter Segelwind auf dem Weg nach Savona
Mal ordentlich Schräglage
Schließlich vor Anker peilten wir grob die Richtung der Statue und schnorchelten los. Nach etwa 140 m von der Soffio entfernt wurden wir fündig. In etwa 9 Metern Tiefe stand die Statue „Stella Maris“: eine Frau mit einem Kind im Arm und einem langen Mantel, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
Die Unterwasserwelt beim Ankern, gezeichnet von Paul
Erschöpft vom Erkunden wartete an Bord noch Arbeit auf uns. Gemeinsam tauschten wir den Rettungsring und verknoteten die erst kürzlich neu angeschaffte Blitzboje. Außerdem wechselten wir die defekten und abgelaufenen Lampen in den Rettungswesten.
Nach diesen Vorbereitungen waren wir startklar für unsere Nachtfahrt und verließen die Ankerbucht, in der mittlerweile der Schwell deutlich zu spüren war. Um 21:00 Uhr lichteten wir den Anker und segelten unter Fock mit bis zu 9 Knoten Richtung Savona.
Tag 6 von Liane
Heute starteten wir nach einem entspannten Morgen in die, für mich und Klara, letzte Etappe des Jugendtörns. Morgen früh werden wir beide abreisen und die Jugendcrew wird den Rest der Strecke nach Genua zu sechst bewältigen. Aber heute geht es erst einmal noch nach Sanremo.
Nachdem wir uns per Motor etwas vom Land entfernt hatten, kam eine relativ gute Brise auf und wir segelten mit ca. 3 Knoten. Inzwischen sind unsere Skipper zu Überraschungs-Fender-über-Bord Manövern übergegangen, um unsere Reaktionsgeschwindigkeit zu testen. Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir der Törn mit den meisten MOB-Manövern jemals sind. Sowohl unter Motor als auch unter Segel haben wir es jetzt alle drauf.
Am späteren Nachmittag lagen wir dann aber leider wieder in einer Flaute, nutzten die Möglichkeit aber für eine wohlverdiente Badepause. Tierisches Highlight war heute, dass ein Schmetterling an Bord landete und sich mehrfach sehr zutraulich neben uns setzte. Kurz vor Sanremo frischte der Wind nochmal auf, was wir natürlich direkt nutzen mussten, um mal ein paar Manöver zu üben. Nach zahlreichen Wenden, Halsen und Kuhwenden hatten wir ein tolles Muster in unseren Track gezeichnet, der heutige Navigator Fabi war sehr stolz auf sein Werk.
Flautensegeln
Bootstiere
Trackgeometrie
Die große Challenge des heutigen Tages war dann das Anlegen. Im Hafen gab es plötzlich Böen mit teilweise über 17 Knoten, die ständig unseren Bug rumdrückten, was das Anlegen sehr erschwerte. Die Marinieros konnten auch nur Italienisch, was die Hilfestellungen nicht ganz so hilfreich machte. Mit sehr viel Rumschieben, neu ansetzen, und „avanti! piano!“ haben wir es dann aber doch ohne jegliche Unfälle geschafft. Nur bei der einen Mooringleine des Hafens mussten wir beim Rausholen feststellen, dass sie kaputt war, der Hafenmeister hat uns aber versichert, dass eine auch reicht. Unseren Nachbarn, die uns beim Anlegen auch sehr unterstützt haben, haben wir beim Anleger trinken dann auch noch ein Getränk rübergegeben, als kleiner Dank.
Anlegerpudding
Nach dieser aufregenden Aktion brauchten wir auch alle erstmal einen Schokopudding. Während dem schönsten Sonnenuntergang des ganzen Jugendtörns wurden dann Nudeln „Cacio e pepe“ gekocht und abends spazierten wir noch durch die Altstadt von Sanremo, natürlich mit Gelato.
Tag 5 von Antonie „Wir haben keinen Platz für Sie“
Heute mal 7.30 Uhr aufstehen… oder auch 8 Uhr. Trotzdem geht es erstmal mit dem Dingi in die Altstadt von Villefrache-sur-Mer, um durchzulaufen und zu erkunden, aber auch um Pain au Chocolat und Croissants zu essen. Lecker! Die Altstadt ist wirklich sehr hübsch. Zurück auf dem Boot bezahlen wir die aktuelle Boje und widmen uns der nächsten Mission: einen Hafenplatz in Monaco für die nächste Nacht reservieren. Denn der erste Hafen hat bereits abgesagt. Also werden noch weitere angefragt oder angerufen und nach und nach Absagen kassiert. Damit haben wir nicht gerechnet. Auch die Häfen in Menton und weiteren Orten haben uns alle abgesagt – „Wir haben keinen Platz für Sie“. Zwischendurch gehen wir noch kurz am Riff tauchen und sehen viele Fische und der Keilriemen wird gewechselt. Irgendwann ist unsere letzte einigermaßen gute Möglichkeit Ventimiglia…und sie sagen zu, yay :D. Also auf geht’s 16 Seemeilen in den nächsten Hafen. Leider ohne Wind.
Kurz bevor wir den Hafen erreichen, hisst Lenka die italienische Flagge, denn wir sind in ,,bella Italia“ angekommen. Dann machen wir noch ein paar MOB-Übungen. Da die Bedingungen günstig sind, wollen wir wissen, wie es ist, einen richtigen Menschen zu bergen, um im Ernstfall gut vorbereitet zu sein. Wir probieren verschiedene Techniken aus, aber alle klappen einigermaßen gut, sodass Samuel, Klara und Lenka heil wieder an Bord sind.
Unser erstes alleiniges Anlegemanöver in Ventimiglia kann sich durchaus sehen lassen. Da das Boot neben uns jedoch sehr unpraktisch festgemacht hatte, mussten wir unsere Mooringlines nochmal nachspannen, um nicht von dem Boot abgedrängt zu werden. Unsere Physiker Paul und Fabi haben sich dafür sehr interessante Techniken einfallen lassen.
Keilriemenwechsel
Nachspannen von Mooringleinen.
Zum Abschluss des Tages gehen wir essen. Natürlich Pizza, wo wir doch gerade in Italien angekommen sind. Noch eine lang ersehnte Dusche und dann ab ins Bett.
Der perfekt kreisrunde Hafen von Ventimiglia
Tag 4 von Lenka
Der Tag begann mit einem üppigen Frühstück und Morgenschwimmen. Gestärkt ließen wir die Île Sainte-Marguerite mit all ihren großen Yachten und Hubschraubern und Rutschen hinter uns, um weiter in Richtung noch größerer Yachten und Hubschrauber zu segeln.
Auf dem Weg wurde das erste MOB unter Segel erfolgreich geübt. Weiter segelten wir flott in den alten Hafen von Nizza um Klara, Toni, Fabi und Lenka abzusetzen.
Nach ca. anderthalb Stunden umherkreuzen vor Nizza haben wir sie plus Essenseinkäufe wieder eingesammelt und haben unser eigentliches Ziel Villefranche-sur-Mer erreicht. Nach zwei Versuchen war unser Ankermanöver endlich erfolgreich, doch der Abend nahm noch eine spannende Wendung: Denn in der inzwischen ziemlich dunklen Bucht braute sich ein Gewitter zusammen und der Schwell und die Windböen nahmen stetig zu, entgegen der Vorhersagen, sodass unsere Anker ins Rutschen kam.
Unser vermeintlich schöner Ankerplatz kurz bevor das Gewitter anrückte
Schnell wurden auf das Kommando unserer Skipper die Schwimmwesten angezogen und Aufgaben verteilt. Während der Anker gelichtet wurde, wurde der nächste Hafen in Nizza kontaktiert – welcher leider schon geschlossen hatte. Doch, wie es das Glück so wollte, fanden wir noch ein ungekennzeichnetes Bojenfeld, welches uns den Abend rettete (und etwas telefonische Beratung von Carsten hat auch dazu beigetragen).
Mit der maximalen Länge von 12 Meter für die Boje war es eine Punktlandung und wir konnten endlich unser Abendbrot beenden und den Abend erleichtert und glücklich über unser erfolgreiches Teamwork-Erlebnis ausklingen lassen.
Tag 3 von Fabian … Einmal um den Block
Sonniger Morgen vor der Île Sainte-Marguerite – nach einer ausgiebigen Schwimmrunde und Frühstück hieß es um 12 Uhr dann auch schon: Anker auf.
Unser Plan: In der Bucht von Cannes verweilen und das große Feuerwerkfestival mit bester Sicht direkt vom Boot aus genießen.
Dafür hofften wir einen Bojenplatz vor dem Fort de Sainte-Marguerite mit hoffentlich perfektem Blick über die Bucht zu ergattern. Allerdings hatten nicht nur wir diese Idee und entsprechend viel war los. Dank Pauls Manövrierkünsten und Lianes Kartenlese-Erfahrung meisterten wir die Flachwassergebiete ohne auf Grund zu laufen, das Lot ständig im Blick. Tatsächlich fanden wir noch eine freie Boje. Trotz der Wellen durch die zahlreichen Yachten und Fähren gelang unser erstes Festmachen mit dem Bojenhaken „problemlos“.
Unser Bojenplatz mit dem Blick auf das Fort de Sainte-Marguerite
Danach Dingi zu Wasser, alle Mann rein, paddeln und ab auf die Insel und zum Fort.
Am Ende des Abends erwies sich unser Bojenplatz als Volltreffer: freie Sicht auf die Bucht und direkt vor uns das Feuerwerk.
Das Feuerwerkfestival von Cannes
Dazu verspeisten wir den frisch gebackenen, improvisierten Geburtstagskuchen von Paul. Wir hatten heute auch schon zu jeder Gelegenheit eine Gesangseinlage für ihn eingelegt. Nach dem Feuerwerk ließ der Lichterstrom von Steuerbord und Backbordlaternen sowie das Hupkonzert der Signalhörner erahnen, wie voll die Bucht tatsächlich gewesen war. Mit dem Fachsimpeln über die richtige Lichterführung und dem ausgiebigen Testen unseres Signalhorns ging der Tag dann zu Ende.
Tag 2 von Klara
Die jüngste Crew der Soffio beginnt ihre Reise nach Genua
Heute war unser erster Segeltag nur zu acht. Das heißt, das erste Mal lag die vollständige Verantwortung bei unseren Skippern Timm und Paul. So verließen wir gegen 12 Uhr den Hafen von Frejus und begannen unsere Fahrt als jüngste Crew, die jemals auf der Soffio gesegelt ist. Die ca. 20 Seemeilen lange Fahrt verlief sehr angenehm. Mit 2-5 Knoten kreuzten wir mit Groß und Fock unseren Weg zur Iles de Lérin kurz vor Cannes. Unterwegs wurde unsere Fahrt nur von spontanen MOB-Manövern unterbrochen, diesmal um Plastiktüten und eine Käppi (nicht unsere) aus dem Wasser zu bergen. Schließlich ankerten wir, zum ersten Mal alleine und sehr erfolgreich, gegen 18:30 Uhr zwischen den Iles de Lérin. Dort nahmen wir dann alle unsere zugewiesene Rettungsweste zur Hand und öffneten sie unter Anleitung von Samuel, um zu überprüfen ob noch alles, z. B. die Lampen, intakt ist. Samuel zeigte uns auch wie man die Rettungsinsel benutzt und wir teilten die Notrollen zu. Nach dieser interessanten und wichtigen Lehrstunde ließen wir den Tag entspannt mit einem Chili sin Carne, Lichterketten und Musik ausklingen.
Die junge Crew der Soffio legt ab
Prüfung der Rettungswesten
… noch mehr Rettungswesten
Tag 1 von Jugendskipper Tim
Unser erster Tag begann mit einem ordentlichen Frühstück. Nachdem wir alle gestärkt waren, wurden wir von Carsten in die Bordtechnik der Soffio eingewiesen. Er begleitete uns heute auch noch, sozusagen als Probetag. Dann haben wir gemeinsam das Ablegemanöver durchgesprochen, um alle Fragen zu klären. Nach dem erfolgreichen Ablegen setzten wir Kurs auf die Tankstelle, wo wir seitlich anlegen übten. Nachdem wir 80 Liter getankt hatten, fuhren wir für Übungsmanöver aus dem Hafen in die Bucht von Fréjus. Jeder spielte einmal das Mann über Bord Manöver durch, bis sich jeder sicher fühlte.
Erschwertes Manöver mit Mittagessen in der Hand
Aufnahme des Fenders
Unser Track nach sehr vielen MOB-Manövern
Im Anschluss setzten wir die Segel und segelten zum Baden in die Bucht vor Saint Aygulf. Wir entschieden uns dann vor Anker das Groß zu setzen und unter Segeln den Anker aufzuholen, etwas dass wir alle zum ersten Mal ausprobierten. Zum Anlegen in Fréjus hatten wir optimale Bedingungen, sodass dies auch einwandfrei gemeistert wurde. Nach einem gemütlichen Abendessen entschieden wir uns spontan zum nächtlichen Baden am Strand.
Gemütlicher Abend auf der Soffio
Insgesamt haben wir heute schon viel gelernt, Carsten alle Fragen gestellt, die wir hatten und uns auch untereinander schon kennengelernt. Wir sind bereit die Soffio nach Genua zu bringen.
Zehn Tage ist es erst her, dass die erste Jugendcrew des Jahres in Genua die Soffio enterte. Gefühlt sind jedoch 3 Wochen vergangen, so viel haben wir seitdem gesehen und so routiniert laufen inzwischen alle Manöver ab. Nach einer ruhigen Nacht vor Anker direkt neben St. Tropez (es wurde wieder spät) klingelt heute tatsächlich einmal der Wecker, denn es ist schon der letzte Tag des Törns und wir wollen pünktlich im Übergabehafen sein, um die Soffio für die nächste Crew frisch zu machen. So geht also um 8:45 Uhr der Anker auf und 5 Minuten später steht das Großsegel. In der leichten, zunächst noch ablandigen Morgenbrise lassen wir die Maschine anfangs noch etwas mitlaufen, während das Frühstück vorbereitet wird. Mit Obst, Yoghurt, Müsli und Kaffee (für den Skipper) treiben wir eher, als dass wir segeln um die markante Südtonne auf der Untiefe La Seche a l’Huile, einem Felsriff am Ausgang des Golf von St. Tropez, welches je nach Quelle entweder nach dem dort vor mehr als 100 Jahren aufgestellten ölbetriebenen Leuchtfeuer oder den dort gefangenen und anschließend in Öl eingelegten Tintenfischen benannt ist. Zum Glück setzte bald die tägliche Seebrise ein, sodass wir tatsächlich noch ein gutes Stück in Richtung unseres Etappenziels segeln können: Nach der Absage durch den Vieux Port St. Raphael hatten wir einen Liegeplatz in Port Frejus ergattert (56 Euro pro Nacht inkl. Wasser, Strom und Duschen). Diese Wahl sollte sich für die Übergabe an die Folgecrew noch als glückliche Fügung herausstellen. Zuvor wurde noch ein letztes mal geankert und gebadet. Das Anlegemanöver im Hafen Frejus durch Skipper-of-the-day Eva fiel diesmal etwas herausfordernder aus, da kurz vor der Boxengasse noch gedreht, und rückwärts eingefahren werden musste. Dank der Zusammenarbeit in der Crew wurde auch dies gemeistert und vom Hafenmeister mit einem Kopfnicken anerkennend quittiert. Der Rest des Tages verlief weiter genauso ereignisreich wie der bisherige Törn: Kleinreparaturen, Deck schrubben und Klar Schiff, Wassertanks füllen, neue Crew begrüßen, Umzug ins Appartement bzw. Verabschiedung des ersten Crewmitgliedes, Einkaufen, Sonnenfinsternis bestaunen, gemeinsames Pizzaessen der alten und der neuen Crew im Cockpit der Soffio, sowie zum Abschluss Party mit OpenAir Musik auf der Hafeninsel.
Ankern vor St. Tropez
Großeinkauf mit der neuen Crew
Die Soffio mit der Sonnenfinsternis
Ein großes Dankeschön an unsere mitsegelnden jugendlichen Mitglieder für einen sehr aktiven und vielseitigen Törn. Ich bin sicher, es bleibt mehr zurück als Tanlines und hoffe ihr geht auch bald ohne „Betreuung“ einmal allein an Bord und macht einfach euer Ding.
Beide Jugendcrews sind vereint
Tag 10 von Jette
Am Morgen starteten wir relativ früh in den Tag: während eine Gruppe das Frühstück vorbereitete, machte die andere schon einmal das Dinghi startklar. Denn es soll nach Port Grimaud gehen. Die Stadt ist an Venedig angelehnt, mit kleinen Wasserwegen und Häusern direkt am Wasser. Wir fuhren mit Musik durch die Kanäle und genossen die besondere Atmosphäre, ein Eis musste auch sein. Nachdem wir so ziemlich jeden Kanal befahren haben, ging es zurück zur Soffio.
DIe Jugendcrew im Dinghi
Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns zum Segeln bereit. Heute haben wir wieder MOB-(Mann über Bord) Manöver geübt. Dieses Mal übten wir die Bergung aber während des Segelns und nicht mit laufendem Motor.
Danach holten wir den Spinnaker heraus und lernten ihn zu setzen. Das bunte Segel bereitete uns besonders viel Spaß und wir konnten ein wenig damit experimentieren.
Der Spinnaker wurde gesetzt!
Nachdem der Spi wieder eingepackt war, konnten wir uns noch mit einem Fender über Bord schwingen und ins Wasser fallen lassen. Das war eine willkommene Abkühlung und hat sehr viel Spaß gemacht.
Insgesamt sind wir beim Spaßsegeln viel gekreist und auf der Stelle gefahren, hatten am Ende aber durch die verschiedenen Manöver mit dem MOB, dem Spinnaker und später auch beim Schwingen 7,5 Seemeilen zurückgelegt.
Unser Track nach einem manöverreichen Tag
Am späten Nachmittag ankerten wir direkt vor Saint Tropez und fuhren nach dem Abendbrot noch einmal mit dem Dingi an Land. Dort schlenderten wir zunächst am Hafen entlang Richtung Leuchtturm. Dabei konnten wir die beeindruckenden Yachten bestaunen. Nach Eis und Crêpe ging es langsam aber sicher wieder Richtung Boot, wo wir den Tag ausklingen ließen.
Die Crew des Jugendtörns am Leuchtturm von Saint Tropez mit Blick auf die Soffio vor Anker
Insgesamt war es ein sehr ereignisreicher und abwechslungsreicher Tag. Besonders das Segeln, die vielen Aktivitäten auf dem Wasser und der Besuch in Saint-Tropez machten den Tag zu einem schönen Erlebnis.
Tag 9 von Erik
Nach einer lustigen Nacht mit einem sehr erfrischendem Schauer starteten wir in einen Tag, der sich letztendlich anders entpuppte als erwartet. Wir gingen zuerst schwimmen und die Insel Porquerolles erkunden. Währenddessen haben Carsten und Liane auch etwas an der Logge gebastelt, sind aber noch zu keinem Ergebnis gekommen.
Nach dem Mittagessen und ein bisschen Entspannung planten wir 6 Seemeilen nach Port Cros überzusetzen. Doch nachdem wir mit bis zu 9 Knoten unterwegs waren, entschieden wir uns, obwohl es schon ziemlich spät war, doch bis in die Bucht von Saint Tropez zu segeln. Wir refften zwischenzeitlich und der Schwell sowie der Wind kamen meist achterlich, weshalb wir schön die Wellen surfen konnten. Ein weiteres Highlight waren die ersten Delfine, die wir während diesem Jugendtörn sahen. Sie begleiteten uns kurze Zeit und munterten uns nochmal auf. 38 Seemeilen und ein Abendbrot später kamen wir letztendlich vor Port Grimaud an und warfen den Anker. Alles in allem stellte sich der Tag als sehr spaßig und seglerisch anspruchsvoll heraus und jeder lernte heute etwas dazu, zum Beispiel wie sich die Thermik nahe an Inseln mal eben schnell verändern kann.
Wellen surfen mit 9 Knoten gen Saint Tropez
Skipper Carsten hat bewiesen, dass man auch bei Wellen eine perfekt gerade Linie steuern kann
Nachts kurz vor Ankunft im Golfe de Saint-Tropez
Tag 8 von Mathilde
Da wir gestern von unserem Abendspaziergang erst spät an Bord zurück waren, haben wir heute erst mittags abgelegt. Jedoch waren wir sehr produktiv, weil alle einmal Anlegen und Ablegen an unserem längsseitigen Liegeplatz geübt haben – durch das Eindampfen in die Vorspring. Dabei wurden wir lustigerweise von einem Marinerio gefragt, ob wir Probleme haben, da wir so seltsam fahren würden, doch als wir ihm unsere Übung erklärten, lachte er nur.
Mit wenig Wind starteten wir in unseren heutigen Trip, doch nachmittags frischte der Wind glücklicherweise auf, sodass wir auch endlich mal wieder richtige Schräglage erlebt haben. Durch den Fahrtwind war die Hitze erträglich und zwischendurch bei langsamer Fahrt konnten wir uns auch an die Badeleiter hängen. Da sich die Windrichtung auch gedreht hatte, mussten wir schließlich zu unserem Ziel, der Insel Porquerolles, kreuzen und legten somit 20,8 Seemeilen zurück.
Eine unserer Wenden
Dort ankerten wir in einer schönen, aber auch sehr beliebten Bucht. Nach einer ausgiebigen Schwimmrunde haben wir lecker gegessen und konnten in der Bucht den Sternenhimmel beobachten und gingen mal verhältnismäßig früh schlafen 😉
Anlegemanöver üben im Hafen von Cavalaire-sur-Mer
Kreuzen Richtung Porquerolles
Sonnenuntergang in der Bucht
Tag 7 von Liane
Nach einer ruhigen Nacht in der Bucht von Agay holten wir relativ früh den Anker ein, da wir uns heute viel vorgenommen hatten.
Morgens in der Bucht von Agay mit Blick auf das Esterel-Gebirge
Eigentlich wollten wir nämlich 43 Seemeilen bis zu den Îles d’Hyères segeln, da die Windvorhersage gestern auch sehr gut aussah. Diese hatte sich jedoch über Nacht wieder verschlechtert, sodass wir schon morgens fast sicher wussten, dass wir es segelnd nicht schaffen werden. Unterwegs haben wir uns deshalb den Hafen von Cavalaire-sur-Mer als Zwischenziel ausgesucht.
Die geplante Route zu den Îles d’Hyères
Auf dem Weg waren wir während einer Flaute auch baden. Nach 25 Seemeilen kamen wir gegen 18 Uhr an und legten zum ersten Mal bei diesem Jugendtörn längsseits an. Ein Teil der Crew ging einkaufen und die anderen haben die Soffio klargemacht und zum Beispiel die Wassertanks aufgefüllt und mal das Deck etwas sauber gespült.
Abends sind wir dann in der Stadt essen gegangen, diesmal richtig französisch, mit Galettes, Crepes und Salades.
Danach haben wir einen kleinen Nachtspaziergang zu einem Aussichtspunkt gemacht, von wo wir die Bucht und den Hafen sehr schön sehen konnten. Nach diesem tollen Tagesabschluss sind wir alle müde in die Kojen gefallen.
Die Jugendcrew am Aussichtspunkt von Cavalaire-sur-Mer
Tag 6 von Samuel
Von Hamburg nach Antibes
Nachdem ich bis gestern noch auf meinem Ausbildungsschiff arbeiten musste, konnte ich mich heute endlich auf den Weg zu den anderen machen. Mein Tag begann um 04:00, als mein Wecker mich nach einer zu kurzen Nacht aus dem Schlaf riss und ich mich auf den Weg zum Flughafen machte. Um 06:00 saß ich dann auch schon im Flieger nach Nizza.
Dort gelandet, machte ich mich mit meinen zwei viel zu großen Rucksäcken auf die Suche nach einem Zug, der mich nach Antibes zur Soffio bringen sollte. Auf Vesselfinder hatte ich beobachtet, dass diese seit dem Abend davor in Port Vauban lag. Spontan ein Ticket für den Zug gekauft und schon fuhr ich direkt den Strand entlang Richtung Süden. In Antibes angekommen, sammelte Carsten mich am Bahnhof ein und rief per Funk ein E-Golfcart, das uns bis zum Steg fuhr, an dem die Soffio lag.
Dort wurde ich sofort herzlich empfangen und lernte Jette und Mathilde kennen. Nachdem die restliche Crew von einem kleinen Einkauf zurück war, gab es erst einmal Frühstück mit leckeren frischen Croissants. Unsere Skipperin des Tages, heute Eva, machte sich anschließend auf den Weg zum Marina-Office, um die letzten Formalitäten zu erledigen, sodass wir pünktlich um 12:00 auslaufen konnten.
Mit Kurs Südwest segelten wir an der französischen Küste entlang und machten nachmittags an einer Boje vor den Ile de Lerin bei Cannes fest. Dort wurde ein Badestopp eingelegt und dann ging es weiter bis in die Bucht von Agay. Unterwegs haben wir auch den Großbaumniederholer erneuert. Dazu hat Carsten uns erklärt, dass es sich um ein hohles Seil handelt und wir haben einen „Brummelspleiß“ gelernt.
Ankern vor den Ile de Lerin mit Blick auf Cannes
Eva beim Brummelspleiß
Einfahrt in die Bucht von Agay im Sonnenuntergang
Kurz vor Sonnenuntergang warfen wir den Anker und beobachteten aus dem Wasser die Abendsonne. Anschließend ließen wir den Abend entspannt an Deck mit Musik ausklingen. Nachts hatten wir noch eine lustige Begegnung: einige Franzosen in einem Dingi haben ihr Boot im Ankerfeld nicht mehr gefunden und kamen bei uns vorbeigepaddelt, um zu gucken, ob sie hier richtig waren. Da haben wir unseren neu angeschafften Handstrahler verwendet, um ihnen mehrere Boote anzuleuchten, sodass sie dann doch noch erfolgreich ankamen 🙂
Tag 5 von Eva
Nach einer ruhigen aber heißen Nacht sind wir in der Bucht von Villefranche-sur-Mer aufgewacht und entschieden uns aufgrund des schwachen Windes einen gemütlichen Morgen in der Bucht zu verbringen. Wir erkundeten diese mit dem Dingi und bestaunten die Superyachten und Villen. Nach einer kurzen Abkühlung im Wasser lifteten wir den Anker und segelten mit dem leider immer noch recht schwachen Wind mit gemütlichen 3-4 Knoten Richtung Antibes. Eva war heute „Skipper of the Day“, hat also die Aufgaben eines Skippers übernommen und Entscheidungen getroffen. Unser Skipper Carsten beobachtet unsere Handlungen aber natürlich trotzdem und sagt Bescheid wenn er Bedenken hat (das ist heute aber nicht vorgekommen). Am Hafen angekommen, bereiteten wir alles für die Ankunft vor und Eva steuerte das Anlegemanöver. Dort zeigte Carsten ihr auch wie das Anmelden im Hafenbüro als Skipper so abläuft. Danach erkundeten wir noch alle zusammen die schöne Altstadt von Antibes und ließen den Tag beim gemeinsamen Abendessen und bummeln ausklingen.
Morgen in der Bucht von Villefranche-sur-Mer
Unterwegs in der Altstadt von Antibes
Tag 4 von Jette
Von Monaco zur Bucht von Villefranche-sur-Mer Strecke: 6 Seemeilen.
Den Morgen verbrachten wir zunächst im Hafen von Monaco. Da wir bereits am Vorabend beschlossen hatten, den Pool des Yachtclubs noch einmal zu nutzen, begann der Tag mit einer kurzen Erfrischung, bevor wir gegen 11:45 Uhr ausliefen. Unser Tagesziel war die nur sechs Seemeilen entfernte Bucht von Villefranche-sur-Mer. Da der Wind jedoch nur schwach war, dauerte die Überfahrt etwa drei Stunden und wir übten das Flautensegeln. Während der Fahrt konnten wir erstmals die französische Flagge hissen. Nach unserer Ankunft nutzten wir das klare Wasser der Bucht zum Schwimmen und Schnorcheln. Dabei konnten wir zahlreiche Fische sowie Teile eines Schiffswracks entdecken. Nach einer gemeinsamen Stärkung machten wir uns am Abend mit dem Dingi auf den Weg an Land, um die Altstadt von Villefranche-sur-Mer zu erkunden. Auf dem Weg in die Stadt begegneten uns Kaktusfeigen, von denen wir einige pflückten und probierten. Anschließend besichtigten wir eine Kirche und erledigten noch den Einkauf fürs Frühstück. Den Abend ließen wir schließlich mit einem Eis am Ufer ausklingen und genossen den Blick auf die Küste. Vom Dingi konnten wir die beleuchtete Stadt auch noch einmal vom Wasser aus bewundern. Insgesamt war es ein sehr gelungener Tag.
Die französische Flagge wird gehisst
Bucht von Villefranche-sur-Mer
Villefranche-sur-Mer am Abend
Aussichtspunkt über die Bucht
Tag 3 von Erik
Nach einer relativ schaukligen Nacht in der Bucht von Laiguelia holten wir um 8 Uhr den Anker in der Hoffnung ein, den angesagten Wind zu erwischen. Schon nach ein paar Minuten setzten wir das Groß und auch direkt die G3. Anfangs machte uns der Schwell aus unterschiedlichen Richtungen noch leichte Probleme beim Steuern, jedoch bekamen wir das ziemlich schnell unter Kontrolle. Nach dem Frühstück frischte der Wind auf und sowohl Wind als auch Welle kamen von Achtern. Mit Eva am Steuer erreichten wir unseren Rekord von 11,1 Knoten schon am Vormittag. Die See nahm allerdings immer weiter an Welle zu, weshalb wir zuerst refften und dann das Großsegel ganz wegnahmen. Wir segelten jedoch weiterhin mit ca. 6 Knoten Richtung Monaco.
Schließlich erreichten wir den Ort gegen 15:30 an und legten am Yachtclub de Monaco an. Wir segelten heute insgesamt 43,5 Seemeilen. Später nahmen wir noch den Pool vom Yachtclub in Anspruch und erkundeten den Hafen und die Altstadt, wo wir essen gegangen sind. Die Stadt und der Yachtclub haben uns ziemlich beeindruckt und waren ein ungewohnt luxuriöses Erlebnis.
Die Soffio im Yachthafen von Monaco
Die Jugendcrew in der Poolbar des Yachtclub de Monaco
Mit „SY Soffio“ bedruckte Chipkarten für die Anlagen des Yachtclubs
Tag 2 von Mathilde
Nach unserer späten Ankunft gestern in Loano sind wir heute dementsprechend spät aufgewacht, haben dann zügig unseren Großeinkauf gemacht und die Soffio klariert. Kurz nach 12 sind wir leider mit genauso wenig Wind wie am gestrigen Tag gestartet. Trotzdem sind wir ein paar Seemeilen ohne Motor gesegelt und konnten die (leichte) frische Seebriese genießen. An der Isola Gallinara gab es einen ausgiebigen Badestopp und wir konnten viele Fische sehen, die Bucht erkunden und viele Sprünge ins erfrischende Wasser machen.
Ankern vor Gallinara bei spiegelglatter See
Unser eigentliches Ziel Sanremo konnten wir wegen des sehr geringen Windes leider nicht mehr erreichen, weshalb wir uns für die vor Schwell geschützte Bucht bei Laigueglia entschieden. Für morgen früh wird dafür deutlich mehr Wind angesagt. Hier hatten wir nochmal Badespaß, haben anschließend lecker gekocht und konnten unter dem Sternenhimmel einschlafen.
Baden vor Laigueglia
Tag 1 (02.08.2026) von Liane
Nachdem wir gestern Abend mit der vorherigen Crew in der Marina Genova essen waren, übernahm die Jugendcrew heute morgen offiziell die Soffio. Diese besteht aus unserem Skipper Carsten und der Crew: Erik, Liane, Mathilde, Eva und Jette. Samuel wird in ein paar Tagen auch noch zu uns stoßen.
Nach einer ausgiebigen Einweisung wurde mittags das erste Ablegemanöver gefahren. Außerhalb des Verkehrstrennungsgebietes vor Genua übten wir dann Mensch-über-Bord Manöver mit zwei Fendern. Dabei übernahm jeder mal das Steuer und die verschiedenen Rollen, sodass wir es nun alle drauf haben.
Mathilde beim erfolgreichen Aufnehmen des MOB
Unser Track nach vielen MOB-Manövern
Nachdem wir unsere Kreise gedreht hatten, siehe unseren interessanten Track auf Navionics, nahmen wir Kurs auf Loano. Leider ließ der Wind jedoch zu wünschen übrig, blies mit gerade einmal 3 bis 4 Knoten aus Südwesten, unserer Zielrichtung. Nach einer Weile gingen wir dann zum Motorsailing über, damit wir noch rechtzeitig im Hafen ankommen. Zwischendurch haben wir uns aber auch mal treiben lassen und einen Badestopp eingelegt. Mit Abendessen in der Hand war dann schon die Stadt Loano in Sicht und gegen 22 Uhr haben wir endlich angelegt.
Sonnenuntergang an der Küste bei Loano
Ein kleiner Spaziergang mit Gelato durch die Altstadt musste aber trotzdem noch sein. Damit ist der erste Tag des Jugendtörns schon vorbei, jedoch war er so ereignisreich, dass es sich anfühlt als wären wir schon länger hier.
Die erste Hälfte des Jahres liegt schon wieder hinter uns. Was hat sich bei Schotbruch getan? Wie ist die Segelsaison angelaufen?
Work & Sail
Nach der jährlichen Mitgliederversammlung im Februar wurde der nächste Schwerpunkt auf die Vorbereitung der Soffio auf die aktive Segelsaison gelegt. Mit einem Teil der anstehenden Arbeiten wurde die nebenan liegende Werft beauftragt. Arbeiten, welche keine tiefergehenden Spezialkenntnisse erfordern, hat unser Bootswart für die bereits traditionellen Work&Sail-Events ausgeschrieben. Zwei Teams fuhren Ende März und im April nach Süden, um unser Boot für die Crews wieder voll segeltüchtig zu machen. Insbesondere Stefan & Stefan investierten mehrere Tage für die Arbeiten vor Ort. Neben Ölen der Teakholzteile gehörte auch der Tausch von in die Jahre gekommenen Ventileinsätze bei den zahlreichen Leitungsverbindungen sowie das Entrosten und Versiegeln der Kielaufhängung und, und, und dazu. Leider kam dabei wieder einmal der Teil „Sail“ in „Work&Sail“ zu kurz.
Vielen Dank an unsere Vereinsmitglieder, die wieder einmal viel persönliche Zeit in den Zustandserhalt unserer Soffio gesteckt haben.
Erste Törns
Kurz darauf erfreuten sich die ersten Vereinsmitglieder eines Boots im guten Zustand.
Darunter befand sich auch eine Crew, die sich auf Ihre SKS-Prüfung auf Elba vorbereitete. Dabei lernten sie von Sturm bis spiegelglatte See so ziemlich alle möglichen Wetterbedingungen kennen. In Portoferraio, dem Prüfungsaustragungsort, erwies sich das Üben von Anlegemanövern als unerwartet schwierig, da dies fast überall unerwünscht bzw. verboten ist. Dennoch wurde der Prüfungstermin mit guten Erfolg wahrgenommen. Durch Starkwind geriet die Gruppe in Zeitnot, die Soffio rechtzeitig bis zum Flug nach Genua zu überführen. Sobald es die Bedingungen erlaubten, wurde abgelegt und bei einem sehr langen Schlag auch in der Nacht gesegelt. Das Ansteuerung des unbekannten Jachthafen von Genua bei Nacht erwies sich wegen der unvollständigen Kennzeichnung von Gefahrenstellen auch nicht als einfach. Der Anleger deutlich nach Mitternacht ließ nur wenige Stunden bis zum Aufbruch zum sehr frühen Rückflug. Insgesamt kein ganz „alltäglicher“ Törn für die Prüflingscrew.
Der Yachthafen liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum lokalen Flughafen. Das Hafenbüro bietet einen kostenlosen Shuttle-Service vom / zum Flughafen bei rechtzeitiger Voranmeldung an.
Ab 01. Mai 2026 ist der folgende Liegeplatz für die Soffio in der Marina Genova reserviert: G 13
Anreise
Anreise mit dem Flugzeug
Wegen der Nähe des Flughafens bietet sich eine Anreise mit dem Flugzeug an. Aus Deutschland ist Genua mit einem täglichen Flug von München angebunden (Lufthansa bzw. Air Dolomiti im Auftrag von Lufthansa).
Da beim Zubringerflug aus Dresden oder einer anderen Stadt kein Wechsel der Fluggesellschaft notwendig wird, sind meist günstige Verbindungstickets verfügbar.
Falls die Bootsübernahme an einem anderen Hafen erfolgt, ist zu berücksichtigen, dass die Mietwagenschalter auf dem Flughafen Genua spätestens 23:00 Uhr schließen und morgens um 7:30 wieder öffnen. Autovermietungen auf dem Flughafen von Genua
Anreise mit dem Auto
Für Anreisende mit dem Auto stehen Parplätze direkt an der Pier zur Verfügung. Das Parkticket, welches über die gesamte Saison und den Jahresanfang 2027 gilt, erhaltet ihr vom Vorstand. Das jeweilige Kemmzeichen muss dann noch eingetragen werden.
Segelrevier
Die bliebten Inseln Korsika, Elba und Sardinien erfordern von Genua aus längere Schläge:
Elba:
Protoferraio: 115 sm
Korsika:
Bastia: 110 sm
Sardinien:
Olbia: 225 sm
Die ligurische and toskanische Küsten bieten jedoch ebenso lohnende Ziele.
… alsbald werden hier noch mehr Informationen, Hinweise und Empfehlungen auftauchen …
der Verein zur Förderung des Segelsports Sachsen e.V.
Schotbruch
lädt Dich hiermit herzlich zu unserer diesjährigen Mitgliederversammlung ein. Hier stehen u.a. die reguläre Wahl des Kassenprüfers und vor allem des Vorstandes für die nächsten 2 Jahre an. Bitte melde dich beim amtierenden Vereinsvorstand, wenn Du Dich für eines der Ämter evtl. zur Verfügung stellen würdest
Datum: Beginn: Veranstaltungsort:
Online- Teilnahme:
Anmeldung:
Sonntag, 22. Februar 2026 15:00 Uhr Lindenschänke Dresden, 1. Obergeschoß Altmickten 1 01139 Dresden Für Mitglieder, denen eine Vor-Ort Teilnahme nicht möglich ist, wird die Ausübung des Stimmrechtes über ein Online-Tool angeboten. Einwahldaten werden nach Anmeldung per E-mail vorab übermittelt. Zur Sicherstellung einer angemessenen Versorgung wird um Anmeldung per E-Mail an vorstand@schotbruch.de gebeten. Für die Online-Teilnahme ist eine Anmeldung bis spätestens Sonntag 22.02.2026 10:00 erforderlich.
Tagesordnung:
Begrüßung
Feststellung der Beschlussfähigkeit und Bestätigung der Tagesordnung
Bericht von Vorstand und Beirat zum Geschäftsjahr 2025
Bericht des Kassenprüfers zum Jahresabschluss 2025
Beschlussfassung zur Genehmigung des Jahresabschlusses 2025
Beschlussfassung zur Entlastung des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2025
Wahl des Kassenprüfers 2026
Bestätigung der Beitragsordnung (unverändert für 2026)
Beschlussfassung zum Haushaltsplan 2026
Wahl des Vorstandes (Wahlperiode März 2026 – Februar 2028)
Beschlussfassung zum Ersatz der Vereinsyacht SOFFIO
Informationen zur Saison- und Veranstaltungsplanung 2026
Verschiedenes
Weitere Unterlagen können per E-Mail an vorstand (at) schotbruch.de angefordert werden.
So wie letztes Jahr, nahm unsere SOFFIO auch wieder an der „DIVERTIMENTO“ 2025 teil.
Zeitraum: 28.09. bis 03.10.
Revier: Costa Smeralda und Südliches Korsika;
Ausgangsbasis: Portisco
Crew: Richard Franke, Skipper; Roland Übelacker, Co; Saskia – Navigation und Funk; Steffen, Vorschoter und Alfred – Vorschoter und verantwortlich für …..Sprüche und Käptn Blaubär
Tagesziele:
Cala Gavetta – Hauptort auf La Maddalena
Bonifacio auf Korsika
Golfo di Rondinara ; Ankerbucht im Südosten von Korsika
Santa Teresa im Norden von Sardinien
Portisco
Wir mussten einen Tag wetterbedingt in Santa Teresa bleiben (vormittags bis 32 kn Böen im Hafen).
Was bedeutet eigentlich Divertimento: Es ist das italienische Wort für Spaß. Es handelt sich um eine Regatta mit gecharterten Fahrtenyachten (bis auf die Soffio), die professionell organisiert ist, aber sportlichen Ehrgeiz und Spaß kombinieren will. Es geht um die Ehre und einen Blechpokal. Ins Leben gerufen wurde sie vor 25 Jahren von der Segelschule Steinberg mit dem Ziel, dass man durch die Gemeinschaft für die Praxis profitiert.
Ablauf:
27.09.:
Von unserem Liegeplatz in Olbia nach Portisco gesegelt. Roland macht in Portisco sein letztes Anlegemanöver und übergibt damit mir hochoffiziel das Kommando. Das Manöver war schon herausfordernd, da wir im innersten Hafen – direkt an der Kneipenmeile – einen Liegeplatz zugewiesen bekamen und man sich zickzack an den davor liegenden Booten und Moorings in einer engen Gasse durchhangeln musste. Abends die anderen Crews getroffen, die nachmittags erst noch Ihre Charteryachten übernehmen mussten. Wir alle kennen uns ja schon viele Jahre und so hatten wir bei einigen Gläschen guten, sardischen Wein einen schönen Abend und uns über Wetter und Taktik ausgetauscht. Aber natürlich auch nur soviel, was die anderen wissen durften.
Wir und die Soffio wurden als Topfavorit eingestuft. Das erhöht natürlich auch den Druck.
28.09.:
Auslaufen und Fahrt Richtung Startline (eingegrenzt durch zwei Koordinaten) 30 Minuten vor Start an der Startlinie 15 Minuten vor dem Start von der Startlinie entgegengesetzt unseres geplanen Kursen 5 Minuten lang hinter die Startlinie gefahren, Segelgesetzt und unter Groß Richtung Start, 1 Minute vor Start Fock raus und los.
Wind war 7 bis 10 kn aus Nord.
Hatten eine gute Position nach dem Start, mussten zum Zwischenziel aufkreuzen. Konnten uns rasch absetzen vom Feld. Da der Wind sehr drehend war, machten wir den ersten Schlag länger, um Höhe zu gewinnen. Ein anders Boot gleicher Yardstickzahl segelte direkter, kam optisch näher, da kürzere Strecke, musste aber am Schluss so hart Höhe knüppeln, dass wir mit unserem besseren Kurs zum Wind mehr Speed hatten und wieder bei Zwischenziel die Distanz ausbauen konnten. Nach dem Zwischenziel ging es nur noch auf Backbord bis zum Ziel vor Maddalena. Guter Segeltrimm war hier gefragt. Der Wind nahm etwas zu, was den anderen wieder zugutekam. So konnten wir den ersten Tag als erster abschließen. Hurra und Prosit (natürlich nach dem Anlegen )
29.09.:
Ablegen und Fahrt Richtung Startlinie. Dümpeln bei 3 bis 5 kn Wind bis die Startlinie verschoben wird. Fahren unter Motor bis zur neuen Startlinie. Abbruch der Regatta. Auf an die Küste vor Bonifacio und Badestop vor den Kreidefelsen. Später dann nach Bonifacio Marina Plaisir. Die Anfahrt der Marina ist ein Erlebnis. Eine Art Fjord parallel zur Küste, getrennt durch eine Landzunge, auf der hoch oben Bonifacio thront. Wichtig aber: neben der französischen Flagge auch die korsische. Die Korsen sind da empfindlich.
30.09.:
Ablegen und zur Startline nach der Ausfahrt von Bonifacio. Start war wieder fast eine Punktlandung, frei von den anderen Yachten. Am Wind bei ca. 2 bft. Lassen die Soffio mit optimaler Besegelung laufen. Nach Osten vorbei an Lavezzi und Cavallo. Beim Zwischenziel verfehlen wir knapp die Leemarke vom Zwischenziel und müssen zwei schnelle Wenden fahren, um durchs Ziel kommen. Nach dem Zwischenziel geht’s mit leicht raumen Wind zum Ziel. Wind steigt auf ca. 3 bft. Da läuft Sie allen anderen davon. Zieldurchfahrt erster, rechnerisch vermutlich auch. Saskia ist immer unsere Navigatorin und gibt uns auf Anfrage immer die Daten durch. Meldung über Funk bei Zieldurchfahrt. Diese Ehre gebührt unserer Navi und Funkmaus, Saskia. Nach dem Ziel noch ein paar Lustschläge vor unserer Ankerbucht und dann ab in die Bucht, Golfo di Rondinara. Groß und Rund wie ein Kreis. Perfekter Ankergrund. Sand auf 4 bis 6m Tiefe. Endlich die Belohnung für einen perfekten Tag und Ergebnis mit einem Sprung ins Wasser. Alfred versucht sich am Außenborder, schafft es aber nicht, ihn zum Laufen zu bringen. Mit einem wunderbaren Fischessen – Roland hat Thunfischsteaks gekauft – lassen wir den Tag ausklingen.
01.10.:
Anker auf und ab Richtung Santa Teresa di Gallura. Nach dem Start (übliche Taktik, 2 andere Yachten folgen uns im Kielwasser) ab Richtung Süden bei 7 bis 9 kn Halbwind. Können uns absetzen vom Rest. Wendemarke – Halse. Das Ziel liegt genau auf einem Vorwindkurs. Wind wird schwächer => versuchen vor dem Wind zu kreuzen und dann wieder mal vor dem Wind mit ausgebaumter Fock. Der Bootshaken im Schothorn in der Hand des Skippers. Testen, auf welchem Kurs wir schneller sind. Über Korsika ziehen schon dunkle Wolken auf mit einer schönen Böenwalze. Dann passiert es, der Bootshaken fällt mir aus der Hand und ins Wasser. Verrückt, aber wir fahren ein Bootshaken über Bord Manöver. Verlieren dadurch ca. 4 – 5 Minuten. Unser schärfster Konkurrent kommt näher. 10 Minuten vor dem Ziel frischt der Wind auf. Der Rest der Truppe ist weiter nördlich gefahren und bekamen schon früher den Wind ab. Sie hatten zwar eine längere Srecke, konnten aber zeitlich etwas gut machen. Unser schärfster Konkurrent war immer in unserem Kielwasser wie ein Schatten. Nach errechneter Zeit war er erster. Jetzt wird die nächste Wettfahrt entscheidend. Hätten wir doch den Bootshaken Neptun überlassen. Fest in Santa Teresa bei frischem Seitenwind. Nette, kleine unscheinbare Stadt.
02.10.:
Regattaleitung beschließt, im Hafen zu bleiben. Wind aus Nord mit bis zu 34 kn. Wir wären wahrscheinlich mit der Soffio die nach Norden offene Ausfahrt gar nicht rausgekommen.
Auch ein Hafentag kann schön sein.
03.10.:
Start auf Höhe von Santa Teresa. Ziel kurz vor Maddalena. Nur 7 nm. Aber es mussten alle auch rechtzeitg in Portisco sein. Startzeit wird um 15 Minuten vorverlegt. Wir eilen unter Maschine zur Startlinie und haben keine Zeit mehr, uns gut zu positionieren. Unser Konkurrent kommt 4 bis 5 Minuten vor uns über die Startlinie. Das war es wohl. Wenn er gewinnt – pari. Start direkt gegen den Wind. Jetzt das kuriose! Keiner gewinnt richtig Höhe. Einige kommen gar nicht über die Linie mit Kreuzen. Auch unser Wendewinkel unter aller Kanone. Was ist los? Offensichtlich eine starke Strömung. Dank unseres besseren Wendewinkels schließen wir mühselig auf unseren Konkurrenten auf. Schnell wird aber klar, auch wir würden es nicht im Zeitlimit schaffen.
Ca. 1 h nach dem Start > Abbruch. Erleichterung – wie haben es geschafft.
Der Wind ist toll mit 2 bis 3 bft. Auch unser Konkurrent segelt weiter. Wir machen unser Match außer der Wertung und wir können uns mehr und mehr absetzen. Er hätte es auch bei einer Wertung nicht geschafft.
Treffpunkt in Portisco und abends dann die Siegerehrung. Ein gutes Gefühl. Eine tolle Crew, wo jeder seine Qualitäten hat und gut harmoniert. Und die Soffio hat gezeigt, was sie drauf hat.
Einige Impressionen von der diesjährigen Divertimento
Ein weiterer Jugendtörn ist zuende gegangen – der dritte in Folge – und wie auch schon in den letzten Jahren war es eine tolle Zeit in der wir Jugendliche viel gelernt haben, viel erlebt haben und vor allem viel Spaß hatten. Die etwas Erfahreneren von uns konnten noch mehr dazulernen, rund ums Segeln und das Schiff und haben auch Führungspositionen übernommen, wie „Skipper of the Day“ und „Navigator of the Day“. Für unsere Neulinge war es ein toller Einstieg ins Segeln und sie haben in kürzester Zeit die Basics gelernt und Segeln liebgewonnen. Alles in allem war der Jugendtörn also ein voller Erfolg und wird hoffentlich in den nächsten Jahren so weitergeführt. ~ Liane
Nun auch noch ein paar persönliche Worte von der Crew:
Skipperfazit: Die Jugendcrew hat’s drauf. Nachdem vor 2 Jahren die ersten jugendlichen Mitglieder erfolgreich ihren SBF See abgelegt haben und letzte Saison die windige Ägäis kennenlernen konnten, wurde ich in diesem Jahr weitgehend nur als Coach gebraucht. Die Jugendlichen haben sich selbst organisiert und auch die Neulinge an Bord angelernt. Der selbst gefahrene, etwas kompliziertere Anleger rückwärts in den Hafen mit auflandigem Wind auf den Bug stellte einen krönenden Abschluss dar. Was kommt als nächstes – der SKS und ein selbständiger Törn?
Timm: Der Segeltörn war wieder einmal sehr schön und man konnte viele neue Segelstrategien, sowie auch Infos übers Skippern mitnehmen. Ich kann das nur jedem weiterempfehlen.
Konstantin: Durch den Segeltörn habe ich mein Interesse am Segeln gefunden. In den zwei Wochen lernte ich, auf was es beim Segeln ankommt, worauf geachtet werden muss und warum es ein grandioser Sport ist. Am meisten Spaß hatte ich beim Segeln nach dem Wind, also ohne einen wirklichen Kurs nur nach den Indikatoren am Segel.
Erik: Für mich war der Jugendtörn genau wie letztes Jahr eine schöne Erfahrung. Einem wurde das Segeln noch näher gebracht und dazu war man in einer sehr netten Gruppe. Ich konnte einiges lernen, z.B. wie man zu acht auf einem Boot zu leben hat und wie schön Segeln in Gemeinschaft mit anderen im gleichen Alter sein kann. Auch technisch konnte ich einiges über das Schiff lernen und freue mich auf den nächsten Jugendtörn.
Klara: Während des Jugendtörns habe ich sehr viel über Navigation, das Wetter und allgemein das Boot und das Segeln an sich gelernt. Es war eine unfassbar schöne Zeit, die ich sehr genossen habe und jederzeit wieder machen würde.
Henrik: Ich habe grob Segeln gelernt, also was da so mit einhergeht (Steuern usw.). Der Jugendtörn ist toll und auch wichtig, weil so junge Leute ans Segeln geführt werden.
Lenka: Ich fand es wirklich sehr toll, die Möglichkeit zu haben, auf einem kleinen Segelschiff mitzusegeln. Ich habe sehr viel gelernt und es hat mir extrem Spaß gemacht, Teil der Crew zu sein. Besonders gefallen haben mir die vielen schönen Orte in Süditalien und Griechenland, all die Abende am Meer, die Nachtüberfahrt nach Italien und die tollen Menschen an Bord. Ein Highlight für mich war am Ende noch das schwingen mit dem Fender am Boot. Es waren insgesamt zwei wirklich schöne Wochen aus denen ich viel mitgenommen habe.
Tagesbericht 23.08. von Henrik
Nach morgendlichen Reparaturen an der Ankerwinsch und einer Kontrolle durch die Guardia di Finanza (Zoll), brachen wir mittags zum Ankern und Baden auf. Auf dem Weg dorthin sind wir auch geschwungen, was funktioniert indem man einen Fender an das Spifall anbindet, während einer Kurve abspringt und somit am Boot entlang fliegt und ins Wasser springt. Anschließend fuhren wir in den Hafen von Bari und der letzte Anleger wurde unter nicht ganz einfachen Bedingungen von Timm gefahren. Wir mussten rückwärts in den Hafen einfahren, was er aber gut gemeistert hat. Dann ging es ans Deck schrubben und die Genua 3 wurde abgebaut und von Liane, Klara und Lenka etwas geflickt. Außerdem reparierten wir den Windrichtungsgeber, wofür einmal Liane und einmal Erik den 20 Meter hohen Mast hinaufkletterten. Am Abend nahmen wir den Bus ins Stadtzentrum von Bari und erkundeten die Altstadt. Dort sind wir dann als schöner Abschluss essen gegangen und haben den letzten gemeinsamen Abend ausklingen lassen.
von der Guardia di Finanza kontrolliert
Eric im Mast
Ankern im Hafenbecken von Bari
Ursache vom Ankerwinschproblem gefunden – die Sicherung
Die Crew
Tagesbericht 22.08. von Konstantin
Heute frühmorgens wurden wir von den Schallsignalen eines Schiffes geweckt, welches an unserer Mole anlegen musste, um Passagiere aufzunehmen. Deshalb haben wir – etwas verschlafen – unser Boot weiter nach achtern verlegt, um Platz zu schaffen. Danach sind einige von uns nochmal schlafen gegangen, bis es dann Frühstück gab, sogar mit Rührei. Dann wurde die Soffio klargemacht und gegen 12 Uhr haben wir abgelegt. Durch die über 1 Meter hohen Wellen und Windstärke 5 war das Segeln heute spaßig und anstrengend zugleich. Vor allem beim Steuern war es durch die Wellen schwierig den Kurs zu halten und wir haben „Offcourse-Rekorde“ aufgestellt. Der ursprüngliche Plan war es heute bis Mola di Bari zu segeln, dort zu ankern und dann morgen nach Bari, allerdings hat sich dieser Plan aufgrund der Wetterlage geändert. Durch den stetigen Nordwind und -wellen waren alle natürlichen Buchten der Küste ungeschützt, weshalb wir weiter nach Bari segeln mussten, um eine ruhige Nacht zu haben. Dort haben wir im großen Hafenbecken geankert und konnten sogar noch den Sonnenuntergang hinter dem großen Leuchtturm von Bari beobachten. Das war nun schon unerwarteterweise unser letzter richtiger Segeltag, was wir alle sehr schade finden. Morgen werden wir aber trotzdem nochmal zum ankern und baden rausfahren, wenn die Wetterlage es hoffentlich erlaubt.
mit 7 Knoten Richtung Bari
Sonnenuntergang hinterm Leuchtturm von Bari
Timm beim Bilge lenzen
Arbeitsplatz von der Navigatorin Liane
Tagesbericht 21.08. von Klara
Heute ging es für uns ca. 40 Seemeilen von Brindisi nach Monopoli. Da wir durchgehend sehr guten Wind mit Böen bis Windstärke 6 (22–27 Knoten) hatten, segelten wir hauptsächlich mit dem Groß im 2. Reff und der G3. Dabei kamen wir mit durchschnittlich 6 Knoten voran. Unsere Höchstgeschwindigkeit über Grund lag sogar bei 10,6 Knoten! In den ersten zwei Stunden war besonders das Steuern eine Herausforderung, da wir ständig gegen die Wellen lenken mussten, aber gleichzeitig höchst konzentriert darauf achten mussten, eine Patenthalse zu vermeiden. Als es wieder etwas ruhiger wurde, zeigte uns unser Skipper die Notpinne, die man benutzt, wenn das Steuerrad nicht mehr funktionieren sollte. Damit ließ es sich allerdings deutlich schwerer steuern, deswegen waren wir froh, dass es nur eine Übung war und wir wieder auf das normale Steuer zurückgreifen konnten. Nach ca. 6 Stunden erreichten wir Monopoli. Dort erkundeten wir noch etwas die Stadt, in der gerade das internationale Festival der Fotografie und Kunst stattfindet, aßen leckere Nudeln mit Tomatensoße, und als Nachtisch holten wir uns wie immer noch ein Eis.
Segel setzen vorm Ende der Via Appia in BrindisiSoffio an der Mola Margherita in MonopoliBlick auf die Soffio von der Hafenmauer
Tagesbericht 20.08. von Timm
Unser Tag begann wie immer mit einem reichhaltigen Frühstück. Nachdem wir das Schiff seeklar gemacht hatten, legten wir gegen 10:30 Uhr in Otranto ab. Ziel war das ca. 40 sm entfernte Brindisi. Nachdem wir die Hafenausfahrt passiert hatten, setzten wir das Großsegel und die Genua 3. Aufgrund des Südostwinds konnten wir unseren Kurs fast parallel zur Küste setzen und schon bald die G3 gegen das Code Zero tauschen. Mit Raumschotkurs hatten wir konstant etwa 6 Knoten Fahrt durchs Wasser. Nach ca. 7 Stunden Fahrt durchquerten wir den Industriehafen von Brindisi und legten an der Stadtmole an. Aufgrund der schwarzen Gummipoller an der Mole mussten wir uns eine kreative Fender-konstruktion ausdenken, die aber erstaunlich gut funktioniert hat. Am Abend teilten wir uns in zwei Gruppen auf: Die eine erkundete die Stadt, die andere „nietete die Soffio wieder zusammen“. Gegen 20:30 Uhr gingen wir ins Restaurant „Windsurf“, das direkt gegenüber der Mole lag, an der auch die Soffio festgemacht war (der Kapitän hatte eingeladen). Und so ging auch schon wieder ein weiterer erfolgreicher Segeltag zu Ende.
Die Fenderkonstruktion Kurs auf das Ende der Via Appia in Brindisidie Jungs beim Nieten
Tagesbericht 19.08. von Liane
Wir haben uns schon gestern entschieden noch einen weiteren Tag in Otranto zu bleiben, da wir nicht mehr viel Strecke vor uns haben und uns einen Bummeltag leisten können. Morgens wechselten wir von unserem Ankerplatz an die Pier, wo wir dann mal wieder Wasser und Strom auffüllen konnten. Die nächsten Stunden verbrachten wir mit unterschiedlichen Aufgaben, z.B. Boot putzen und aufräumen sowie einige Reparaturen. Unter anderem hatte gestern wieder der Beibootmotor aufgegeben und der neue Boilerthermostat wurde montiert. Außerdem haben wir die Gräting hinter dem Steuerstand noch einmal zusammengeflickt. Nachmittags sind wir dann noch an die schöne Küste von Otranto spaziert und waren baden. Abends ging es nach dem Essen nochmal in die Stadt und nach einem Eis in die Bar „Spinnaker“, die von der Stadtmauer einen tollen Blick auf den Hafen bietet. Dies war ein schöner Abschluss für unseren Aufenthalt in Otranto, wobei wir auch schon unsere morgige 40 Meilen Etappe nach Brindisi planen konnten.
Timm beim Thermostat austauschenDie Crew im „Spinnaker“
Tagesbericht 18.08. von Lenka
Der Tag begann für die Hälfte der Crew erst einmal mit ein bisschen Morgensport. Wir joggten und liefen gemeinsam zu den Scala Monumentale von Santa Maria di Leuca (zwei parallel laufende wunderschöne Treppen), wo wir oben angekommen auch den Leuchtturm betrachten konnten. Von dort hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf das Meer und die Umgebung.
Wieder zurück am Hafen bereiteten wir uns auf das Ablegen vor. Bei gutem Wind segelten wir los, refften fleißig die Segel und kamen schnell voran. Zwischendurch wurde es ein wenig spannend: Am Horizont sahen wir Blitze und hörten Donnergrollen, und es regnete sogar ein bisschen. Zwischendurch mussten wir noch eine kleine Flaute durchstehen. Doch bald frischte der Wind wieder auf, und wir glitten flott über das Wasser. Ein besonderes Highlight des Tages war die Grotte „Soffio“, die den gleichen Namen wie unser Schiff trägt– welche wir aus der Ferne betrachten konnten.
Am frühen Abend erreichten wir schließlich nach 7 erfolgreichen Segelstunden und ca. 27 zurückgelegten Seemeilen die Bucht von Otranto und ankerten. Nach einer kurzen Dusche an Bord machten wir uns schließlich gemeinsam auf den Weg zum Abendessen und es gab die erste Italienische Pizza. Es ging in ein Restaurant, das wie ein Zug eingerichtet war – ein schöner Abschluss von einem ereignisreichen Tag.
Scala Monumentale di LeucaGrotta del SoffioRegenwetter in Italien
Die Nachtfahrt – 16.-17.08. von Erik
Nach einem langen Morgen in Gouvia machten wir uns zur Mittagszeit auf den Weg Richtung Italien. Der Wind war auf den ersten Meilen zwar noch nicht auf unserer Seite jedoch frischte dieser umso mehr in der nördlichen Straße von Korfu auf. Das sollte aber natürlich nicht so bleiben, also trieben wir letztendlich in einer Flaute Richtung Erikoussa. Da der Wind weiter draußen 12 Knoten versprach entschieden wir uns nach einem reichhaltigen Abendbrot Richtung Wind zu motoren. Um Punkt 21 Uhr begann unser Schichtsystem und Liane, Erik und Connie machten in den ersten 3 Stunden schon 13,5 Seemeilen Strecke. Die Watch von 0 bis 3 Uhr überbot dies mit 15,2 Meilen und von 3 bis 6 fuhren wir sogar knapp 20 nautische Meilen. Carsten konnte fast die ganze Nacht durchschlafen und wurde nur selten nach Rat gefragt. Die Nacht war vergleichsweise wellig und frisch, so dass wir uns für Reff 1 entschieden. Jedoch drehte der Wind immer mehr zu unseren Gunsten. Es lief so gut, dass wir schon um 7 Uhr in Santa Maria di Leuca ankamen. Die italienische Flagge wurde gehisst und Lenka fuhr das Anlegemanöver. Daraufhin ist die ganze Crew wieder schlafen gegangen. Nach einem kleinen Frühstück steuerte Connie die Soffio und wir ankerten in der Nähe der schönen Grotten von Santa Maria di Leuca. Wir verbrachten dort unseren Nachmittag und gestalteten diesen als ruhigen Badetag. Wir entschieden uns die schöne Stadt anzugucken, fuhren also wieder zurück zum Hafen. Dort legten wir uns an ein altes Schiff ran, diesmal war Erik am Steuer. Der Skipper steht inzwischen nurnoch daneben, während manövriert wird und der ‚Skipper of the Day‘ eigenhändig Entscheidungen trifft. Dann wurde noch die Mole erkundet und der Sonnenuntergang genossen. Nach dem Abendbrot gingen wir schließlich in die Stadt und ließen unseren Tag ausklingen. Alles in allem war es eine erfolgreiche Nachtfahrt, für einige an Bord sogar die erste.
Flaute vor Korfu
Sonnenuntergang bei Erikoussa
Nachtschicht
Der Wachplan
Tagesbericht 15.08. von Henrik
Nach der Anbordnahme unseres neuesten Crewmitglieds Lenka, starteten wir gemütlich unseren 6,6 Meilen kurzen Trip nach Gouvia Marina. Denn wir müssen mal wieder Wasser tanken bevor wir die Überquerung nach Italien in Angriff nehmen. Mittags ankerten wir bei der kleinen Insel Lazareto, die östlich von Korfu liegt. Wir sind für eine kleine Erkundungstour zur Insel geschwommen und haben viele Gräber und verlassene Häuser gefunden. Später haben wir dann herausgefunden, dass die Insel früher als Quarantäne- und Krankheitsinsel diente und im griechischen Bürgerkrieg als Gefängnisinsel, wo viele Systemgegner ermordet wurden. Nach dieser spannenden und etwas unheimlichen Expedition ging es dann die letzten Seemeilen in die Marina, wo direkt erst mal das Deck geschrubbt wurde. Den Abend verbrachten wir dann in einem einheimischen Lokal in Gouvia.
Auf dem Weg nach Gouvia
Tagesbericht 14.08. von Konstantin
Nach einer etwas frischen Nacht haben wir den Anker um 11:30 Uhr eingeholt und Kurs auf Korfu genommen. Skipper of the Day war heute wieder Timm. Die Fahrt verlief entspannt. Wir hatten die meiste Zeit nur sehr wenig bis gar keinen Wind, wodurch sich die 20 Seemeilen ziemlich in die Länge gezogen haben. Durch das Ausbleiben des Windes konnten wir aber das Segeln bei Flaute bzw. wenig Wind üben. Unter anderem wurde der Code Zero wieder gesetzt. Gegen Ende gab es dann doch noch ausreichend Wind um ordentlich zu Segeln. Nach dem Anlegen um 17:45 Uhr wurde noch kurz gebadet und im Anschluss die Altstadt von Korfu erkundet und zu Abend gegessen. Den restlichen Abend haben wir auf unser letztes Crewmitglied gewartet, Lenka, die in einer nächtlichen Aktion vom Flughafen abgeholt wurde.
Timm beim Code Zero trimmen in der FlauteUnser Hafen mit Blick auf die UNESCO-Weltkulturerbe-Festung von Korfu
Tagesbericht 13.08. von Klara
Nach einem entspannten, längeren Morgen in der Bucht, den wir mit Dingi-Exkursionen, Schwimmen und Lesen verbrachten, lichteten wir, nachdem der ersehnte Wind aufkam, um 13 Uhr den Anker. Inzwischen sind wir schon ein eingespieltes Team geworden. Für die ca. 15 Seemeilen brauchten wir mit dem gerefften Groß und dem Vorsegel etwa drei Stunden und ankern nun in einer gut geschützten, kleinen Bucht vor Syvota. Zusätzlich zum Ankern ist die Soffio auch noch mit einer Landleine befestigt, die wir trotz scharfer Steine und Seeigel gut anbringen konnten. Den Nachmittag verbrachten wir mit viel Tauchen, dem Erkunden einer Höhle und dem Essen von Wassermelone. Insgesamt war es ein Segeltag mit hohem Badeanteil, den man sich bei 35 Grad aber auch mal gönnen darf.
Die Soffio – in der Mitte – ankert vor PaxosDie nächste Ankerbucht vor SyvotaEntspannung nach dem Festmachen der Landleine
Tagesbericht 12.08. von Liane
Der zweite Tag unseres Jugendtörns begann mit einem reichhaltigen Frühstück. Gestärkt machten sich Liane, Klara, Konstantin und Erik auf den Weg, um noch letzte Besorgungen zu erledigen. Währenddessen reparierten Carsten, Henrik und Timm u.a. das Leck im Kühlwasserkreislauf. Dann hieß es: Leinen los! Nachdem wir das Fahrwasser von Preveza verlassen hatten, nahmen wir Kurs auf Paxos. Mit einem zügigen Ostwind erreichten wir einen Top-Speed von 8,5 Knoten. Unterwegs haben wir verschiedenste Segelführungen von Code Zero bis 1. Reff ausprobiert. Gegen 19 Uhr kamen wir in Paxos an. Nachdem unsere erste Ankerplatzwahl zu voll war, entschieden wir uns, eine Bucht weiterzufahren – dort ankerten wir dann auch. Der Tag wurde mit einem Sprung ins Meer und einem anständigen Abendbrot beendet.
Wir über das Reffen
Start des Jugendtörns am 11.08.
Nach unserer Ankunft am Abend des 10.08. war heute der erste Tag unseres Jugendtörns. Morgens wurde erstmal der Großeinkauf erledigt und das Beiboot aufgebaut. Dann haben wir nach einer Einweisung zum ersten Mal abgelegt mit Timm am Steuer. Durch den Wind hat sich das Manöver aber etwas schwierig gestaltet. Da wir das freundliche Angebot bekommen haben, noch eine Nacht gratis in der Marina Preveza zu bleiben, haben wir uns entschieden nur eine Proberunde zu drehen und abends wieder an denselben Platz am Pier zurückzukehren. Vor der Küste von Preveza haben wir erste Manöver ausprobiert und mit der neuen Crew geübt wie z.B. Groß- und Vorsegel setzen, Reffen, Wenden und Halsen. Die ganz neuen Mitsegler haben auch zum ersten Mal gesteuert. Nach einigen Stunden sind wir in den Ambrakischen Golf gesegelt und haben dort geankert. Dann wurde gebadet, entspannt und das Beiboot getestet. Bei schönem Sonnenuntergang sind wir zurück in die Marina gesegelt und haben erfolgreich angelegt. Damit ist unser erster Segeltag vorbei, an dem wir schon viel gelernt haben. Ab morgen machen wir uns dann auf den Weg nach Korfu.
Nach Ankunft und Galafeier mit den Regatta-Teilnehmern der “Agean 600” starteten wir unseren Familientörn zu viert am 14. Juli von Lavrion Richtung Ägina. Die ersten beiden Ankerbuchten Ägia Maria und vor der Insel Moni erreichten wir nach jeweils 30 Seemeilen bzw. 12 sm. Durch achterlichen Wind von bis zu 18 Knoten kamen wir an beiden Tagen gut voran. Statt zu halsen sind wir aus Sicherheitsgründen Q-Wenden gefahren.
Auf dem Schlag Richtung Moni hat Andreas den Motor repariert. Probleme mit der Hauptmasseverbindung führten zu Startproblemen. Glücklicherweise konnten wir durch 180-Grad-Wenden bei ruhiger See Zeit gewinnen. Ankern dann auf Sandgrund und etwa sieben Meter Tiefe.
Am Morgen des 16. Juli haben wir – dem Dinghy sei Dank – die Pfauen auf der Insel bewundert. Nachts sind sie mit den dort lebenden Hirschen die einzigen Bewohner.
Am Nachmittag des 16. Juli sind wir eine Seemeile nach Perdika motort. Ein sehr hübsches Hafenörtchen mit einigen Liegeplätzen an der Mole mit Wasser und Strom. Entlang des Hafens Tavernen und kleinere Geschäfte. Nachts mit Musik und Party, aber ab ca. 1 Uhr dann Ruhe. Uns hat es gut gefallen.
Weiter ging es am 17. Juli weiter unter Segeln in das 17 Seemeilen entfernte Archaia Epidauros. Dort gibt es eine kleine Version des Antiken Theaters, das wir uns anschauen wollten. Einfahrt durch Befeuerung, viel Platz zum Ankern. Gut besucht, aber nicht voll – mit Strand auf beiden Seiten und sehr günstigen Tavernen am Hafen. Ein kleiner Aufstieg führte uns zum Theater, das sich auf ein weiteres Wochenende des Theaterfestivals vorbereitete. Beim Soundcheck der Rockband bekamen wir eine Vorstellung von den besonderen akustischen Verhältnissen vor Ort. Noch ein Stück nach oben und wir hatten einen guten Blick auf den Ort und die Buchten zu beiden Seiten.
Vor unserer Fahrt durch den Kanal von Korinth hatten wir uns am 18. Juli für die 12 Seemeilen entfernten Thomas-Inseln als Liegeplatz entschieden. Eine flache Stelle zwischen beiden Inselchen, die auch rege von Fischern genutzt wird. Anker und Landleine an der westlichen der beiden Inseln hielten uns. Türkisfarbenes Wasser für das Badevergnügen, Ziegen am Ufer und mit Einbruch der Dämmerung das Geschäft der kleinen Fischerboote waren eine willkommene Abwechslung.
Kanal und Bucht von Korinth
Am 19. Juli starteten wir gegen acht Uhr zum Kanal von Korinth. Es ist eine zugegebenermaßen eher teure, aber erhebliche Abkürzung auf dem Weg Richtung Ionisches Meer. Er ist eine Schiffseinbahnstraße, deshalb haben wir uns vor Ankunft über Kanal 11 bei der Kanalbehörde gemeldet. Die Bezahlung hatten wir bereits online vorher erledigt, ebenso die Registrierung der Schiffsdaten. Damit mussten wir vor Ort nicht nochmal von Bord. Wir ankerten in der großen Bucht vor der Einfahrt, der Kanal war in unsere Richtung gerade geschlossen. Nach ca. 25 Minuten war es dann soweit, die Soffio Dresden durfte als erstes Segelboot den 6,3 km langen, acht Meter tiefen und 25 Meter breiten Kanal von Ost nach West durchqueren.
Die Boote werden von der “Canal Authority” in Reihenfolge sortiert – daran muss man sich halten. Im Kanal selbst ist eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 Knoten einzuhalten, Wind und Strömung sind zu beachten. Wir hatten Glück: kaum Gegenwind und nur wenig Strömung, die am Vormittag von West nach Ost verläuft. Der Kanal ist tatsächlich imposant und von einem besonderen Türkisblau. Die Felswände ragen bis zu 80 Meter in die Höhe, teilweise gibt es winzig kleine Buchten und mit Bäumen bewachsene Steine.
Durch den Golf von Korinth ging es weiter und nach 46,5 Seemeilen mit Motor und Segelunterstützung ließen wir nach knapp 11 Stunden erschöpft den Anker in der Andreas-Bucht fallen. Außer uns nur ein weiteres Motorboot und am Ufer zwei Häuser – aber mit Straßenbeleuchtung und Windrädern auf den Gipfeln.
Am Vormittag des 20. Juli segelten wir ins 18 Seemeilen entfernte, beliebte und gut geschützte Galaxidi. An der Mole des sehr hübschen Ortes lagen wir, wie immer in Griechenland, mit Anker und Festmachern am Heck. Es gibt Wasser und Strom – für zwei Nächte zahlten wir unter 35 Euro. Galaxidi ist gut auf Segler eingestellt, es gibt viele Tavernen gegenüber der Boote, kleine Lebensmittelläden mit praktischem Allerlei, einen Nautikshop und am Kai stehen schon die Mietwagen bereit. Ein Tag kostet 60 Euro inkl. Bringen und Abholung. Sie sind gefragt, denn in ca. 15 km Entfernung liegen die antiken Stätten von Delphi, die für 1000 Jahre mit dem Apollontempel, den Seherinnen und Priestern als Zentrum der Welt galten. Viele Herrscher und Reisende besuchten sie – das wollten wir uns anschauen und fuhren am Morgen des 21. Juli mit dem Leihwagen nach Delphi. Trotz der sehr hohen Temperaturen hat es sich gelohnt: ein wirklich imposantes Stück Kultur und Geschichte. Die Stätten sollte man mit einem Besuch des Museums verbinden – Ticket gilt für beides. Die Fahrt führt zudem durch den größten zusammenhängenden Olivenhain Griechenlands mit teilweise über 1000 Jahren alten Bäumen – auch das schön und beeindruckend.
Am 22. Juli brachen wir auf Richtung Brücke. Allerdings frischte der Gegenwind immer stärker auf, ebenso wuchsen die Wellen – selbst mit Motor und Segel kamen wir nur sehr langsam voran. Kurzerhand entschieden wir uns nach knapp 22 sm für einen Nachmittag und eine Übernachtung in Trizonia. Dort gibt es eine Marina mit Stegen und vereinzelt Wasseranschlüssen. Kassiert hat keiner – auch die weiterhin kommenden Boote nicht, die sich vor dem Wind in Sicherheit brachten. Die kleine Insel war eine Entdeckung – ein ruhiges kleines Ferienparadies. Man kann sie per Fuß umrunden, es gibt hübsche Unterkünfte, gut geführte Tavernen und ein Geschäft mit überraschend gutem Sortiment. Es war locker gefüllt und fühlte sich an, als mache sich der Ort auf den Weg in Richtung „touristisches Natur-Highlight“.
Durch die Rio-Antirrio-Brücke – Durchfahrt nur nach Anmeldung
Am Morgen des 23. Juli legten wir kurz nach 6 Uhr in Trizonia ab und konnten den Sonnenaufgang auf der Soffio genießen. Unser Weg Richtung Westen führte uns durch die Rio-Antirrio-Brücke (auch Rio-Andirrio-Brücke, offiziell Charilaos Trikoupis-Brücke), die den Golf von Korinth überspannt. Die insgesamt 2,90 km lange Schrägseilbrücke besteht aus der 2,25 km langen Hauptbrücke über dem Meer, die restliche Länge ist auf beiden Seiten über dem Festland verteilt.
Die Anmeldung erfolgt auf Kanal 14, Rufzeichen „Rio Traffic“, Englisch wird verstanden. Man nennt den Bootsnamen, Bootstyp und die Masthöhe, außerdem gibt man an, in welche Richtung man passieren möchte. Die Anmeldung erfolgt ca. 5 sm vor der Passage. (Das gilt für Sportboote bis 20 m Länge, andere müssen sich früher melden.) Man bekommt ein Brückenfeld für die Passage zugewiesen (ein Pfeiler rechts, drei links). Etwa 1 sm vor der Passage ist eine erneute Kontaktaufnahme erwünscht.
Für Brücken-Fans: Die Brücke befindet sich an der engsten Stelle zwischen den Golfen von Patras und Korinth. Vier mächtige Pylone unterteilen das Fahrwasser. Bei der Konstruktion mussten Erbebenrisiken berücksichtigt werden, die mögliche Kollision eines Berufsschiffs mit einem Pylonen und Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h. Sie ist eine der längsten Schrägseilbrücken der Welt.
Ionisches Meer
Insgesamt legten wir 58 sm zurück – ein vor allem am Ende hart erkämpfter Familienrekord. Der Wind frischte im Laufe des Tages zunehmend bis auf 30 Knoten true wind auf und die von uns ersehnte Ankerbucht Oxeias brachte keine Entspannung, sondern starke Fallböen. Glücklicherweise gab es etwas weiter nördlich in der Bucht von Porto Skrofa ein Bojenfeld, was in Griechenland eher selten ist. Dort lagen bereits ein dutzend Boote in Sicherheit und glücklicherweise war auch für uns noch eine Boje frei. Am Ufer soll es hervorragende Restaurants geben – einen Ökologischen Park und Schildkröten, die unter und neben dem Boot schwimmen gibt es auch. Wir waren nur noch erschöpft und glücklich über einen guten Platz für die Nacht.
Am 24. Juli ging es weiter unter Segeln ins knapp 23 sm entfernte Vathi/Vathy, einem hübschen Fischerdorf in einer tiefen Bucht im Norden der Insel Ithaka. Der Wind nahm weiter zu (28 Knoten und mehr) und die Plätze am Kai füllten sich – trotz höherer Preise, wie üblich im Ionischen Meer (wir zahlten ca. 56 Euro für eine Nacht, ohne Strom und Wasser). An Land gibt es Lokale, Geschäfte und Duschen (3 Euro für 6 Minuten) und einen Waschsalon. Unglaublich, aber wahr: Am Abend wehte es uns die Pommes vom Teller. Unser Anker hielt und wir hatten zusätzlich eine Spring gelegt. Ab Mitternacht legte sich der Wind ganz plötzlich.
Preveza und Ambrakischer Golf
Unser Plan, die Buchten der Ostküste Lefkadas zu besuchen wurde durch die Sperrung des Lefkaskanals im Norden der Insel durchkreuzt. Da auch der Wind weiterhin stark vorhergesagt war, entschieden wir uns für einen ruhigen Abschluss im Ambrakischen Golf mit einer vorherigen Nacht in der Preveza Marina, um Wasser und Strom zu nehmen. Unser Schlag von knapp 46 sm führte uns also am 25. Juli in die recht große Preveza Marina. Dort meldet man sich an und erhält Hilfe beim Tanken und Anlegen (bei Wind durchaus von Nutzen, je nach Platz). Die Einfahrt ist betonnt, da es Flachstellen gibt. Es gibt eine richtige Marina und einen Stadthafen gleich davor – mit Strom und Wasser. Preveza selbst ist lebhaft und gut besucht – dank des Flughafens und der 1000 Charterboote. Die Altstadt ist hübsch mit vielen Restaurants, Nautic-Shops, Geschäften usw.
Am 26. Juli starteten wir in den entspannten Teil unseres Urlaubs: nur 8 sm von Preveza ist der Ambrakische Golf entfernt. Es handelt sich um ein reizvolles Binnenrevier, wo man eher wenige Segler treffen wird. Wir lagen nach einem kurzen Badestopp dann auch für zwei Nächte und abends mit jeweils ordentlich Wind in der gut geschützten Ankerbucht Ormos Vonitsas. Neben uns zwei weitere Grands Soleils – da war die Freude groß. Das Wasser ist nährstoffreich und deshalb eher grün – mit Schildkröten und diversen Vögeln.
Am 28. Juli legten wir uns noch für eine Nacht vor die kleine Stadt Vonitsa – die Seite hinter der kleinen „Enteninsel“ ist deutlich besser geschützt als die Plätze direkt vor der Stadt. Dank Dinghy kommt man gut an Land.
Vonitsa ist eher ruhig und wird von vielen als das Tor zum Ambrakischen Golf angesehen. Es gibt viele nette Restaurants und Cafés, einen kleinen Hafen, wo Fischerboote und kleinere Segelboote festmachen. Es erinnert ein wenig an den Gardasee: viel Grün, Berge und Hügel.
Eine Besonderheit ist die imposante und gut erhaltene Burg, die über der Stadt thront – an einem strategisch günstigen Ort mit Blick auf den Golf, das Ionische Meer und Epirus. Ihre Entstehung geht bis ins 9. Jahrhundert zurück, die entscheidenden Um- und Anbauten erfolgten vor allem im 17. und 18. Jahrhundert, meist durch die Venezianer. Sie ist eines der wichtigsten Denkmäler der Region und ein Markenzeichen der Stadt. Die Blicke in alle Richtungen sind atemberaubend.
Am 29. Juli hieß es dann: auf zum Bootsputz in Preveza.